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Megatrends – ein Aufgabenfeld für BayernLB Research

Der Blick in die Zukunft und die Identifizierung von Megatrends haben derzeit Konjunktur. Megatrends sind Entwicklungen, deren Dynamik unaufhaltsam und zumindest kurzfristig nur beschränkt beeinflussbar erscheinen, die aber Auswirkungen auf Unternehmen, Branchen, Länder und damit die Kapitalmärkte haben. Wir und Sie, liebe Kunden, sind davon auf verschiedenen Ebenen in erheblichem Maße betroffen. Deshalb wollen wir uns künftig verstärkt diesen Themen widmen. Wir denken, dass das Verständnis von Megatrends und ihrer Chancen und Risiken gerade im aktuellen, sehr volatilen Marktumfeld und den mit großer Unsicherheit verbundenen kurz- und mittelfristigen Wirtschaftsaussichten hilfreich bei der Analyse von Entscheidungsoptionen sein kann. Mit diesen Publikationen möchten wir Ihnen dies als ein neues Analysegebiet von BayernLB Research vorstellen. Wir werden uns verstärkt Megatrends und ihren Auswirkungen auf Wirtschafts- und Finanzmarktentwicklungen widmen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen unsere Einschätzungen und Prognosen auf der volkswirtschaftlichen und Kapitalmarktseite, die wir Ihnen selbstverständlich weiter zur Verfügung stellen, ergänzen. Wir hoffen, Ihnen mit diesem Zusatzangebot wertvolle Informationen zu liefern und würden uns auf ein ehrliches Feedback zu diesem neuen Service sehr freuen.

Das BayernLB Megatrend-Research

Bewertung der Auswirkungen auf volkswirtschaftliche Entwicklungen und Finanzmärkte.

Da wir über keine ausgewiesene Expertise in der Zukunftsforschung an sich verfügen, werden wir dieses Feld auch weiter den Zukunftsforschern überlassen. Als BayernLB Research haben wir jedoch Kompetenzen in der volkswirtschaftlichen Analyse, in der Bewertung von Länderrisiko- und Branchenentwicklungen sowie in der Finanzmarktanalyse. Unser Ziel ist es daher, zunächst die für die mittelfristige Wirtschafts- und Finanzmarktentwicklung relevantesten Megatrends herauszufiltern. Die Entwicklung dieser Megatrends und deren gegenseitige Beeinflussung werden wir dann, größtenteils basierend auf der Einschätzung von Experten in den jeweiligen Gebieten, analysieren. Der Hauptteil unseres Megatrend-Researchs ist jedoch darauf ausgerichtet, die Auswirkungen dieser Trends auf die Entwicklung von Ökonomien, Branchen und Finanzmärkten zu analysieren und zu prognostizieren. Neben speziellen Megatrend-Publikationen, die wir in Zukunft in unregelmäßiger Abfolge veröffentlichen wollen, gehen wir auch in unseren regulären Publikationen verstärkt auf den Einfluss von Megatrends ein.

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Megatrends führen zu tiefgreifenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen

Das Konzept der Megatrends basiert vor allem auf dem 1982 erschienen Buch „Megatrends“ des amerikanischen Zukunftsforschers John Naisbitt. Aufbauend auf seiner Arbeit versteht die Zukunftsforschung heute unter Megatrends „langfristige globale Trends“. Die Forscher unterscheiden sich jedoch in den genauen Definitionen der zeitlichen Dimension (wie lang ist langfristig?), der gesellschaftlichen und geografischen Auswirkungen und bei der Entstehung und Entfaltung solcher Trends. Weitgehende Einigkeit besteht zumindest darüber, dass ein Megatrend eine Lebensdauer von mindestens 10 bis 20 Jahren hat, zu tiefgreifenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen führt und sich zunächst langsam entfaltet, dann aber an Dynamik gewinnt und auch temporäre Rückschläge gut wegstecken kann. Je nach Forschungsinstitut unterscheiden sich Megatrends zudem sowohl in ihrer Anzahl als auch in ihren Inhalten.

