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Neun-Monats-Bericht 2011: BayernLB verdient vor Steuern 152 Mio. Euro

16. November 2011

München - Die BayernLB weist für die ersten neun Monate des Jahres 2011 ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 152 Mio. Euro aus. Den Überschuss erwirtschaftete die Bank in ihrem Kerngeschäft mit Unternehmens-, Immobilien- und Privatkunden sowie den Sparkassen und der Öffentlichen Hand. Der zufriedenstellende operative Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen spiegelt sich im leichten Anstieg von Zins- und Provisionsüberschuss gegenüber den jeweiligen Vorjahreswerten wider. Ein Vergleich des Neun-Monats-Ergebnisses mit dem Vorjahreswert in Höhe von 669 Mio. Euro ist nur bedingt aussagekräftig: Im laufenden Jahr muss der BayernLB-Konzern beispielsweise erstmals die deutsche Bankenabgabe abführen und Buchverluste in Folge der Staatsschuldenkrise berücksichtigen, während 2010 Einmaleffekte und Wertaufholungen an den Finanzmärkten die Erfolgsrechnung positiv beeinflusst hatten.

Ein in Ungarn im September angeordneter enteignungsgleicher Eingriff in die Vertragsbeziehungen zwischen Bank und Kunden überlagerte im dritten Quartal das profitable Kerngeschäft der neuen BayernLB. Ein vom Parlament in Budapest im Schnellverfahren verabschiedetes Gesetz ermöglicht es ungarischen Privatleuten, bis Ende Februar 2012 Fremdwährungskredite zu marktfernen Konditionen abzulösen. Der Bankensektor wird dadurch erheblich belastet, da die Finanzinstitute die Differenz zum marktgerechten Tauschverhältnis tragen müssen. Die ungarische Konzern-Tochter MKB bildete vorsorglich eine Rückstellung in Höhe von 108 Mio. Euro, die das von der BayernLB ausgewiesene Quartalsergebnis in Höhe von -92 Mio. Euro maßgeblich prägte. Ohne diesen politisch motivierten Eingriff hätte die BayernLB auch im dritten Quartal einen Überschuss erzielt. Der ungarische Bankenverband bezweifelt die Vereinbarkeit des Gesetzes mit geltendem nationalen und EU-weitem Recht und hat Klage eingereicht.

Weitere Ergebnisbelastungen im dritten Quartal verursachte die sich zuspitzende Staatsschuldenkrise. Die BayernLB schrieb die im Konzern ausschließlich von den Töchtern DKB und Banque LBLux gehaltenen griechischen Staatsanleihen auf den Marktwert zum 30. September 2011 ab. Dadurch ergab sich ein Bewertungsverlust in Höhe von 25 Mio. Euro auf Konzernebene, nachdem die Bonds zum Halbjahr bereits um 79 Mio. Euro abgewertet worden waren. Die Griechenland-Staatsanleihen standen damit zum Ende des dritten Quartals noch mit rund 47 Prozent ihres Nominalwertes in Höhe von 165 Mio. Euro in der Konzernbilanz.

Gerd Häusler, Vorstandsvorsitzender der BayernLB, zur Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten 2011: "Das solide Kerngeschäft der neuen BayernLB wurde von bedauerlichen Verlusten in anderen Bereichen überschattet. Zins- und Provisionsergebnis sowie eine niedrige Risikovorsorge im Kerngeschäft zeigen erneut, dass das Geschäftsmodell der neu aufgestellten Bank funktioniert. Im Ergebnis haben uns leider die staatlichen Eingriffe in Ungarn sowie die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise daran gehindert, die Reihe von zuvor sechs positiven Quartalen fortzusetzen. Den Umbau der Bank setzen wir entschlossen und zügig um."

Erfolgszahlen der ersten neun Monate 2011

Der Zinsüberschuss liegt mit 1.444 Mio. Euro um 1,9 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Steigerungen im Inlandsgeschäft und bei der DKB haben rückläufige Beiträge aus den Auslandsniederlassungen und der MKB überkompensiert.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich auf -323 Mio. Euro (Vj.: -378 Mio. Euro). Rund 70 Prozent davon entfallen auf die MKB. Darin enthalten sind unter anderem die Rückstellungen für die zu erwartenden Verluste in Folge der Ablösung von Fremdwährungskrediten. Unabhängig davon ist der Risikovorsorgebedarf der MKB aufgrund der wirtschaftlichen Situation in Ost- und Südosteuropa weiterhin erhöht. In der BayernLB-Kernbank liegt der Vorsorgebedarf unverändert auf niedrigem Niveau.

