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Bundesländer im Reich der Mitte

Die Folgen des Corona-Virus für die deutsche Wirtschaft könnten sich sowohl bei Ex- als auch bei Importen zeigen. Die Bundesländer wären aufgrund ihrer Wirtschaftsstruktur unterschiedlich betroffen.

Das Corona-Virus in China könnte auf die Industrie in Deutschland auf zwei Wegen direkte Auswirkungen haben. Zum einen über eine schwächere Nachfrage aus China. Hier handelt es sich vor allem um Autos und Maschinen. Die Nachfrage nach derartigen Gütern dürfte aber erst dann substanziell leiden, wenn die Konjunkturschwäche in China dauerhaft bliebe. In diesem Fall wären die Effekte auf Exportseite (neben den Hafenstädten Hamburg und Bremen) vor allem in Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern spürbar. Hier ist der Anteil der Automobilindustrie bzw. des Maschinenbaus besonders hoch. Zum anderen droht der Industrie ein Ausfall von Lieferungen von Vorleistungsgütern aus China. Insgesamt fallen diese Lieferungen aber gemessen am BIP gering aus. Von allen importierten Vorleistungsgütern in Deutschland kommen nur rund 3% aus China. Zudem besteht aktuell, im Gegensatz zu einem Bahnstreik, die Möglichkeit, mit zeitlichem Vorlauf die Wertschöpfungskette auf andere Zulieferer umzubauen. Sollten die Lieferungen aus China anhaltend ausbleiben, wären jedoch Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und NRW, gemessen am Anteil Chinas an allen Vorleistungsimporten, am stärksten betroffen. Sofern die Epidemie zeitlich aber nicht ausufert, dürften die unmittelbaren konjunkturellen Bremseffekte über die gestiegene Unsicherheit hinaus zunächst nicht sehr ausgeprägt ausfallen.

Was in der nächsten Woche wichtig wird

In Europa steht die Einwertung der PMIs durch ifo Geschäftsklima und ESI noch aus. In den USA schauen wir auf den Auftragseingang im Januar.

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