BayernLB

14.08.2020

BayernLB erzielt im ersten Halbjahr 2020 ein positives Vorsteuerergebnis von 158 Mio. Euro

  • Stabile operative Geschäftsentwicklung: Zinsüberschuss auf Vorjahresniveau, Provisionsüberschuss leicht gesteigert
  • Unterstützung der Kunden durch hohe Zahl von Förderkrediten – gemeinsam mit den bayerischen Sparkassen und im Direktgeschäft
  • Risikovorsorge auf 75 Mio. Euro erhöht, um potenzielle Risiken aus der Corona-Pandemie abzudecken
  • Investitionen, vor allem in die Wachstumsstrategie der DKB, führen zu Anstieg des Verwaltungsaufwands
  • Transformation trotz operativer Herausforderungen durch Corona-Pandemie unvermindert vorangetrieben; strategisches Zielbild bestätigt
  • Solide Kapitalausstattung: CET 1-Quote von 15,0 Prozent

München – Die BayernLB hat im ersten Halbjahr 2020 trotz erhöhter Risikovorsorge und Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 158 Mio. Euro erzielt (Vj.: 316 Mio. Euro). Ihre operative Ertragskraft konnte die BayernLB stabil halten, der addierte Zins- und Provisionsüberschuss von rund 1 Mrd. Euro lag sogar leicht über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Das Konzernergebnis (nach Steuern) betrug 101 Mio. Euro (Vj.: 295 Mio. Euro).

„Mit dem ersten Halbjahr 2020 sind wir trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie zufrieden, weil wir nicht nur solide operative Erträge erwirtschaftet, sondern parallel dazu die Transformation der BayernLB in unvermindertem Tempo vorangetrieben haben. Unseren Kunden stehen wir als stabiler, verlässlicher Partner zur Seite, um ihre Liquiditätsversorgung auch während der Corona-Krise sicherzustellen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der BayernLB, Stephan Winkelmeier. „Dafür haben wir Kreditprozesse teilweise vereinfacht und unsere Beratungskapazitäten vor allem auch für die Programme der staatlichen Förderbanken hochgefahren. So konnten wir, vor allem im bewährt engen Schulterschluss mit den bayerischen Sparkassen, in der ersten Jahreshälfte allein aus den Corona-Sonderprogrammen mehr als 6.000 Förderanträge mit einem Volumen von rund 2 Mrd. Euro bearbeiten“, erklärte Winkelmeier weiter.

Finanzzahlen des ersten Halbjahrs: stabile Entwicklung

Den Zinsüberschuss konnte der BayernLB-Konzern trotz des anhaltend ungünstigen Zinsumfelds auf dem Niveau des Vorjahres halten. Er lag bei 873 Mio. Euro (Vj.: 867 Mio Euro). Der Provisionsüberschuss stieg um 9,1 Prozent auf 154 Mio. Euro (Vj.: 141 Mio. Euro).

Um die potenziellen Risiken abzudecken, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu erwarten sind, hat die BayernLB die Risikovorsorge auf 75 Mio. Euro erhöht (Vj.: 10 Mio. Euro), ohne dass die Bank bislang nennenswert konkrete Einzelfälle mit akutem Risikovorsorgebedarf verzeichnet. Ihre NPL-Quote, die den Anteil notleidender Kredite am Gesamtkreditvolumen abbildet, konnte die BayernLB noch weiter senken. Sie erreicht mit 0,6 Prozent einen neuen Bestwert.

Das Ergebnis aus der Fair Value-Bewertung stieg auf 51 Mio. Euro (Vj.: -23 Mio. Euro). Es ist geprägt durch die Sonstigen Finanzgeschäfte mit 44 Mio. Euro, insbesondere durch das Geschäft mit Edelmetallen. Das Ergebnis aus Sicherungsgeschäften (Hedge Accounting) lag bei -9 Mio. Euro (Vj.: -4 Mio. Euro). Das Ergebnis aus Finanzanlagen betrug 31 Mio. Euro (Vj.: 50 Mio. Euro). Es resultiert wie im Vorjahr überwiegend aus Veräußerungserlösen aus Wertpapieren.

Investitionen, insbesondere in die Modernisierung der IT und den Vertrieb der DKB, trugen wesentlich zu einem Anstieg des Verwaltungsaufwands auf 764 Mio. Euro (Vj.: 713 Mio. Euro) bei. Der Verwaltungsaufwand bei der BayernLB-Kernbank blieb stabil. Der Aufwand aus Bankenabgabe und Einlagensicherung stieg um 23 Mio. Euro auf insgesamt 142 Mio. Euro. Hierin enthalten sind mit 68 Mio. Euro die Bankenabgabe (Vj.: 56 Mio. Euro) sowie mit 74 Mio. Euro die Beiträge zu den Einlagen-Sicherungssystemen (Vj.: 63 Mio. Euro).