Den Provisionsüberschuss steigerte die BayernLB leicht um 3 Mio. Euro auf 189 Mio. Euro. Ein verbessertes Provisionsergebnis der DKB und geringere an den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung abzuführende Gebühren haben den geschäftsbedingten Rückgang bei der MKB mehr als ausgeglichen.

Das Ergebnis aus der Fair Value-Bewertung einschließlich des Ergebnisses aus Sicherungsgeschäften beträgt für die ersten neun Monate des Jahres 166 Mio. Euro. Der Vorjahreswert in Höhe von 547 Mio. Euro ist aufgrund der darin enthaltenen, hohen marktbedingten Zuschreibungen in den Investmentportfolios nicht vergleichbar. Das Ergebnis des kundengetriebenen Handelsgeschäfts betrug 66 Mio. Euro (Vj.: 200 Mio. Euro). Hierin berücksichtigt sind sogenannte Fair Value Adjustments, die im dritten Quartal negativ zu Buche schlugen und das Neun-Monats-Ergebnis insgesamt mit -63 Mio. Euro belasten. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen das gesunkene Zinsniveau. Niedrigere Zinsen führen zu steigenden Marktwerten der OTC-Zinsswaps und dementsprechend zu einer Erhöhung der Abschläge, die für die kontrahenten-spezifischen Risiken dieser Derivate vorzunehmen sind. Daneben ergaben sich höhere Abschläge auch aus Ratingverschlechterungen einiger Geschäftspartner. Im Vergleich zum Halbjahresergebnis führten die gefallenen Zinsen im dritten Quartal zudem zu Bewertungsverlusten bei Zinsderivaten.

Im ersten Halbjahr 2011 belasteten Bewertungsergebnisse aus Cross Currency Swaps in Höhe von -78 Mio. Euro. Hier kam es aufgrund der Euroschwäche marktbedingt zu deutlichen Wertaufholungen, sodass per 30. September 2011 ein positiver Beitrag in Höhe von 22 Mio. Euro aus diesen Instrumenten verbleibt. Das Ergebnis aus der Fair Value Option belief sich auf 7 Mio. Euro (Vj.: 12 Mio. Euro), das aus Sicherungsgeschäften (Hedge Accounting) betrug 56 Mio. Euro (Vj.: 10 Mio. Euro).

Das Ergebnis aus Finanzanlagen beläuft sich auf -145 Mio. Euro (Vj.: -126 Mio. Euro). Darin enthalten sind unter anderem die Wertkorrekturen auf die von der DKB und der Banque LBLux gehaltenen griechischen Staatsanleihen in Höhe von insgesamt -104 Mio. Euro.

Der Verwaltungsaufwand liegt mit -1.102 Mio. Euro im Plan und auf Vorjahresniveau (Vj.: -1.096 Mio. Euro).

Als Aufwand für Bankenabgaben buchte der BayernLB-Konzern per 30. September -115 Mio. Euro (Vj.: -38 Mio. Euro). Davon entfielen -61 Mio. Euro auf die BayernLB, -51 Mio. Euro auf die MKB und -4 Mio. Euro auf die DKB. Mit diesen Beträgen sind die für das Gesamtjahr 2011 kalkulierten Aufwendungen vollständig erfasst.

Das Restrukturierungsergebnis belief sich im BayernLB-Konzern auf -10 Mio. Euro. Der hohe positive Vorjahreswert von 124 Mio. Euro war durch einmalige Erträge in Höhe von 166 Mio. Euro geprägt, die sich maßgeblich aus restrukturierungsbedingten Pensionsplanänderungen ergeben hatten.

Bilanzpositionen und Kennzahlen zum 30. September 2011

Die BayernLB reduzierte ihre Bilanzsumme zum 30. September 2011 im Vergleich zum Jahresultimo 2010 um 3,3 Mrd. Euro auf 313,1 Mrd. Euro.

