BayernLB

Blickpunkt Wirtschaft

Blickpunkt Wirtschaft, anlassbezogene Vertiefung und weiterführende Analyse zu Konjunktur und (geld-) politischen Themen.

Warum die große Inflation ein Risiko bleibt (31.7.2020)

Die Notenbanken katapultieren die Liquidität in neue Dimensionen. Geldmenge und Inflationsrisiko scheinen unter Kontrolle. Unser Blick in die Bücher der EZB zeigt aber, dass Risiken bestehen.

Kurz & klar

  • Die Notenbanken katapultieren die Geld- und v.a. die Liquiditätsmenge in neue Dimensionen. Ökonomen, Investoren und Bürger streiten seit der Finanzkrise, ob das ein Risiko für die Stabilität des Geldes ist. Einfache Antworten gibt es nicht.
  • Bisher ist ein Anstieg der Inflation ausgeblieben. Daher muss auch die Liquiditätsschwemme zur Finanzierung der Corona-Ausgaben die Preise nicht steigen lassen.
  • Denn neben Banken horten auch Haushalte und Unternehmen Geld in hohem Maße.
  • Sorglos sollte man allerdings nicht werden. Denn nicht nur die Quantität der bereitgestellten Liquidität beeinflusst die Geldwertstabilität. Auch die Qualität sollte im Auge behalten werden. Dies zeigt ein Blick in die Bücher der EZB.

Lesen Sie weiter Warum die große Inflation ein Risiko bleibt

Deutschland: Infiziert Corona die Inflation? (27.7.2020)

Mittelfristig resultieren aus der Corona-Pandemie sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken für die Inflation. Für uns dominiert die schwache Nachfrage sowohl kurz- als auch mittelfristig.

Kurz & klar

  • Mittelfristig resultieren aus der Corona-Pandemie sowohl Aufwärtsrisiken als auch Abwärtsrisiken für die Inflation.
  • Für Deutschland dominiert für uns insgesamt auch mittelfristig die schwache Nachfrage und die Pandemie dürfte die Inflationsentwicklung tendenziell belasten.
  • Kurzfristig dürfte die temporäre Mehrwertsteuersenkung die Inflation in der zweiten Jahreshälfte sogar unter null sinken lassen. Eine anhaltende Deflation erwarten wir aber nicht.

Lesen Sie weiter Deutschland: Infiziert Corona die Inflation?

EZB: Lagarde versichert die Märkte (16.7.2020)

Die EZB hat heute keine geldpolitischen Änderungen beschlossen. Lagarde erfreut die Märkte allerdings mit einer „Versicherung“, der Kapitalschlüssel im PEPP scheint den Rat dagegen weiter zu spalten.

Kurz & klar

  • Die EZB hat heute keine geldpolitischen Änderungen beschlossen. Auch eine Anhebung der Freibeträge vom Einlagesatz blieb aus.
  • Die EZB will vor weiteren Entscheidungen zunächst mehr Informationen sammeln, die erst im September mit den neuen Projektionen verfügbar sein werden.
  • Auf der Pressekonferenz erfreute Lagarde die Märkte mit ihrer „Versicherung“, dass das volle Volumen des PEPP aller Voraussicht nach auch ausgenutzt wird.

Lesen Sie weiter EZB: Lagarde versichert die Märkte

EZB-Preview: Abwarten, ob der Pegel noch steigt (10.7.2020)

Auf der Juli-Sitzung der EZB erwarten wir keine Änderungen der Geldpolitik. Eine Ausweitung der Freibeträge vom Einlagesatz ist vorstellbar, könnte aber auch erst in den kommenden Monaten folgen.

Kurz & klar

  • Auf EZB-Sitzung am Donnerstag erwarten wir keine geldpolitischen Änderungen. Vieles spricht dafür, dass die EZB die September-Projektionen abwarten wird.
  • Eine Ausweitung der Freibeträge vom Einlagesatz ist angesichts der gestiegenen Liquidität vorstellbar, könnte aber auch erst in den kommenden Monaten folgen.
  • Der Fokus der Sitzung liegt daher auf den Diskussionen im Rat zum Kapitalschlüssel in den Kaufprogrammen sowie zur Möglichkeit einer weiteren Ausweitung der Käufe.

Lesen Sie weiter EZB-Preview: Abwarten, ob der Pegel noch steigt

Fed-Preview: Fed setzt auf den Bilanzaufbau (8.6.2020)

Auf ihrer Sitzung dürfte die Fed betonen, dass sie - insbesondere im Falle einer zweiten Infektionswelle - bereit ist, nachzulegen. Bis dahin dürften bereits bestehende Programme genutzt werden.

Kurz & klar

  • Auf der anstehenden geldpolitischen Sitzung der Fed werden die neuen Projektionen veröffentlicht, die zeigen werden, dass sich die USA inmitten einer tiefen Rezession befinden.
  • Die Fed dürfte betonen, dass sie weiterhin parat steht, um insbesondere über Anleihekäufe und Kreditprogramme Unternehmen und Haushalte zu unterstützen.
  • Diese Programme kann sie ohne weitere große Ankündigungen dynamisch steuern, sodass wir die Wahrscheinlichkeit für neue geldpolitische Maßnahmen als gering einschätzen.

Lesen Sie weiter EZB-Preview: Fed setzt auf den Bilanzaufbau

Emerging Markets: Hohe Ansteckungsgefahr (12.05.2020)

Die Covid-19-Pandemie gefährdet auch die Schwellenländer. Eine weitreichende Krise ist nicht abzusehen, langfristige Belastungen sind aber unvermeidbar.

Kurz & klar

  • Das Epizentrum der Covid-19-Pandemie liegt aktuell noch in den Industrieländern, wird sich aber bald auf die Schwellenländer verschieben, die deutlich verwundbarer erscheinen.
  • Neben Wachstumseinbrüchen werden Krisensignale wie Kapitalflucht und abwertende Währungen sichtbar. Die Emerging Markets müssen auf schwindende Währungsreserven und Notkredite zurückgreifen. Zusätzlich belastet der niedrige Ölpreis.
  • Eine weitreichende Krise in den Schwellenländern ist nicht abzusehen. Langfristige Belastungen, insbesondere im Hinblick auf die überbordende Verschuldung, können aber nicht vermieden werden.

Lesen Sie weiter Emerging Markets: Hohe Ansteckungsgefahr

Prognoseanpassung: Fed & EZB eilen zur Hilfe (6.3.2020)

Nach der Notfallsenkung der Fed werden noch weitere geldpolitische Maßnahmen in den USA und Europa folgen. Die EZB dürfte aber andere Mittel als eine Zinssenkung wählen.

Kurz & klar

  • Die EZB dürfte angesichts der Folgen des Coronavirus und der geldpolitischen Lockerungen anderer Notenbanken im März eine QE-Ausweitung beschließen.
  • Ein umfangreiches Maßnahmenpaket wie im September ist zunächst nicht zu erwarten, kann aber bei einer andauernden Epidemie nicht ausgeschlossen werden.
  • Von der Fed erwarten wir eine weitere Zinssenkung um 50 Bp. auf der März-Sitzung.
  • Außerdem dürfte die Fed QE-Maßnahmen in Aussicht stellen, die sie im Fall einer weiteren Eskalation schnell aktivieren könnte.

Lesen Sie weiter Prognoseanpassung: Fed & EZB eilen zur Hilfe