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Sorge vor schwindender Kreditversorgung

Nächste Woche steht die Januar-Sitzung der EZB an. Im Vorfeld haben sich zwar die Stimmungsindikatoren stabilisiert. Eine neue Baustelle für die EZB ist aber die zuletzt schwächelnde Kreditvergabe.

Nächste Woche steht die erste EZB-Sitzung in dieser Dekade an. An der Datenfront zeigen sich Stabilisierungstendenzen und politisch (US-China Handelsabkommen, Brexit) hat sich die Unsicherheit zunächst verringert. Was bleibt ist eine weiterhin zu niedrige Inflation mit wenig Aussicht auf spürbare Verbesserung und – das ist neu – eine Schwächephase bei der Kreditvergabe an Unternehmen. So war die Kreditentwicklung zum Vormonat im November negativ. Im etwas weniger volatilen 3-Monats-Durchschnitt ist zudem zu erkennen, dass von September bis November faktisch keine Ausweitung der Kreditvergabe mehr geschehen ist. Das dürfte in jedem Fall für Sorgenfalten bei der EZB sorgen. Zumindest falls dies an einer Verknappung des Kreditangebots liegen sollte, wäre es ein möglicher Auslöser für weitere EZB-Maßnahmen. Der letzte Bank Lending Survey deutet in diese Richtung, da die Nachfrage darin weiter positiv bewertet wurde und eine leichte Verschärfung der Kreditstandards aufgrund der gestiegenen Risiken erwartet wurde. Ob die EZB hieraus die Notwendigkeit für eine weitere Zinssenkung ableitet, wird sich zeigen. Die Kommunikation der EZB auf der Sitzung nächste Woche dürfte zumindest etwas mehr Aufschluss geben, wie relevant die EZB das Problem einstuft.

Was in der nächsten Woche wichtig wird

Abgesehen von der EZB-Sitzung liegt der Wochenfokus dies- und jenseits des Atlantiks auf den PMI-Daten für Januar.

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