Der bewusste Geschäftsumbau zeigt sich in weiter gesunkenen Auslandsengagements bei gleichzeitigem Anstieg der inländischen Aktivitäten. Insgesamt stiegen die Kundenforderungen um 0,7 Prozent auf 156,6 Mrd. Euro. Hierbei ermäßigten sich die Forderungen an ausländische Kunden um 3,1 Mrd. Euro auf 42,9 Mrd. Euro, während die Forderungen an inländische Kunden unter anderem im wachsenden Mittelstandsgeschäft um 4,2 Mrd. Euro auf 113,7 Mrd. Euro weiter ausgebaut wurden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden konnten um 3,1 Mrd. Euro auf 94,8 Mrd. Euro erhöht werden, während die verbrieften Verbindlichkeiten, dem niedrigeren Refinanzierungsbedarf entsprechend, um 4,4 Mrd. Euro auf 75,1 Mrd. Euro reduziert wurden.

Die Kernkapitalquote der BayernLB belief sich zum 30. September auf 11,6 Prozent.

Segmentberichterstattung

Im Segment Corporates, Mittelstand & Privatkunden erzielte die BayernLB in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 295 Mio. Euro (Vj.: 435 Mio. Euro). Zins- und Provisionsüberschuss stiegen deutlich an, wozu insbesondere die DKB beitrug. Der Mittelstandsbereich führte seine Wachstumsstrategie erfolgreich fort und übertraf auf Neun-Monats-Sicht die ehrgeizigen Ertragsziele. Das Kreditvolumen stieg um circa 20 Prozent und es wurden mehr als 180 Neukunden gewonnen. Belastet wurde das Segmentergebnis durch die Abschreibungen auf die von DKB und Banque LBLux gehaltenen griechischen Staatsanleihen in Höhe von insgesamt 104 Mio. Euro. Die DKB konnte ihr Vorsteuerergebnis aufgrund des guten Kundengeschäfts mit den Säulen Privatkunden, Firmenkunden und Infrastruktur mit 86 Mio. Euro dennoch auf Vorjahresniveau (88 Mio. Euro) halten. Die Banque LBLux weist ein negatives Vorsteuerergebnis von -37 Mio. Euro (Vj.: 21 Mio. Euro) aus.

Das Segment Immobilien & Sparkassen/Verbund steigerte das Vorsteuerergebnis gegenüber dem Vorjahreswert um 56 Mio. Euro auf 221 Mio. Euro.

Dazu trug unter anderem der deutlich reduzierte Risikovorsorgebedarf bei. Im Immobiliengeschäft erzielte die BayernLB gute Neugeschäftszahlen und steigerte die Erträge im Berichtszeitraum um 12 Prozent. Der Bereich Sparkassen & Verbund profitierte vom guten Geschäft mit Kapitalmarktprodukten und von der Position der BayernLB als einer der führenden Großhändler von physischen Edelmetallen insbesondere im Auftrag von Sparkassen.

Das Vorsteuerergebnis des Segments Markets war insbesondere durch temporäre Bewertungseffekte geprägt und belief sich auf -94 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr wirkten sich insbesondere kontrahentenspezifische Fair Value-Adjustments sowie Bewertungseffekte aus der Zins- und Währungssteuerung negativ im Ergebnis aus. Enthalten ist zudem mit -35 Mio. Euro der Aufwand für die zu Beginn des Geschäftsjahres 2011 erworbene strategische Liquiditätsreserve. Das Ergebnis mit Finanzinstitutionen und Institutionellen Kunden sowie das Geschäft mit den Kunden aus den Bereichen Corporates, Mittelstand, Sparkassen und Immobilien entwickelte sich positiv. In diesem Zusammenhang wurden Kundenerträge in Höhe von 196 Mio. Euro erwirtschaftet. 96 Mio. Euro davon werden den anderen Segmenten kundenspezifisch verrechnet.

Das Segment Osteuropa umfasst ausschließlich die MKB und weist insbesondere wegen des neuen Gesetzes zur Ablösung von Fremdwährungskrediten in Ungarn ein deutlich negatives Vorsteuerergebnis in Höhe von -186 Mio. Euro aus. Gemindert wurde das Ergebnis zusätzlich von der ungarischen Bankenabgabe in Höhe von -51 Mio. Euro. Belastend blieb das anhaltend schwache konjunkturelle Umfeld in Ost- und Südosteuropa.

Das Segment Restructuring Unit lieferte in den ersten neun Monaten des Jahres vor Steuern einen Ergebnisbeitrag in Höhe von 89 Mio. Euro (Vj.: 246 Mio. Euro). Seit Jahresbeginn hat sich das Nominalvolumen in den Investment- und Kreditportfolios um 10 Mrd. Euro auf rund 30 Mrd. Euro zum 30. September reduziert. Damit kommt der Abbau weiterhin deutlich zügiger voran als geplant.

