Blickpunkt Wirtschaft
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Blickpunkt Wirtschaft

Anlassbezogene Vertiefung und weiterführende Analyse zu Konjunktur und (geld-) politischen Themen.

US-Midterms: Biden v. Trump (8.11.2022)

Die Zwischenwahlen entscheiden indirekt das Schicksal beider Präsidenten. Während die Mehrheit im Senat auf Messers Schneide steht, scheint ein Patt in Washington, D.C. bereits unausweichlich.

Kurz & klar

  • Bei den US-Midterm-Elections wird das politische Pendel auch dieses Jahr wieder gen Opposition schwingen. Im Unterhaus sind die Republikaner die klaren Favoriten, während es im Senat zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen kommen wird.
  • Mit dem Senat in der Schwebe kristallisieren sich zwei wahrscheinliche Szenarien für das Machtgefüge im US-Kongress bis 2024 heraus. In beiden Fällen droht eine politische Pattsituation zwischen den stark verhärteten Fronten.
  • Die Wahl entscheidet auch über die Zukunft Donald Trumps. Das Leugnen der Wahlergebnisse ist unter den Republikanern inzwischen weit verbreitet - auf dem Wahlzettel steht die Integrität der demokratischen Grundordnung.

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EZB: Keine einfachen Entscheidungen mehr (27.10.2022)

Bei ihrem Oktober-Treffen hat die EZB die Leitzinsen erwartungsgemäß wieder um 75 Basispunkte angehoben und die Überschussliquidität der Banken beschnitten. Für Dezember scheint nun alles offen.

Kurz & klar

  • Bei ihrem Oktober-Treffen hat die EZB die Leitzinsen erwartungsgemäß erneut um 75 Basispunkte angehoben. Damit wird das Frontloading im Zinszyklus fortgesetzt. Für Dezember scheint das Ausmaß des Zinsschrittes noch offen.
  • Um die Transmission der jüngsten Zinsschritte zu verbessern, hat der EZB-Rat beschlossen, die Konditionen der noch ausstehenden TLTRO-Tender zu verschlechtern. Das bedeutet vor allem: Höhere Zinsen für die Kreditnehmer der Banken.
  • Wir bekräftigen unsere Leitzins-Prognose und erwarten noch einen weiteren Schritt von 75 Bp. im Dezember. Im März 2023 sollte der Einlagesatz dann 3% betragen.

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Zinsen: Höher für länger (17.10.2022)

Die letzten Wochen waren an den internationalen Kapitalmärkten von starken Renditeanstiegen geprägt. Wir aktualisieren unsere Prognosen für die Notenbanken und die Renditen.

Kurz & klar

  • Die Notenbanken sind noch bei Weitem nicht fertig: Hohe Preissteigerungen treiben sowohl Fed als auch EZB zu weiteren großen Zinsschritten. Erst Anfang 2023 dürfte damit Schluss sein.
  • Im Zuge unserer angepassten Leitzinsprognosen heben wir unsere Kapitalmarktzinsprognosen an. Für die Rendite 10-jähriger Bunds erwarten wir 2,3% auf Sicht von drei Monaten und 2,0% auf Sicht von zwölf Monaten. Die Bund-Zinskurve wird sich weiter verflachen und im 3M/10J-Vergleich deutlich invers werden.

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Von der Gas- zur Strompreis-Krise (8.9.2022)

Markteingriffe zur Dämpfung der hohen Börsenstrompreise in Europa scheinen beschlossene Sache. Um daraus negative Folgewirkungen zu minimieren, müssen diese gut überlegt sein.

Kurz & klar

  • Ein dramatischer Anstieg der Börsenpreise für Strom hat Politik und Wirtschaft gleichermaßen aufgeschreckt. Dieser Preisanstieg ist fast ausschließlich auf die Teuerung von Gas zurückzuführen.
  • Das am europäischen Strommarkt gültige Merit-Order-Prinzip sorgt derzeit dafür, dass der Gas-Einkaufspreis den Strompreis bestimmt. Greift die Politik nicht ein, droht eine tiefe Rezession in Deutschland.
  • Eine Adjustierung der Merit-Order könnte die absehbar exorbitant starken Strompreisanstiege abmildern, bedarf aber eines EU-weiten Vorgehens und einer genauen Analyse möglicher Kollateralschäden.
  • Wir favorisieren den Vorschlag der Adjustierung der Vergütung für Nicht-Gas-Anbieter auf den zweitteuersten Energieträger.

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EZB: Wenig Raum für Zweifel (8.9.2022)

Beim September-Treffen hat die EZB die Leitzinsen um 75 Basispunkte Beeindruckend war die Nachdrücklichkeit, mit der EZB-Präsidentin Lagarde den Kampf gegen die Inflation vorantrieb.

Kurz & klar

  • Bei ihrem September-Treffen hat die EZB die Leitzinsen um 75 Basispunkte angehoben. Für die nächsten Entscheidungen wurden weitere Zinsanhebungen avisiert.
  • Mit diesem entschiedenen Schritt, der von den Märkten allerdings in den letzten Tagen bereits eingepreist wurde, bestätigte der EZB-Rat seine Entschlossenheit, gegen die hohen Inflationsrisiken vorzugehen.
  • Wir heben unsere Leitzins-Prognose an und erwarten weitere Schritte von insgesamt 100 Bp. im laufenden Jahr. Ende 2022 sollte der Einlagesatz dann bereits bei 1,75% stehen.

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