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Rückstand durch Technik?

Trotz zuletzt positiver Entwicklungen sind die deutschen Automobilhersteller bei E-Auto-Zulassungen weiterhin vergleichsweise schwach vertreten. Der Umbau der Branche ist noch nicht zu Ende.

Derzeit handeln die Pressemeldungen über Automobilhersteller in Deutschland oft von Personalabbauprogrammen. Ein Symptom dafür, dass die Branche aktuell tiefgreifenden Veränderungen gegenübersteht. Die Wichtigste hiervon ist wohl die Elektrifizierung der Flotten, denn die ambitionierten EU-Vorgaben zum CO2-Ausstoß der europäischen Hersteller sind ohne dies kaum zu erfüllen. Ein Blick auf die Neuzulassungen von Automobilen in Deutschland zeigt aktuell Folgendes: Der Anteil rein elektrisch betriebener PKWs an allen Neuzulassungen ist mit unter 2% weiterhin sehr niedrig. Lediglich bei Hybridmodellen ist etwas mehr Bewegung zu erkennen. Mit einem Anstieg von etwa 2% bei Neuzulassungen Anfang 2017 auf über 9% im Oktober 2019 hat sich deren Anteil fast verfünffacht. Ein Blick auf die deutschen Hersteller zeigt, dass die vier größten Hersteller im elektrifizierten Segment erst seit kurzem für knapp 40% der monatlichen Neuzulassungen verantwortlich sind. Damit unterschreiten sie noch knapp ihren Anteil an allen Neuzulassungen und holen ihren Rückstand im E-Segment der letzten Jahre gegenüber anderen Herstellern nur langsam auf. Seit 2017 liegt ihr kumulierter Anteil an den neu zugelassenen E-Autos daher nur bei 33%. Es besteht also noch Aufwärtspotenzial, womit wohl Schlagzeilen über Veränderungen in der deutschen Automobilwirtschaft auch in Zukunft zu erwarten sind.

Was in der nächsten Woche wichtig wird

Der Fokus der Woche liegt auf den beiden Notenbank-Sitzungen von Fed und EZB, auf denen wir allerdings keine Änderungen erwarten.

Lesen Sie weiter Rückstand durch Technik? (9.12.– 13.12.2019, Die Woche)