Die Bilanzsumme der BayernLB erhöhte sich um 14,2 Prozent auf 258,0 Mrd. Euro (31.12.2019: 226,0 Mrd. Euro). Die Steigerung resultiert im Wesentlichen aus einer Teilnahme der BayernLB an der 3. Tranche des EZB-Langfristtenders sowie aus dem Anstieg im Fördergeschäft.

Die risikogewichteten Aktiva (RWA) erhöhten sich maßgeblich aufgrund des Volumenanstiegs auf 67,6 Mrd. Euro (31.12.2019: 64,6 Mrd. Euro).

Der Konzern verfügte im ersten Halbjahr weiterhin über eine solide Kapitalbasis. Die CET 1-Quote lag zum 30.6.2020 bei 15,0 Prozent (31.12.2019: 15,6 Prozent).

Die Cost-Income-Ratio (CIR) stieg unter anderem wegen der genannten erhöhten Investitionen auf 67,2 Prozent (Vj.: 61,2 Prozent). Die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity – RoE) lag bei 3,2 Prozent (Vj.: 6,5 Prozent).

Fortschritte im Transformationsprozess

Die BayernLB hat in den vergangenen Wochen die langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihr neues strategisches Zielbild intensiv beleuchtet. Dabei wurde die Strategie des BayernLB-Konzerns und seiner Segmente bestätigt: Die Weiterentwicklung der BayernLB von einem Institut mit universalbanknahem Geschäftsmodell zu einer fokussierten, effizienten Kundenbank mit der DKB als innovativer Digitalbank unter ihrem Konzerndach, ist der richtige Weg.

Das im Januar 2020 gestartete mehrjährige, umfangreiche Transformationsprogramm treibt der Konzern trotz operativer Herausforderungen durch die Pandemie konsequent voran. Entsprechend hat die BayernLB in den vergangenen Monaten bereits wesentliche Meilensteine erreicht, wie beispielsweise die Umsetzung erster Maßnahmen zur Ertrags- und Profitabilitätssteigerung in den Geschäftsbereichen des Konzerns sowie erster effizienzsteigernder Initiativen in allen Einheiten der Bank wie die Gründung einer Einheit „Non-Core Markets“, die weitere Verbesserung des Kreditprozesses, den Start von IT-Modernisierungsprojekten sowie den Beginn des Personalabbaus in der Kernbank. Im Rahmen der Erarbeitung konkreter Maßnahmen zur Erreichung der Kostenziele hat sich der Bedarf für den im Dezember 2019 angekündigten weiteren Stellenabbau bestätigt. Dieser wird sich voraussichtlich nochmals in einer ähnlichen Größenordnung bewegen wie der im Jahresabschluss 2019 bereits berücksichtigte Stellenabbau. Der Vorstand und die Personalvertretung der Bank stehen bezüglich der weiteren Umsetzung in einem engen und konstruktiven Austausch. Dabei steht fest: Der Abbau wird sozialverträglich erfolgen, betriebsbedingte Kündigungen hat die BayernLB bis Herbst 2022 ausgeschlossen.

Ergebnisse der operativen Kundensegmente

Die BayernLB hat mit Beginn des Geschäftsjahres 2020 ihre operativen Segmente neu geordnet und weist die Ergebnisse aus dem Kundengeschäft nun in drei statt wie bisher in vier Segmenten aus. Die angegebenen Vorjahreszahlen sind entsprechend bereinigt.