Im ersten Teil der vorliegenden Studie stellen wir die Themen vor, die wir als für die Wirtschafts- und Finanzmarktentwicklung relevanten Megatrends definieren. Wir haben uns dem Thema zunächst mit Hilfe des Instituts für Trend und Zukunftsforschung (itz) genähert,das 15 Megatrends definiert. Diese haben wir auf ihre Relevanz für die mittelfristige Wirtschafts- und Finanzmarktentwicklung untersucht. Parallel dazu haben wir uns die Frage gestellt, ob es aus der Finanzmarktperspektive noch andere Entwicklungen gibt, die den Kriterien eines Megatrends entsprechen. Um möglichst fokussiert zu bleiben, haben wir uns schließlich auf folgende sechs Megatrends konzentriert, von denen deutsche Unternehmen und Banken betroffen sind:

  • Digitalisierung
  • Demografischer Wandel
  • Energie und Klimawandel
  • Niedrigzins und hohe Verschuldung
  • Politische Rahmenbedingungen und Regulatorik
  • Passivierung

Megatrends dürfen nicht separat voneinander betrachtet werden

Während die ersten drei Trends, vielleicht in leicht abgewandelter Form, auf dem Radar jedes Zukunftsforschers zu finden sind, wirken die übrigen in diesem Bereich eher exotisch. Wir sind jedoch der Meinung, dass es sich bei diesen Themen angesichts ihrer potenziellen Auswirkungen auf Wirtschafts- und Finanzmarktentwicklungen ebenfalls um Megatrends handelt. Wir verstehen unsere sechs Megatrends als Oberkategorien, unter denen sich eine ganze Reihe von (auch von „echten“ Zukunftsforschern genannten) Megatrends subsumieren lassen. So ist zum Beispiel der häufig genannte Megatrend Urbanisierung ebenso wie das Thema Gesundheit im Trend „Demografischer Wandel“ anzusiedeln. Megatrends entwickeln sich nicht unabhängig voneinander, und es gibt eine Reihe von Querverbindungen und gegenseitigen Interdependenzen (siehe Grafik). So gibt es beispielsweise viele Anknüpfungspunkte zwischen den Megatrends „Niedrigzins und hohe Verschuldung“ und „Politische Rahmenbedingungen und Regulatorik“.

Auswirkungen der Megatrends auf Finanzmarkt- und Wirtschaftsfaktoren

Den Auswirkungen der Megatrends auf Wirtschafts- und Finanzmarktentwicklungen widmen wir uns im zweiten Teil dieser Studie. Dabei geben wir zunächst einen Überblick, wie sich die Megatrends in der mittleren Frist auf die verschiedenen Assetklassen sowie auf die Länder- und Branchenallokation auswirken. Anschließend skizzieren wir für jeden dieser Finanzmarkt- bzw. Wirtschaftsfaktoren den Einfluss der jeweils bedeutendsten Megatrends.

Auswirkungen auf Wirtschaft und Finanzmärkte meist in der mittleren Frist

Aufgrund der langfristigen Wirkung von Megatrends und des gleichzeitigen Auftretens verschiedener Trends sind die Auswirkungen auf kurzfristige Entwicklungen auf aggregierter Ebene empirisch nur schwer nachweisbar. Auf Unternehmensebene werden aber selbst in der kurzen Frist Ausprägungen dieser Trends spürbar, z.B. wenn durch eine digitale Innovation das Geschäftsmodell eines Unternehmens/einer Branche zerstört wird und sich gleichzeitig Start-Ups erfolgreich positionieren. Auch in der mittleren Frist (bis fünf Jahre) bleibt der Nachweis des Einflusses von Megatrends auf aggregierter Ebene schwierig. Dennoch sollten hier schon klare Anzeichen zu erkennen sein, wie sich die Megatrends auf das Wachstumspotenzial einzelner Ökonomien und Branchen auswirken oder die Entwicklung an den Finanzmärkten beeinflussen.

Megatrends beeinflussen Investitionsentscheidungen

Je nach Megatrend kann der zeitliche Horizont der Auswirkungen sehr unterschiedlich sein. Während sich einige Veränderungen politischer und regulatorischer Rahmenbedingungen gleichsam über Nacht in der Asset-Allokation bemerkbar machen, ist in anderen Bereichen erst in den kommenden Jahrzenten mit spürbaren Auswirkungen zu rechnen. Aber selbst dann kann dies bereits Relevanz für heutige Investitionsentscheidungen haben. Sollten sich z.B. Kreditgeber oder Ratingagenturen bei der Mittelvergabe oder der Bonitätsbewertung aufgrund zu erwartender negativer Auswirkungen eines Megatrends auf die längerfristige Entwicklung von Unternehmen oder Ländern zurückhalten, könnte sich das bereits heute in einem Anstieg der Risikoprämien oder einer anderweitigen Straffung der Finanzierungskonditionen (z.B. nur noch kurze Laufzeiten) bemerkbar machen. In diesem Fall würden die künftigen Auswirkungen eines Megatrends Investitionsentscheidungen schon heute deutlich beeinflussen.

Lesen Sie weiter Megatrends - Den Blick über den Tellerrand wagen (15.04.2016)

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