Ausblick für das Gesamtjahr 2011

Die BayernLB erwartet trotz der sich abzeichnenden Eintrübung der Konjunktur in ihren Kernmärkten einen weiterhin stabilen Verlauf des operativen Kundengeschäfts im laufenden vierten Quartal.

Die Entwicklung an den Finanzmärkten im Zuge der sich zuspitzenden Staatsschuldenkrise und Belastungen aufgrund weiterer politischer Eingriffe lassen sich derzeit nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit abschätzen. Auch die Höhe der Belastungen aus dem in Ungarn unerwartet verabschiedeten Gesetz zur Ablösung von Fremdwährungskrediten und mögliche Ausgleichsmaßnahmen können noch nicht verlässlich vorhergesagt werden. Laut Gesetz können die Kreditkunden den Umtausch ihrer Verbindlichkeiten bis zum 31. Dezember 2011 anmelden und bis spätestens 29. Februar 2012 vollziehen. Aufgrund dieser Unwägbarkeiten verzichtet der Vorstand der BayernLB auf eine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2011.

Die BayernLB wird zum Jahresende über eine solide Kapitalbasis sowie eine komfortable Liquiditätsausstattung verfügen. Die Aufsichtsbehörde EBA hatte bei einer im Oktober durchgeführten Blitzumfrage zum Staatsanleihen-Engagement der europäischen Großbanken festgestellt, dass bei der BayernLB keine Kapitalmaßnahmen erforderlich sind. Den Refinanzierungsbedarf bis in das zweite Quartal 2012 konnte die BayernLB bereits decken.

Der Konzern-Finanzbericht der BayernLB zum 30. September 2011 steht unter www.bayernlb.de in deutscher und englischer Sprache als PDF-Dokument zum Abruf bereit.

Erfolgszahlen
in Mio. Euro 01.01.-30.09.2011 01.01.-30.09.2010 Veränderung
in Prozent/
Pp
Zinsüberschuss 1.444 1.418 1,9
Risikovorsorge im Kreditgeschäft -323 -378 -14,4
Provisionsüberschuss 189 186 1,5
Ergebnis aus der Fair Value
Bewertung
110 537 -79,6
Ergebnis aus Sicherungs-
geschäften (Hedge Accounting)
56 10 >100,0
Ergebnis aus Finanzanlagen -145 -126 14,5
Ergebnis aus at-Equity
bewerteten Unternehmen
-12 2 -
Verwaltungsaufwand -1.102 -1.096 0,6
Aufwand für Bankenabgaben -115 -38 >100,0
Sonstiges Ergebnis 60 30 96,8
Restrukturierungsergebnis -10 124 -
Ergebnis vor Steuern 152 669 -77,3
Quartalsvergleich
in Mio. Euro 3. Quartal 2011 2. Quartal 2011 1. Quartal 2011
Zinsüberschuss 468 497 479
Risikovorsorge im Kreditgeschäft -211 -63 -49
Provisionsüberschuss 64 67 58
Ergebnis aus der Fair Value
Bewertung
-41 91 60
Ergebnis aus Sicherungs-
geschäften (Hedge Accounting)
10 10 36
Ergebnis aus Finanzanlagen -31 -69 -45
Ergebnis aus at-Equity
bewerteten Unternehmen
-20 0 8
Verwaltungsaufwand -369 -370 -363
Aufwand für Bankenabgaben -27 -18 -70
Sonstiges Ergebnis 68 -45 37
Restrukturierungsergebnis -3 -5 -2
Ergebnis vor Steuern -92 95 149
Ausgewählte Bilanzzahlen nach IFRS
in Mio. Euro 30.09.2011 31.12.2010 Veränderung
in Prozent
Bilanzsumme 313.050 316.354 -1,0
Forderungen an Kreditinstitute 54.785 61.688 -11,2
Forderungen an Kunden 156.570 155.414 -0,7
Handelsaktiva 46.743 40.924 14,2
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 77.377 83.171 -7,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 94.815 91.734 3,4
Handelspassiva 33.961 30.918 9,8
Kennzahlen
30.09.2011 31.12.2010 Veränderung
in Prozent/Pp
Kernkapitalquote (in Mrd. Euro) 13,6 13,9 -2,3
Risikopositionen (in Prozent) 11,6 11,2 0,4 Pp
Risikopositionen (in Mrd. Euro) 117,1 123,9 -5,4

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