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Impfstrategie wichtiger Teil des Corona-Puzzle

Schnelle Impferfolge garantieren nicht immer dauerhaft sinkende Neuinfektionszahlen, wie Chile zeigt. Zudem: In unserem EZB-Preview blicken wir voraus auf die Pressekonferenz am kommenden Donnerstag.

In Großbritannien wurden am Montag wieder Geschäfte, Außengastronomie und Fitnessstudios geöffnet; bis zum 21. Juni sollen bereits alle Lockdown-Maßnahmen wieder aufgehoben werden. Ermöglicht hat dies vor allem eine beträchtliche Impfquote; fast 50% der Briten sind bereits mit mindestens einer Dosis geimpft. Allerdings scheint eine umfassende Impfung der Bevölkerung kein Allheilmittel zu sein. Mit ihrer Impfstrategie ähnlich erfolgreich waren auch Chile (knapp 40% Erstimpfquote) und Israel (über 60%). Die Ergebnisse variieren aber stark. Während Israel kaum neue Infektionen verzeichnet, leidet Chile erneut unter hohen Fallzahlen. Verschiedene Gründe kommen für diesen gegensätzlichen Verlauf in Frage, darunter ein möglicher kritischer Schwellenwert bei der Impfquote ab der Herdenimmunität vorherrscht, eine wenig konsequente Umsetzung der Lockdown-Maßnahmen oder etwa die Verbreitung der brasilianischen Variante in Chile – bei Studien in Brasilien hat der von Chile genutzte Impfstoff Sinovac zuletzt nur eine Wirksamkeit von 50% aufgewiesen. Dennoch ist natürlich die Impfstrategie ein wichtiges Puzzlestück bei der Eindämmung des Virus. Sowohl die EU als auch die USA haben zuletzt die Nutzung des Impfstoffs von Johnson&Johnson wegen sehr seltenen Thrombosefällen temporär ausgesetzt. Signifikant verlangsamen sollte dies den Impffortschritt jedoch nicht. In den USA wurde der J&J Impfstoff bisher in 4% der Dosen verwendet, in der EU beginnt gerade erst der Rollout.

Der Wochenfahrplan
Wenig Datenveröffentlichungen diese Woche. Interessant sind vor allem die PMIs für Euro-Raum, Deutschland und USA am Freitag.

Lesen Sie weiter Impfstrategie wichtiger Teil des Corona-Puzzle ( 19.4. – 23.4.2021, Die Woche)

Weitere Ausgaben (April 2021/März 2021)

Nächste Woche dominieren die US-Daten, mit Zahlen zur Inflation, Industrieproduktion und zum Einzelhandel. Die CPI-Daten könnten dabei die Inflations-Debatte jenseits des Atlantiks neu anfachen.
US-Inflation – bleiben die Märkte gelassen? ( 12.4. – 16.4.2021, Die Woche)

In einer ruhigen Osterwoche sollten erfreuliche Meldungen von der deutschen Industrie und vom Einkaufsmanagerindex im US-Dienstleistungssektor für gute Stimmung sorgen.
Industrie bleibt das Zugpferd der Wirtschaft ( 5.4. – 9.4.2021, Die Woche)

Neben dem US-Arbeitsmarktbericht und dem ISM liegt der Fokus nächste Woche auf der Preisentwicklung im Euro-Raum.
US-Arbeitslosenhilfen bremsen Stellenaufbau (29.3. – 2.4.2021, Die Woche)

Mit der Inanspruchnahme des März-Tenders im TLTRO-Programmes kann die EZB zufrieden sein. Kommende Woche geben die Frühindikatoren Hinweise darauf, wie dynamisch sich die Erholung im März fortsetzt. EZB schiebt Kreditvergabe der Banken an (22.3. – 26.3.2021, Die Woche)

Nach der EZB-Sitzung und angesichts des anhaltenden US-Zinsanstiegs steht die Fed-Sitzung im Fokus. Besonders die Punktewolke wird genauestens beäugt werden. Kein Fed-Zinsanhebungssignal (15.3. – 19.3.2021, Die Woche)

Die Bundesregierung hat den Weg zur Lockerung der Covid-Restriktionen skizziert. Bei hoher Prognoseunsicherheit rechnen wir mit einer deutlichen Erholung der Wirtschaft im zweiten Quartal. Lockerung: Langer Weg zurück zur Normalität (8.3. – 12.3.2021, Die Woche)

Es zeigt sich zunehmend eine Divergenz zwischen guten Konjunkturzahlen und der Entwicklung am US-Arbeitsmarkt, was die Februar-Zahlen für den Arbeitsmarktbericht & die ISM-Indizes bestätigen dürften. US-Arbeitsmarkt koppelt sich zunehmend ab (1.3. – 5.3.2021, Die Woche)