BayernLB

16.03.2017 | Presseinformation

BayernLB setzt erfolgreiche Entwicklung fort: 708 Mio. Euro vor Steuern erwirtschaftet

  • Ergebnis im Vergleich zum starken Vorjahr nochmals um 9,6 Prozent gesteigert
  • Sehr gutes operatives Ergebnis in allen Kundensegmenten; Kreditvolumen an Firmen- und Immobilienkunden erhöht, DKB gewinnt rd. 400.000 neue Privatkunden
  • Hohe Portfolioqualität führt zu niedriger Risikovorsorge von -87 Mio. Euro; mit NPL-Quote von 1,6 Prozent Spitzenposition im deutschen Bankenmarkt
  • Cost-Income-Ratio mit 59,3 Prozent weiterhin im Zielkorridor
  • Solide CET 1-Quoten: nach Rückzahlung an Freistaat Bayern aus eigener Kraft wieder gesteigert auf phase in 14,7 Prozent und fully loaded 13,2 Prozent

München– Die BayernLB hat 2016 ihr Ergebnis weiter gesteigert und einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 708 Mio. Euro erwirtschaftet. Damit konnte die Bank das Ergebnis des starken Vorjahrs (646 Mio. Euro) deutlich übertreffen. Alle Kundensegmente der BayernLB haben einen positiven Beitrag zum Ergebnis geleistet.

„Wir haben unsere erfolgreiche Entwicklung auch im Jahr 2016 fortgesetzt und unsere Position in der Spitzengruppe der deutschen Firmenkunden- und Immobilienbanken weiter gefestigt. Im Privatkundengeschäft konnten wir die starke Stellung der DKB als einer der Marktführer im digitalen Banking mit fast 400.000 neuen Kunden weiter ausbauen“, so der Vorstandsvorsitzende der BayernLB, Johannes-Jörg Riegler. „Dem herausfordernden Marktumfeld, das mit niedrigen Zinsen, stetig steigenden Kosten für Regulatorik und intensivem Wettbewerb für Banken inzwischen längst zum New Normal geworden ist, haben wir unser starkes Kundengeschäft und effizientes Wirtschaften entgegengesetzt“, sagte Riegler. Mit Blick auf die kommenden Jahre erklärte er: „Um in diesen herausfordernden Zeiten die nötigen Zukunftsinvestitionen abzusichern, haben wir Ende 2016 ein Effizienzprogramm gestartet, das weit über bloßes Kostenbewusstsein hinausgeht. Dabei gilt es, durch die stete Förderung von unternehmerischem Denken und Handeln, von Eigenverantwortung und Innovationskultur die moderne, agile Organisation unseres Hauses weiter voranzutreiben. Mit Blick auf unsere operative Effizienz steht vor allem die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer digitalen Plattformen im Fokus, um unseren Kunden mit zukunftsorientierten Bankinglösungen zur Seite zu stehen.“

Der Zinsüberschuss der BayernLB ist wegen des anhaltend niedrigen Zinsniveaus und des reduzierten Geschäftsumfangs im vergangenen Jahr auf 1.475 Mio. Euro zurückgegangen (Vj.: 1.612 Mio. Euro). Den Provisionsüberschuss konnte die Bank dagegen leicht auf 296 Mio. Euro steigern (Vj.: 289 Mio. Euro).

Für die Risikovorsorge im Kreditgeschäft musste die BayernLB nur den niedrigen Wert von -87 Mio. Euro ausweisen (Vj.: -264). Dies spiegelt die hohe Qualität des Kreditportfolios der BayernLB wider und ist zudem das Ergebnis erfolgreicher Restrukturierungen. Die BayernLB arbeitet kontinuierlich an der weiteren Verbesserung ihres Portfolios und konnte den Anteil an Non-Performing Loans (NPL) weiter verringern. Die NPL-Quote lag zum Jahresende 2016 bei hervorragenden 1,6 Prozent (Vj.: 2,4 Prozent). 

Das Ergebnis aus der Fair-Value-Bewertung erhöhte sich auf 142 Mio. Euro (Vj.: -56 Mio. Euro). Das Ergebnis aus Finanzanlagen betrug 274 Mio. Euro (Vj.: 286 Mio. Euro). Darin enthalten sind 144 Mio. Euro aus dem Verkauf der Anteile an der Visa Europe Ltd. und 28 Mio. Euro aus dem Verkauf der Anteile an der Deutschen Factoring Bank.

