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EZB nimmt erstmal die Beobachterrolle ein

Auf der Juli-Sitzung der EZB erwarten wir keine geldpolitischen Änderungen. Politisch steht der EU-Gipfel am Ende der Woche im Fokus.

Im Zentrum der nächsten Woche steht die EZB-Sitzung (Do.). Nachdem die EZB auf der letzten Sitzung als Reaktion auf die schwächer ausgefallenen Projektionen zu Konjunktur und Inflation das Notfallankaufprogramm PEPP im Volumen (um 600 Mrd. Euro) und zeitlich (bis Jahresmitte 2021) ausgeweitet hat erwarten wir keine unmittelbaren weiteren Beschlüsse. Die Finanzierungskonditionen haben sich, wie beabsichtigt, gemessen an der BIP-gewichteten Rendite im Euro-Raum, seither verbessert. Die EZB hat im Laufe der letzten Monate einen hohen Schutzwall gegen die Flut an Finanzierungsproblemen in der Corona-Krise errichtet. Nun heißt es wohl erst einmal abzuwarten, ob der Damm ausreichend hoch gebaut wurde oder ob der Pegelstand noch weiter steigt. Eine notwendige Sammlung von weiterer Evidenz zur künftigen Entscheidungsfindung spricht dafür, dass die EZB die nächsten Projektionen im September abwarten wird, bevor Sie gegebenenfalls noch einmal nachsteuert. Kurzfristig denkbar scheint allenfalls eine weitere Entlastung der Banken durch höhere Freibeträge, die nicht mit dem negativen Einlagesatz belastet werden. Hierdurch würde verhindert, dass die von der EZB gewollte, hohe Mittelaufnahme im TLTRO durch höhere Einlagezinsen bestraft wird. Spannend werden zudem die Diskussionen im Rat zur Flexibilität des Kapitalschlüssels in den Kaufprogrammen.

Was in der nächsten Woche wichtig wird
Politisch schauen wir auf den EU-Gipfel. Datenseitig werden Einzelhandelsumsätze in den USA spannend und geldpolitische Entscheidungen erwarten wir neben der EZB in Kanada und Japan.

Lesen Sie weiter EZB nimmt erstmal die Beobachterrolle ein (13.7. – 17.7.2020, Die Woche)

Weitere Ausgaben (Juli/Juni 2020)

Die Unternehmen in Deutschland haben wohl im Mai ihre Produktion wieder hochgefahren. Ein Blick auf das Produktionsniveau verdeutlicht aber, dass der Weg aus der Krise noch ein langer sein wird.
Erster Produktionsanstieg aus dem tiefen Tal (6.7. – 10.7.2020, Die Woche)

Präsident Trump hat sein Markenzeichen einer starken Wirtschaft verloren. Seine Zustimmungsraten sind aber nicht nur dadurch ins Wackeln geraten. Eine Wiederwahl wird zunehmend unsicher.
Kostet Covid-19 Trump die zweite Amtszeit? (29.6. – 3.7.2020, Die Woche)

Obwohl sich die Stimmungsindikatoren erholen, zeigt die Konjunkturuhr noch nicht auf Aufschwung. Die Erholung der Wirtschaft dürfte sich noch einige Monate hinziehen.
Wer hat an der Uhr gedreht? (22.6. – 26.6.2020, Die Woche)

Die Neuzulassungen von PKW sind in der Corona-Krise eingebrochen. Der Anteil von Elektroautos stieg dabei an. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser halten kann, wenn sich die Zulassungszahlen erholen.
Elektroautos als Krisen-Gewinner? (Die Woche vom 15.6. – 19.6.2020)

Der rasante Anstieg der Fed-Bilanz wird sich fortsetzen und dafür werden keine neuen Ankündigungen auf der anstehenden Sitzung benötigt. Stattdessen werden auf dieser die Projektionen im Fokus stehen.
Knackt die Fed die Zehn-Billionen-Marke? (Die Woche vom 8.6. – 12.6.2020)

Der Dollar muss wegen der aufgehellten Risikostimmung wieder Federn lassen. Nicht zuletzt noch mehr QE-Käufe der EZB nächste Woche sprechen aber gegen noch höhere EUR-USD-Kurse in der kurzen Frist.
Sicherer Hafen Dollar – wie lange noch? (Die Woche vom 1.6. – 5.6.2020)