Gefragt, gesagt.
BayernLB

Gefragt, gesagt.

Jan Prieshof stellt mit seinem Team die Weichen für eine nachhaltige Zukunft der Bauwirtschaft. Über die Herausforderungen der Baubranche und wie die BayernLB ihre Kunden dabei unterstützt, erklärt er im Video-Interview.

Gespräch mit Jan Prieshof, Sector Head Bauunternehmen & Infrastruktur bei der BayernLB.

Knappheit und damit Verteuerung von Holz und Stahl. Jetzt die Preissteigerung für Energie. Wie wirkt sich das für die deutschen Unternehmen aus der Bauwirtschaft aus?

Die Herausforderungen für die Unternehmen werden nicht weniger. Dabei sind die deutschen Bauunternehmen, unabhängig davon, ob wir von Produzenten von Baustoffen oder -material sprechen, oder von Herstellern von Baumaschinen oder den eigentlichen Bauunternehmen überwiegend sehr gut durch die Corona Pandemie gekommen. Der dann folgenden Verknappung der Materialien wurde meist früh mit der Aufstockung der Lagerbestände begegnet. Die erhebliche Verteuerung, zum Beispiel von Holz und Stahl, führt dann natürlich zu einer deutlichen Erhöhung des Working Capitals, was aber aufgrund der meist guten Liquidität verkraftbar war und ist. Die aktuelle Preissteigerung bei den Energieträgern treibt die Preisspirale natürlich weiter an, insbesondere in der energieintensiven Produktion von Grundstoffen wie Zement aber auch Stahl. Aber auch der Betrieb von diesel- oder elektrogetriebenen Baumaschinen wird dadurch teurer. Und die Preise für Co2 Zertifikate werden weiter steigen. Dieser Trend wird also nicht nachlassen, auch wenn die Preise für Gas und Öl irgendwann wieder sinken werden.

Dadurch wird für Unternehmen Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnen, oder?

In jedem Fall! Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Co2-Einsparungen werden immer wichtiger. Einmal natürlich, um die Kostensteigerungen im Griff zu behalten, zum anderen weil natürlich auch die Endabnehmer, egal ob Unternehmen oder Privatkunden, die Nachhaltigkeit der Endprodukte hinterfragen. Und zwar nicht nur zum unmittelbaren Eigennutz also spare ich Energie und damit Kosten, weil zum Beispiel die Immobilien gut gedämmt und eine effiziente Heizung verbaut ist, sondern auch, weil ihnen der Klimaschutz an sich wichtig ist. Gerade der Sektor Bau steht dabei in einer besonderen Verantwortung. Zum einen, weil die Herstellung vieler Baustoffe seinen sehr hohen Ausstoß von Co2 verursacht, denken Sie z.B. an Zement, sondern auch, weil die Endprodukte über ihre Effizienz auf Jahrzehnte Einfluss auf den Verbrauch an Energie haben. Wir sehen aber auch, dass sich die deutschen Unternehmen im Sektor Bau dieser Verantwortung stellen und intensiv an Lösungen arbeiten und dafür investieren.

Wie unterstützt die BayernLB die Unternehmen dabei?

Ganz unmittelbar stehen wir als verlässlicher Partner unseren Kunden bei der Finanzierung des bereits angesprochenen Aufbaus des Working Capitals zur Verfügung. Sei es mit der einfachen Betriebsmittellinie oder ausgefeilten Supply Chain Finance Instrumenten. Aber als Fortschrittsfinanzierer legen auch wir unseren Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit. So begleiten wir unsere Kunden – angefangen von der Erläuterung der individuellen Betroffenheit bezüglich regulatorischer Themen über die Erarbeitung eines strategischen Vorgehens zur nachhaltigen Unternehmensausrichtung bis hin zur Verankerung der nachhaltigen Entwicklungspläne in Form von KPIs und ESG-Ratings in maßgeschneiderten Finanzierungsstrukturen. Dies können zum Beispiel Fördermittel, ESG Linked Loans, Grüne Schuldscheine oder Green Bonds sein. Wir sind also für unser Kunden da, als Berater und als Fortschrittsfinanzierer.