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MTU Aero Engines: emissionsfreies Fliegen als Vision und Ziel

Wie die MTU Aero Engines, der deutsche Branchenprimus, die Luftfahrt klimafreundlich macht. Lesen Sie jetzt das Unternehmensportrait!

© MTU Aero Engines AG

MTU Aero Engines: Klimaneutral fliegen ist die Zukunft, die bereits heute beginnt

Der Triebwerkshersteller mit Sitz in der bayerischen Landeshauptstadt München ist führend in Deutschland und eine weltweit etablierte Größe. In Sachen Klimaschutz scheint für die MTU Aero Engines AG kein Ziel unerreichbar. Denn sie setzt bereits heute auf Technologien, die das Fliegen im Hinblick auf den Klimawandel revolutionieren.

„Die Luftfahrt verbindet Menschen, Kulturen und Wirtschaftsräume – und trägt so zum ökonomischen Wohlstand der Gesellschaft bei,“ sagt Lars Wagner, Technik-Vorstand und designierter CEO der MTU Aero Engines. „Genau das macht sie in Zukunft unersetzlich, auch wenn sie sich gerade stark verändert.“ Das liegt daran, dass die Luftfahrt-Branche aktuell vor neuen Herausforderungen steht. Weite Strecken in kürzester Zeit möglichst klimaneutral zurückzulegen – das ist heute wichtiger denn je. Und genau daran arbeitet die MTU bereits seit Jahrzehnten: ein Unternehmen, das Triebwerke für die zivile und militärische Luftfahrt herstellt und instand hält. In Sachen Klimaschutz und nachhaltige Treibstoffe ist es seiner Zeit um einige Flugmeilen voraus. „Emissionsfreiheit lautet nicht nur das große Ziel der Luftfahrt, sondern auch die Vision der MTU“, so Wagner.

Vorstandsmitglied Lars Wagner ist nicht nur für das MTU-Technik-Ressort verantwortlich, sondern als CSO auch für die MTU-Nachhaltigkeitsorganisation.

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Darum feilt das Unternehmen kontinuierlich an neuen Technologien und zukunftsweisenden Antriebskonzepten und ist in diesem Bereich nicht nur ein wichtiger Impulsgeber. Die MTU Aero Engines ist der deutsche Branchenprimus, der bereits heute an morgen denkt – und auch entsprechend handelt. „Wir bekennen uns zum Paradigmenwechsel in der Luftfahrt“, so Wagner: „Jetzt werden nicht mehr nur CO2-Emissionen betrachtet, sondern auch Stickoxid-Emissionen sowie Kondensstreifen. Denn diese drei Aspekte zusammen machen die Klimawirkung der Luftfahrt aus. Wir nehmen diese Verantwortung an.“

Wer so denkt, kommt weit – das beweisen zum Beispiel die beiden Innovationspreise der deutschen Wirtschaft, mit denen die MTU bereits ausgezeichnet wurde. Das tun auch die Unternehmenszahlen, die sich sehen lassen können. Weltweit unterhält der große deutsche Triebwerkshersteller 16 Standorte, auch in Asien und den USA, und beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter aus über 50 Nationen. Er ist an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden im Dienst seiner Kunden – mit dem Ziel, die Zukunft der Luftfahrt nachhaltig zu gestalten.

Nukleus vieler Innovationen des deutschen Branchenführers: der Stammsitz der MTU in der Dachauer Straße, der seit 2021 klimaneutral betrieben wird.

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Vom Rüstungsbetrieb zum Branchenführer: erzählenswerte Erfolgsgeschichte

1934 startete die BMW Flugmotorenbau GmbH als Ableger der BMW AG. Aus dem Rüstungsbetrieb für die Luftwaffe und, nach Kriegsende, der amerikanischen Reparaturwerkstätte, wurde 1969 die MTU: Motoren- und Turbinen-Union, gegründet als Gemeinschaftsunternehmen von MAN und Daimler-Benz. Und damit beginnt die eigentlich große Geschichte des heutzutage führenden deutschen Herstellers für Triebwerke.