Der Verwaltungsaufwand hat sich vor allem aufgrund gestiegener Aufwendungen für die Erfüllung regulatorischer Anforderungen sowie Aufwendungen für Pensionsrückstellungen auf 1.280 Mio. Euro erhöht (Vj.: 1.168 Mio. Euro). Einen stärkeren Anstieg konnte die BayernLB durch das Kostensenkungsprogramm verhindern, das die Bank 2013 gestartet hat und seither konsequent umsetzt. Flankiert wird dieses Programm künftig durch ein zusätzliches Effizienzprogramm, das die BayernLB Ende 2016 auf den Weg gebracht hat. Der Aufwand aus Bankenabgabe und Einlagensicherung belastete das Ergebnis mit insgesamt 88 Mio. Euro (Vj.: 90 Mio. Euro). Die Bankenabgabe hatte daran einen Anteil von 51 Mio. Euro (Vj.: 39 Mio. Euro), der Beitrag zum Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe betrug 37 Mio. Euro (Vj.: 50 Mio. Euro).

Durch den nun weitestgehend erfolgten Abbau des Nicht-Kerngeschäfts hat die BayernLB ihre Bilanzsumme im vergangenen Jahr auf 212,1 Mrd. Euro reduziert (Vj.: 215,7 Mrd. Euro). Die risikogewichteten Aktiva (RWA) wurden durch weitere Optimierungsmaßnahmen sowie ebenfalls durch die Reduzierung des Nicht-Kerngeschäfts auf 65,2 Mrd. Euro verringert (Vj.: 69,6 Mrd. Euro).

Die harte Eigenkapitalquote (CET 1-Quote) der BayernLB lag zum Jahresultimo bei robusten 14,7 Prozent (Vj.: 15,1 Prozent). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultiert vor allem aus der im April 2016 vorgenommenen Rückführung der stillen Einlage in Höhe von 1,3 Mrd. Euro an den Freistaat Bayern. Die für die Einschätzung der zukünftigen Kapitalstärke wichtige „fully loaded“-Quote hat sich dagegen erhöht. Sie stieg von 12,0 Prozent auf 13,2 Prozent. Die Cost-Income-Ratio (CIR) der BayernLB lag mit 59,3 Prozent weiterhin im Zielkorridor (Vj.: 53,6 Prozent). Ihre Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity – RoE) hat die BayernLB im vergangenen Jahr auf 8,1 Prozent erhöht (Vj.: 6,7 Prozent).

Die erfolgreiche Entwicklung der BayernLB wurde 2016 auch durch Ratingupgrades bestätigt. Moody’s hat das langfristige Emittentenrating der BayernLB Anfang des Jahres 2016 auf A2 angehoben. Fitch verbesserte das Standalone-Rating (Viability Rating) der BayernLB im Mai um zwei Notches auf bbb.

 

Leistungsfähiges Asien-Netzwerk für deutsche Unternehmen durch strategische Partnerschaft mit der Standard Chartered Bank

Die BayernLB führt die bewährte Strategie fort, ihr Angebot gezielt durch strategische Kooperationen mit komplementären Partnern zu erweitern und so ihren Kunden auch in Bereichen, auf die sie selbst nicht spezialisiert ist, Produkte und Dienstleistungen in Spitzenqualität zu bieten. Im November vergangenen Jahres hat die BayernLB mit der Standard Chartered Bank eine Partnerschaft zur Zusammenarbeit bei Handelsfinanzierungen in Asien geschlossen. Dadurch kann die BayernLB deutsche Unternehmen und Sparkassen nun noch besser als bisher flächendeckend im Asiengeschäft betreuen. Die bereits 2015 mit der Privatbank Berenberg gestartete Kooperation hat sich im vergangenen Jahr durch die gemeinsame Begleitung von Börsengängen und weiteren Eigenkapitalmaßnahmen am Markt bewährt.

 

Segmentergebnisse

Die BayernLB konzentriert sich auf ihr zukunftsgerichtetes Kerngeschäft mit großen und mittleren Unternehmen, Immobilienkunden, Sparkassen und den mehr als drei Millionen Privatkunden ihrer Tochtergesellschaft DKB. Den Abbau ihres Nicht-Kerngeschäfts hat die BayernLB auch im vergangenen Jahr mit hohem Tempo vorangetrieben und nun wesentlich früher als ursprünglich vorgesehen weitestgehend abgeschlossen. Daher erfolgt für das Geschäftsjahr 2016 letztmalig die Abbildung der Non-Core Unit als eigenständiges Segment.

 

Corporates & Mittelstand

Die BayernLB konnte die operativen Erträge aus Zins- und Provisionsüberschuss im Segment Corporates & Mittelstand trotz des nach wie vor schwierigen Zinsumfelds mit insgesamt 418 Mio. Euro weitgehend stabil halten (Vj.: 432 Mio. Euro). Auch die im Kundengeschäft mit Financial Markets Produkten erzielten Erträge lagen auf ähnlich erfreulichem Niveau wie im Vorjahr. Dass das Vorsteuerergebnis des Segments dennoch auf 203 Mio. Euro zurückging (Vj.: 282 Mio. Euro), liegt im Wesentlichen an der Entwicklung der Risikovorsorge. Diese trug mit 8 Mio. Euro zwar positiv zum Ergebnis bei (Vj.: 65 Mio. Euro), hatte im Vorjahr aber von deutlich höheren Eingängen auf abgeschriebene Forderungen profitiert. Auch 2016 konnte die BayernLB im Segment Corporates & Mittelstand das Kreditvolumen leicht erhöhen. Zudem hat sie im Firmenkundengeschäft erneut eine dreistellige Anzahl neuer Kunden gewonnen und so ihre Position als einer der führenden Unternehmensfinanzierer in Deutschland weiter gefestigt.