Im Segment Immobilien & Sparkassen/Finanzinstitutionen lag das Ergebnis vor Steuern mit 112 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau (Vj.: 117 Mio. Euro). Hauptergebnistreiber war erneut der Bereich „Immobilien“, der mit 67 Mio. Euro maßgeblich zum Segmentergebnis beitrug (Vj.: 79 Mio. Euro). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus einem negativen Risikovorsorgeergebnis von -9 Mio. Euro (Vj.: 18 Mio. Euro), das unter anderem der Abdeckung erwarteter Belastungen aus der Corona-Krise dient. Zins- und Provisionsüberschuss konnten aufgrund der positiven Volumen- und Margenentwicklung sogar auf 117 Mio. Euro gesteigert werden (Vj.: 100 Mio.).
Der Bereich „Sparkassen & Finanzinstitutionen“ konnte sein Vorsteuerergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern, es betrug 21 Mio. Euro (Vj.: -4 Mio. Euro). Die Erträge aus Zins- und Provisionsüberschuss lagen trotz des positiven Trends im Fördergeschäft mit 60 Mio. Euro aufgrund geringerer Erträge aus Kapitalmarktprodukten leicht unter Vorjahresniveau (Vj.: 63 Mio. Euro). Die sehr gute Entwicklung im Geschäft mit Edelmetallen trug jedoch wesentlich zu einer Ausweitung des Ergebnisses aus der Fair Value Bewertung auf 48 Mio. Euro bei (Vj.: 19 Mio. Euro).
Die BayernLabo, das Wohnungsbau-Förderinstitut der BayernLB, erwirtschaftete ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 12 Mio. Euro (Vj.: 28 Mio. Euro). Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einem negativen Ergebnis aus der Fair Value Bewertung in Höhe von -8 Mio. Euro (Vj.: 3 Mio. Euro) infolge negativer Bewertungsergebnisse aus Marktzinsschwankungen. Das Ergebnis vor Steuern der Real I.S. lag mit 9 Mio. Euro auf Vorjahresniveau (Vj.: 9 Mio. Euro). Die BayernInvest erzielte ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 2 Mio. Euro (Vj.: 5 Mio. Euro). Neben der volatilen Marktsituation im Jahr 2020 wurde das Ergebnis durch Investitionen in die IT-Infrastruktur belastet.

Das Vorsteuerergebnis des Segments Corporates & Markets, in dem nun die Geschäfte mit Firmenkunden sowie die Kapitalmarktaktivitäten der BayernLB gebündelt sind, betrug -8 Mio. Euro (Vj.: 26 Mio. Euro). Der Rückgang resultiert vor allem aus einem Risikovorsorgeergebnis von -65 Mio. Euro zur Abdeckung erwarteter Belastungen aus der Corona-Krise. Dem stand im Vorjahr ein positives Risikovorsorgeergebnis von 9 Mio. Euro aus Auflösungen und Eingängen auf abgeschriebene Forderungen gegenüber. Der Zins - und Provisionsüberschuss in Höhe von 184 Mio. Euro lag leicht unter Vorjahr (Vj.: 190 Mio. Euro). Das Ergebnis aus der Fair Value Bewertung konnte trotz Marktverwerfungen infolge der Corona-Krise auf 38 Mio. Euro (Vj.: -2 Mio. Euro) gesteigert werden. Der Anstieg geht unter anderem auf die erfreuliche Geschäftsentwicklung bei Zins- und Währungsderivaten zurück.

Das Segment DKB konnte mit einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 115 Mio. Euro das gute Vorjahresergebnis von 147 Mio. EUR erwartungsgemäß nicht erreichen. Die Gründe hierfür sind vor allem strategische Investitionen in Vertrieb und Digitalisierung, Bewertungseffekte infolge der Marktverwerfungen im Zuge der Corona-Pandemie sowie gestiegene Aufwendungen aus Bankenabgabe und Einlagensicherung. Die Summe aus Zins- und Provisionsüberschuss des Segments blieb mit 485 Mio. Euro stabil (Vj.: 478 Mio. Euro). Das Risikovorsorgeergebnis lag mit 2 Mio. Euro unter anderem aufgrund von Auflösungen und Eingängen auf abgeschriebene Forderungen deutlich über dem Vorjahr (Vj.: -42 Mio. Euro). Das Vorsteuerergebnis der zum Segment zählenden Tochter Bayern Card-Services (BCS) betrug 1 Mio. Euro (Vj.: 2 Mio. Euro). Die DKB hat die Zahl ihrer Privatkunden auf rund 4,5 Millionen (Vj.: rund 4,2 Millionen) gesteigert und damit ihre Position als zweitgrößte Direktbank und einer der Marktführer im digitalen Banking in Deutschland weiter gefestigt.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2020

Wie bereits im Rahmen der Bilanzpressekonferenz sowie bei der Veröffentlichung der Geschäftszahlen des ersten Quartals deutlich gemacht, steht der Konzern wie die gesamte Bankenbranche aufgrund der Corona-Pandemie vor außergewöhnlich hohen Unwägbarkeiten. Die negativen Folgen für die globale Wirtschaftsleistung werden erheblich sein und umso stärker ausfallen, je länger die Pandemie anhält. Dies wird auch eine weiter zunehmende Risikovorsorge erfordern. Eine belastbare Vorhersage für das Jahresergebnis 2020 ist daher derzeit weiterhin nicht seriös möglich.