Der Start für den Höhenflug der MTU Aero Engines in München ist damals das Tornado-Triebwerk RB199. An und mit seiner Entwicklung wächst das Unternehmen – in jeder Hinsicht. Die Ansprüche sind hoch, aber nicht unüberwindbar: Das RB199 soll mit möglichst wenig Gewicht sehr viel Schub erzeugen. So wird daran entwickelt, bis das Tornado-Triebwerk die gewünschte Leistung zeigt. In der Zeit baut das Ingenieurteam ein wertvolles Grundlagenwissen auf.

Auf dieser guten Basis steigt die MTU 1971 ins zivile Geschäft ein: Das Unternehmen unterzeichnet den Kooperationsvertrag mit General Electric und fertigt ab sofort den A300-Antrieb CF6-50. Mit der Gründung der MTU Maintenance Hannover folgt der nächste Meilenstein im Jahr 1979. Damit geht die Diversifizierung in ziviler Instandhaltung einher.

Den langfristigen Erfolg der MTU prägen auch internationale Geschäftsverbindungen. Mit dem US-amerikanischen Triebwerkhersteller Pratt & Whitney schließt die MTU 1991 eine strategische Partnerschaft. Somit wird der deutsche Triebwerkshersteller zum unverzichtbaren Partner in der Branche.

Die Erfolgsgeschichte des klimafreundlichen Fliegens schreibt die MTU dann mit der Pratt & Whitney GTF-Triebwerksfamilie fort, die die beiden Unternehmen gemeinsam entwickeln. 2016 bringen sie mit dem Getriebefan-Antrieb PW1100G-JM für die A320neo den aktuell ökoeffizientesten Flugzeugantrieb auf den Markt. Ein technologischer Quantensprung, der den ökologischen „Fußabdruck“ der Branche im zweistelligen Prozentbereich verbessert: je 16 Prozent weniger Treibstoffverbrauch und Kohlenstoffdioxidemission sowie ein um 75 Prozent verringerter Lärmteppich.

Gekrönt wird der Höhenflug der MTU Aero Engines mit dem Börsengang und der Aufnahme in den MDAX in 2005, gefolgt vom Aufstieg in den DAX in 2019. Doch damit ist die Erfolgs-Story der MTU nicht zu Ende. „Die MTU arbeitet an Konzepten und Technologien für emissionsfreies Fliegen, die mutig über Bestehendes hinausgehen, und bietet so zukunftsweisende Antworten“, konstatiert Wagner.

Dass auch dieses Ziel nicht zu hoch gegriffen ist, belegen die bisherigen Erfolge im Bereich der klimaneutraleren Luftmobilität – eine Zukunftsgeschichte, die bereits heute geschrieben wird.

Tragende Säulen des Erfolgs: Kundennähe, Qualität und Loyalität

Heute ist die MTU Aero Engines führender Experte für Entwicklung, Fertigung und Instandhaltung von Triebwerken aller Schub- und Leistungsklassen sowie stationärer Industriegasturbinen. Der Erfolg des Unternehmens basiert auf wichtigen Werten, wie Wagner erläutert:

„Da Sicherheitsanforderungen in der Luftfahrt so hoch wie in kaum einer anderen Branche sind, haben wir ein sehr starkes Qualitätsbewusstsein entwickelt. Wir garantieren die gleich hohe Qualität und Zuverlässigkeit unserer Produkte an jedem MTU-Standort – weltweit. Außerdem pflegen wir langjährige Kundenbeziehungen: Wir sind nah an unserer Kundschaft und bieten maßgeschneiderte Lösungen, indem wir auf individuelle Bedürfnisse unserer Kunden eingehen. Und wir sind sehr loyal, vor allem, was die langjährigen Partnerschaften betrifft.“

Dem Geschäftsmodell der MTU liegen drei tragende Pfeiler zugrunde:

  • Ziviles Triebwerksgeschäft: Die MTU ist als unverzichtbarer Partner in der Branche etabliert; jedes dritte Verkehrsflugzeug weltweit fliegt mit MTU-Technologie.
  • Militärisches Triebwerksgeschäft: Die MTU ist Systempartner für nahezu alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr, spielt eine Schlüsselrolle bei den wichtigsten militärischen Triebwerksprogrammen in Europa und ist auch an US-Programmen beteiligt.
  • Zivile Instandhaltung: Heute ist die MTU Maintenance unter den Top Drei der weltweiten Instandhalter für Luftfahrtantriebe und der weltweit größte unabhängige Instandhaltungsdienstleister. Der Umsatzanteil beträgt hier aktuell rund 65 Prozent.

