BayernLB

08.05.2018

Starkes Wachstum: BayernLB schätzt Marktvolumen für Green Bonds auf 210 Mrd. US-Dollar

  • Assetklasse „Green Bonds“ legt starkes Wachstum hin - kumuliertes Marktvolumen steigt
    auf 328 Milliarden US-Dollar
  • Bruttoneuemissionsvolumen von Green Bonds mit einem Plus von 80 Prozent auf 155,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 gestiegen
  • 210 Milliarden US-Dollar Neuemissionsvolumen für 2018 erwartet

München – Der Markt für Green bzw. Sustainable Finance hat spürbar an Fahrt aufgenommen. Mit der Veröffentlichung des „Action Plan: Financing Sustainable Growth“ im März 2018 hat die EU-Kommission einen wesentlichen Baustein zur weiteren Professionalisierung von Green Finance vorgelegt. Für das Jahr 2018 rechnen die BayernLB-Experten mit einem Anstieg des Emissionsvolumens auf 210 Milliarden US-Dollar.

Zu diesem Ergebnis kommen Experten aus der Finanzwirtschaft bei der sechsten „BayernLB Fixed Income Conference“ am 7./8. Mai 2018 in München. Im Jahr 2017 legte das Bruttoneuemissionsvolumen von Green Bonds mit einem Plus von 80 Prozent auf 155,5 Milliarden US-Dollar erneut kräftig zu, und das gesamte ausstehende Marktvolumen an Green Bonds kletterte um 85 Prozent auf rund 328 Milliarden US-Dollar.

„Weltweit wird nach Angaben der Global Sustainable Investment Alliance mittlerweile fast jeder vierte Dollar unter Beachtung von ESG-Kriterien angelegt, in Europa sogar knapp 53 Prozent“, erklärt Ralf Woitschig, der im Vor-stand der BayernLB das Geschäftsfeld Financial Markets verantwortet. Ausschlaggebend für das starke Wachstum ist neben einer steigenden Anzahl von Emittenten auch die wachsende Anzahl von Investoren, die auf nachhaltige Investments setzen.

„Es sind nicht mehr nur Kirchen oder Stiftungen, die ihr Vermögen nach nachhaltigen Kriterien anlegen. Auch Versorgungswerke, Pensionskassen, Versicherer und Unternehmen interessieren sich sehr für Green bzw. Sustainanble Finance-Produkte“, sagt Woitschig. „Wir sehen das steigende Interesse der klassischen Investoren in unseren Orderbüchern“.

Bis zum Jahr 2016 bildeten nationale und supranationale Förderbanken bei den jährlichen Emissionsvolumina die größte Emittentengruppe am Green Bond Markt. 2017 nahmen Unternehmen aus dem Nicht-Finanzsektor mit einem Anteil von 25 Prozent erstmals den Spitzenplatz vor den Förderbanken (23 Prozent) ein. Bezogen auf das aktuell ausstehende Marktvolumen von Green Bonds in Höhe von 328 Milliarden US-Dollar stellen die Förderbanken nach wie vor die bedeutendste Gruppe (27 Prozent), jedoch nur noch mit hauchdünnem Vorsprung auf die Unternehmen aus dem Nicht-Finanzsektor (26 Prozent). Stark zugelegt haben in den letzten Jahren auch die Anteile der Finanzunternehmen (15 Prozent) sowie von Green ABS (14 Prozent). Letztere bestehen weitestgehend aus Emissionen der staatlich geförderten US-Hypothekenbank Fannie Mae.

Im Hinblick auf die Herkunftsländer der Green Bond Emittenten hat sich die Struktur innerhalb der vergangenen Jahre ebenfalls stärker diversifiziert. Neben den Supranationals (wie z.B. die Weltbank und die EIB), die sich keinem einzelnen Land direkt zuordnen lassen und aktuell einen Anteil von 15 Prozent am ausstehenden Marktvolumen aufweisen, stammen die Green Bond Emissionen zu 23 Prozent von Emittenten aus den USA, gefolgt von China (13 Prozent) und Frankreich (12 Prozent). Deutschland rangiert mit 7 Prozent auf Platz vier.