BayernLB

USA eilen zunächst voraus

Die USA zeigen im Vergleich zu Europa einmal mehr Stärke. Mit der Korrektur der Impfversäumnisse dürfte Europa jedoch im Jahresverlauf beginnen, den konjunkturellen Rückstand aufzuholen.

Perspektiven Ausgabe 04/2021 (31.3.2021)

Kurz & klar

  • Wir erwarten eine deutliche Konjunkturbelebung 2021 und 2022.
  • Aufgrund der Divergenz bei den Impfungen verschiebt sich das Chance-Risiko-Profil.
  • Der Inflationsanstieg ist nur temporär, die Risiken sind aber nach oben gerichtet.
  • Trotz anhaltend lockerer Geldpolitik steigen die längerfristigen Renditen moderat an.
  • Das Umfeld für risikoreichere Assets bleibt trotz hoher Bewertungen günstig.

Video: Auf einen Espresso mit Chefvolkswirt Jürgen Michels (April 2021)

Editorial

Die USA zeigen im Vergleich zu Europa einmal mehr Stärke. Während die EU-Staaten die nächsten Lockdowns auf den Weg bringen, um die dritte Welle der Pandemie in Schach zu halten, konkretisiert die US-Administration den Zeitplan für weitere Lockerungen. Hauptgrund für diese Divergenz sind die unterschiedlichen Impfstrategien aus dem letzten Jahr. Während die damalige Trump-Regierung in den USA geklotzt hat, haben die Europäer (trotz vereinter Kräfte) gekleckert. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Fiskalpolitik, wo die Biden-Administration in diesem Jahr massive zusätzliche Programme auf den Weg gebracht hat, während die Umsetzung des EU-Wiederaufbaufonds gerade vom Bundesverfassungsgericht geprüft wird. In Folge dessen wird die US-Wirtschaft im ersten Halbjahr an Fahrt gewinnen und die Wirtschaft im Euro-Raum bestenfalls stagnieren.

Trotz der Diskrepanzen auf beiden Seiten des Atlantiks und einer Verschiebung des Chancen-Risiko-Profils haben wir unsere BIP-Prognosen unverändert gelassen. Für den Euro-Raum erwarten wir weiterhin, dass...

Lesen Sie weiter: USA eilen zunächst voraus - Perspektiven Ausgabe 04/2021

Perspektiven 5-Jahresprognosen - Ausgabe 03/2021 (18.3.2021)

In drei Phasen zur Normalität

Kurz & klar

  • Die Covid-Pandemie beeinflusst auch in den kommenden Jahren die Wirtschaft.
  • Für die Konjunktur erwarten wir drei Phasen: Boom, Übergangsphase, neues und niedriges Normal.
  • Die Inflation steigt zunächst deutlich, stabilisiert sich dann aber wieder.
  • Die Geldpolitik wird behutsam straffen und die EZB erst ab 2024 die Zinsen anheben.
  • Bei moderat steigenden Renditen bleiben risikoreiche Assets trotz Volatilität attraktiv.

Die Covid-Pandemie werden wir auf Sicht der kommenden fünf Jahre, dem Prognosehorizont unserer Mittelfristprognosen, überwunden haben. Der Ausblick bleibt jedoch unsicher und die wirtschaftliche Entwicklung wird maßgeblich von den Folgen der Pandemie geprägt sein. Neben der Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens wird dabei vor allem die Normalisierung der Fiskal- und Geldpolitik eine große Rolle spielen. Die Investitionstätigkeit wird stark von Digitalisierung, Dekarbonisierung und Deglobalisierung geprägt sein. All dies wird nicht nur die konjunkturelle Entwicklung, sondern auch die Inflationsentwicklung beeinflussen, der die Marktakteure besondere Aufmerksamkeit schenken werden.

Verschiedene Phasen der Normalisierung

Aktuell sind die Impffortschritte in Deutschland und der EU noch sehr enttäuschend. Doch in den kommenden Wochen dürften sich Verbesserungen einstellen, die bis zum Herbst dieses Jahres in den Industrieländern zu einer weitgehenden Immunität führen. Auf dem...

Lesen Sie weiter: 5-Jahresprognosen: In drei Phasen zur Normalität - Perspektiven Ausgabe 03/2021