Eine der wichtigsten Säulen des Erfolgs ist zweifelsohne auch, dass jedes neue Triebwerk, an dem die MTU mitarbeitet, kraftstoffeffizienter, leiser und nachhaltiger als sein Vorgängermodell fliegt. Somit rückt klimaneutrales Fliegen für den großen Triebwerkshersteller in greifbare Nähe.

Ressourcen schonen, die Umwelt schützen: dank gebündelter Technologie- und Digitalisierungskompetenz

Um seine Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben, kombiniert der Triebwerkshersteller seine Technologie- und Digitalisierungskompetenz. Dafür werden Produktionsmaschinen aller Generationen verknüpft sowie Betriebsprozesse entlang der gesamten Supply Chain digitalisiert. So steigt die Effizienz – und die Kosten sinken. Die gewonnenen Ressourcen fließen wiederum in die Qualitätsverbesserung und neue, wirksamere Formen der Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern.

„Wir übernehmen Verantwortung und beziehen Klimaschutz in unser Handeln ein – sowohl mit unseren zukunftsweisenden Triebwerkskonzepten als auch mit der Klimaschutzstrategie an den MTU-Standorten und in der Produktion,“ so Wagner. „Unsere Intention: Ressourcen schonen und die Umwelt schützen – und das an allen MTU-Standorten weltweit. Darum investieren wir kontinuierlich in eine stärkere Nutzung regenerativer Energien.“

Diese Ziele setzt das Unternehmen mit großen Schritten um: Seit 2021 läuft in München eine Photovoltaik-Anlage und der Standort München wird klimaneutral betrieben. Außerdem will das Unternehmen hier auch Geothermie einsetzen. 2022 setzt die MTU Aero Engines ihre Klimaschutzstrategien für den Standortbetrieb in Hannover und Ludwigsfelde um. Alle weiteren MTU-Standorte folgen sukzessive.

Augmented Reality Inspection: Vereinfachte Instandsetzung am Antrieb mit Hilfe modernster Technik.

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Clean Air Engine: auf alle Fälle gut aufgestellt – mit evolutionären und revolutionären Ansätzen

„Driven by visions of tomorrow“: Die Idee nachhaltigen Fliegens treibt die MTU bereits seit Jahrzehnten an. Seine Lösungsmöglichkeiten, Potenziale und Zeithorizonte für nachhaltige zivile Antriebe formuliert der Triebwerkshersteller in seiner Technologie-Agenda „Claire“ (Clean Air Engine). Das Ziel: den Luftverkehr klimaneutral und emissionsfrei zu machen. Darum arbeitet das Unternehmen darauf hin, dass Flugzeugantriebe weniger Energie verbrauchen und ihre Klimawirkung minimieren bis hin zur Emissionsfreiheit. Dies soll in drei Etappen verlaufen:

  • evolutionäre Weiterentwicklung der Getriebefan-Triebwerke (GTF)
  • revolutionäre Gasturbinen-Konzepte, etwa der sogenannte Water-Enhanced Turbofan (WET Engine)
  • vollständige Elektrisierung durch Verwendung von Wasserstoff in einer Brennstoffzelle.

Auf diesem Weg möchte der große Triebwerksbauer nicht nur CO2 reduzieren. Auch weitere Emissionen sollen verringert werden – insbesondere Kondensstreifen und die Ozonbildung, die in großer Höhe durch ausgestoßene Stickoxide aus der Brennkammer entsteht. „Wir wollen die WET Engine 2035 in den Markt bringen“, sagt Wagner.

Zu den revolutionären MTU-Konzepten gehört mit der Flying Fuel Cell (FFC) auch ein elektrischer Antrieb. Die wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle hat das Potenzial, langfristig nahezu emissionsfreies Fliegen zu ermöglichen. Diese Technologie hat die MTU bereits ins Auge gefasst und will sie gemeinsam mit dem DLR (Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in einem Do228-Flugdemonstrator Mitte der Dekade erproben und validieren. „Dies ist ein wichtiger Meilenstein. Auch hier wollen wir 2030 die ersten fliegenden Brennstoffzellen im Markt haben – für Regionalflugzeuge mit 20 bis 40 Sitzen. Ab 2050 sollen dann auch Flugzeuge auf der Kurz- und Mittelstrecke damit fliegen können“, kündigt Wagner an.

