EZB-/Fed-Preview: Nicht mehr im Gleichschritt - Blickpunkt Die Woche
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EZB-/Fed-Preview: Nicht mehr im Gleichschritt

High Noon nicht nur bei den Notenbanken kommende Woche. Neben Zinsschritten in den USA und Europa stehen aber auch die europäischen Inflations- und BIP-Zahlen und der US-Arbeitsmarkt auf dem Plan.

Beim geldpolitischen Jahresauftakt wird kommende Woche die Fed (Mi.) erstmals im aktuellen Zinszyklus behutsamer agieren als die EZB (Do.). Jenseits des Atlantiks schlug die Inflation in Q4 auch abseits der Energiepreise einen Abwärtstrend ein, während die Kernteuerung im Euro-Raum ein neues Hoch von 5,2% erreichte. Die US-Notenbank dürfte daher zur traditionellen Schlagzahl von 25 Basispunkten zurückkehren und nach einer weiteren Anhebung im März den Gipfel von 5% erreichen.

Dennoch wird Chairman Powell den Finanzmärkten, welche seit Jahresbeginn das US-Rezessionsrisiko verstärkt auspreisen und vom idealen Szenario einer Abkühlung bei Inflation und Arbeitsmarkt bei gleichzeitig solider Konjunkturentwicklung ausgehen, verbal entgegentreten und den Erwartungen verfrühter Zinssenkungen – die Märkte gehen schon von Lockerungen im Sommer aus – eine Absage erteilen. Zu hoch erscheint das Risiko einer hartnäckigen Lohndynamik im laufenenden Jahr, welche die Rückkehr zum Inflationsziel gefährden würde.

Verbal ähnlich konsequent wird auch EZB-Präsidentin Lagarde den Spekulationen auf ein Nachlassen im Kampf gegen die Inflation entgegentreten, untermauert von einem 50-Basispunkte-Schritt wie schon im Dezember. Richtig spannend wird es dann erst im März, wenn ein weiterer Schritt dieser Größenordnung mehr Widerstand im EZB-Rat finden dürfte. Bis zuletzt hatte Lagarde betont, die Märkte würden den Zinszyklus unterschätzen.

Der Wochenfahrplan
In der Flut wichtiger Datensignale beiderseits des Atlantiks stechen BIP und Inflation im Euro-Raum und der US-Arbeitsmarktbericht hervor.

Lesen Sie weiter EZB-/Fed-Preview: Nicht mehr im Gleichschritt (30.1. - 3.2.2023, Die Woche)

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