 

Immobilien & Sparkassen/Verbund

Im Segment Immobilien & Sparkassen/Verbund lag das Ergebnis vor Steuern mit 203 Mio. Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahrs (Vj.: 212 Mio. Euro). Im Bereich Immobilien konnte das Neugeschäftsvolumen mit 4,9 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr erneut gesteigert werden (Vj.: 4,4 Mrd. Euro). Das Vorsteuerergebnis im Bereich Immobilien betrug 127 Mio. Euro (Vj.: 157 Mio. Euro), das Vorjahresergebnis hatte von höheren Auflösungen der Risikovorsorge profitiert. Im Bereich Sparkassen & Verbund wurde vor Steuern ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt (Vj.: 9 Mio. Euro). Ausschlaggebend für den Rückgang waren vor allem die hohe Liquiditätsausstattung der BayernLB und der daraus resultierende geringere Refinanzierungsbedarf sowie das niedrige Zinsniveau. Dieses trug zwar zu einem Umsatzrekord beim Handel mit Goldmünzen und -barren bei, belastete aber die Nachfrage nach Kapitalmarktprodukten. Die BayernLabo, das Förderinstitut der BayernLB, hat mit 77 Mio. Euro ein deutlich höheres Ergebnis erzielt als im Vorjahr (Vj.: 47 Mio. Euro).

 

DKB

Im Segment DKB wurde die positive Geschäftsentwicklung fortgesetzt. Das Ergebnis vor Steuern stieg auf 381 Mio. Euro (Vj.: 336 Mio. Euro). Eine wesentliche Ursache für den Anstieg ist der Ertrag aus dem Verkauf der Anteile an der Visa Europe Ltd., den mit 132 Mio. Euro vor allem die DKB vereinnahmte. Der Zinsüberschuss des Segments DKB konnte trotz des weiterhin schwierigen Zinsumfelds mit 786 Mio. Euro stabil gehalten worden (Vj.: 789 Mio. Euro). Mit fast 400.000 neu gewonnenen Privatkunden hat die DKB im Jahr 2016 ihre Position als einer der Marktführer im digitalen Banking in Deutschland weiter gefestigt.

 

Financial Markets

Die BayernLB konnte die erwirtschafteten Erträge aus dem Kundengeschäft mit Financial Markets Produkten leicht steigern. Sie werden unter den jeweiligen Kundensegmenten ausgewiesen. Das Vorsteuerergebnis des Segments Financial Markets lag bei 29 Mio. Euro (Vj.: 145 Mio. Euro). Das Ergebnis war maßgeblich vom Rückgang des Zinsüberschusses geprägt, der insbesondere auf das niedrige Zinsniveau zurückgeht. Daneben hatten auch Bewertungseffekte erneut wesentliche Ergebnisauswirkungen. So belastete z.B. die Bewertung eigener Emissionen infolge der verbesserten Bonität der BayernLB das Ergebnis.

 

Non-Core-Unit

Im Segment Non-Core Unit fiel das Ergebnis vor Steuern mit -10 Mio. Euro deutlich besser aus als im Vorjahr (Vj.: -347 Mio. Euro). Die risikogewichteten Aktiva (RWA) wurden gegenüber dem Vorjahr erneut nahezu halbiert und beliefen sich zum Jahresende 2016 nur noch auf 2,6 Mrd. Euro (Vj.: 4,8 Mrd. Euro). Die BayernLB hat den Abbau ihres Nicht-Kerngeschäfts damit weitestgehend abgeschlossen. Seit Januar 2017 wird die Non-Core Unit nicht mehr als eigenständiges Segment geführt.          

 

Ausblick

Trotz des äußerst herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds rechnet die BayernLB aufgrund der guten Portfolioqualität und ihrer stabilen Kundenbasis auch für das Jahr 2017 mit einer soliden geschäftlichen Entwicklung. Allerdings stellen insbesondere geopolitische Risiken sowie die weitere Entwicklung des Ölpreises, der Zinsen und der Wechselkurse Unsicherheitsfaktoren dar. Die BayernLB erwartet für das Jahr 2017 erneut ein positives Ergebnis vor Steuern im mittleren dreistelligen Millionenbereich.

Die vollständige Presseinformation inkl. Tabellen finden Sie in den Downloads.

Der komplette Konzern-Finanzbericht für das Geschäftsjahr 2016 steht ab dem 28. April 2017 in deutscher und englischer Sprache zum Download bereit.