Eines der revolutionären MTU-Konzepte ist die Flying Fuel Cell. Sie hat das Potenzial, langfristig nahezu emissionsfreies Fliegen zu ermöglichen.

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Luft nach oben beim GTF-Antrieb

Die erste Etappe der Claire-Agenda der MTU geht mit der Entwicklung der ersten GTF-Generation einher, die jetzt weiterentwickelt wird. Sie war bereits Meisterleistung: „Seit der Getriebefan Anfang 2016 in Betrieb ist, haben diese innovativen Triebwerke den Flugbetreibern mehr als zwei Milliarden Liter Treibstoff eingespart und dazu beigetragen, sechs Millionen Tonnen Kohlenstoffemissionen zu vermeiden“, so Wagner. Doch die Triebwerksarchitektur ist noch lange nicht ausoptimiert.

Ab Januar 2024 will der renommierte Partner der MTU mit dem Pratt & Whitney GTF Advantage™ einen technologisch verbesserten Getriebefan für die A320neo-Familie auf den Markt bringen. Damit sollen der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen um einen weiteren Prozentpunkt sinken – und sich die Bilanz um insgesamt je 17 Prozent verbessern. Wesentliche Optimierungen kommen von der MTU. Ein weiterer Fortschritt: Das verbesserte GTF-Triebwerk wird bei seiner Markteinführung für einen Betrieb mit 100 Prozent nachhaltig produzierten Kraftstoffen ausgelegt sein.

Water-Enhanced Turbofan (WET Engine): Ein gasturbinenbasiertes Antriebskonzept, das die Restwärme aus dem Abgas des Triebwerks nutzt.

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Emissionsfreies Fliegen mit SAF: Blick in die nahe Zukunft

Am schnellsten soll die verbesserte Klimawirkung mit Sustainable Aviation Fuel (SAF) spürbar werden. Damit meint man nachhaltig produzierte Flugkraftstoffe, die nicht auf fossilen Brennstoffen basieren – beispielsweise Biokraftstoffe. Auch hier ist die MTU Aero Engines aktiv: Das Unternehmen ist Teil einer europäischen Allianz, die sich dafür einsetzt, SAFs einzuführen. Außerdem unterstützt es den Aufbau von Power-to-Liquid-Produktionsanlagen.

„Kurzfristig sind SAFs der wichtigste Hebel, um die bestehende Flotte klimafreundlicher zu machen, da alle derzeitigen Antriebe mit SAF-Beimischungen funktionieren“, berichtet Wagner. Denn SAFs können als ein „drop-in fuel“ graduell mit konventionellem Kerosin vermischt werden. „Ambitioniertere Beimischquoten – bis 2030 mindestens 10 % statt der vorgesehenen 2 % – wären für die fliegende Flotte ein richtiger Schritt in Richtung emissionsfreies Fliegen. Und SAFs stellen keineswegs nur eine Übergangslösung dar. Auch langfristig werden SAFs aufgrund ihrer hohen Energiedichte in Kombination mit neuen Triebwerksarchitekturen gerade auf Mittel- und Langstrecken der klimafreundlichste Treibstoff sein.“

Die WET Engine kann ebenfalls mit SAF bzw. Wasserstoff betrieben werden: Das würde die Umweltbilanz nochmals erheblich verbessern. Für den Wasserstoffbetrieb müssten die Brennkammern und die Infrastruktur an Flughäfen angepasst werden. Außerdem sind Änderungen an den Tanksystemen der Flugzeuge notwendig. Darum ist die SAF-Technologie der wirksamste Schritt, der die Klimawirkung ab sofort reduziert. Damit die Luftmobilität bereits heute neue Spuren in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz legt, indem sie ihre eigenen Spuren minimiert.

Auch die BayernLB – als eine der Hausbanken der MTU-Gruppe ein langjähriger, vertrauensvoller Partner – freut sich auf die Zukunft an der Seite des innovativen Triebwerksherstellers. Sie ist an der Revolving Credit Facility des Unternehmens beteiligt und unterstützt die MTU in den Bereichen Geldhandel und Währungsabsicherungen.