Industrie: Auftragspolster dämpft Risiken - Blickpunkt Die Woche
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Industrie: Auftragspolster dämpft Risiken

Das Verarbeitende Gewerbe kann der zu erwartenden Rezession im Gegensatz zu konsumnahen Sektoren relativ gelassen entgegensehen. Zudem: Verbraucherpreise im Euro-Raum und US-Arbeitsmarktbericht.

Erneuter Paradigmenwechsel bei der deutschen Konjunktur: Während in der Anfangsphase der Corona-Pandemie 2020 das Verarbeitende Gewerbe zur Stabilisierung der Wirtschaft maßgeblich beitrug, weil trotz geltender Kontaktbeschränkungen die Produktion fortgesetzt werden konnte, wurde der Sektor Ende 2021 zum Bremsklotz. Die globalen Lieferprobleme, insbesondere bei Halbleitern, Vorprodukten und Rohstoffen, verhinderten, dass die Industrie kurzfristig von staatlichen Investitionsprogrammen wie NextGenerationEU und dem forcierten Zwang zur Dekarbonisierung profitieren konnte.

Die Produktion stagnierte zwischen Oktober 2020 und September 2022 lediglich, parallel dazu wuchs der Auftragsrückstand auf Rekordniveau. Die Erholung des Dienstleistungssektors hat die konjunkturelle Expansion getragen. Für Deutschland, das sehr stark auf den Sekundärsektor fokussiert ist, bedeutete das: Schlusslicht beim Wachstum im Euro-Raum 2021.

Nun dürfte sich das Blatt langsam wenden: Die Lieferkettenprobleme lösen sich zusehends auf. Die Rohstoffpreise und Frachtraten sind nachhaltig gefallen. Obwohl der Auftragseingang ebenfalls spürbar von der sich abzeichnenden Rezession in Mitleidenschaft gezogen wurde und die Energiekosten und Löhne spürbar steigen, dürfte sich die Industrie im Abschwung robuster als konsumnahe Bereiche wie Handel und Dienstleistungssektor erweisen. Der Auftragsbestand im Investitionsgüterbereich reicht sogar fast ein Jahr in die Zukunft.

Der Wochenfahrplan
Die Verbraucherpreise im Euro-Raum sowie US-Arbeitsmarktbericht und Industrie-ISM sind die Highlights der Woche.

Lesen Sie weiter Industrie: Auftragspolster dämpft Risiken (28.11. - 2.12.2022, Die Woche)

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Die Umwälzungen im Energiesektor seit dem Ukraine-Krieg haben sowohl die Verbraucher als auch die Klimabilanz spürbar belastet. Zudem: ifo-Index und PMIs geben November-Einblicke.
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Die ersehnte Trendwende bei der Teuerung könnte erneut ausbleiben. Der Preisdruck bleibt hoch. Außerdem: US-Einzelhandel und Verbrauchervertrauen, sowie Zinsentscheidungen in Sydney und Warschau.
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Der defizitäre Haushalt der neuen Regierung sorgte für massive Turbulenzen an den Märkten und zwang die Bank of England zur Intervention. Außerdem: US-Jobreport und PMIs sowie deutsche Industrie.
UK: Riskante Steuerpläne (3.10. - 7.10.2022, Die Woche)