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USA: Apathie am Arbeitsmarkt

Für den US-Arbeitsmarkt ist noch kein Aufbruch zu erwarten, was zur vorsichtigen Stimmung der vergangenen Fed-Sitzung passen würde. Außerdem: Deutsche Industrie und US-Frühindikatoren.

Der US-Arbeitsmarktbericht gilt schon in normalen Zeiten als führender Konjunkturindikator. Das neuartige Umfeld der Erholung aus der Corona-Krise heraus hat den Jobmarkt jenseits des Atlantiks noch an Brisanz gewinnen lassen. Durch die zügige Öffnung der Wirtschaft hat sich seit März eine immer größer werdende Kluft zwischen der boomenden Nachfrage und geschwächten Kapazitäten der Unternehmen aufgetan, welche händeringend nach Arbeitskräften suchen. Die Arbeitslosenquote stagnierte zuletzt und liegt mit 5,9% noch klar über dem Vorkrisenniveau von rund 3,5%. Gründe für die niedrige Arbeitsaufnahme sind das unsichere Gesundheitsumfeld, unterbrochene Kinderbetreuung und die erhöhten Arbeitslosenhilfen. Die frühzeitige Beendigung der Hilfen in den (fast ausschließlich republikanischen) 25 Bundesstaaten konnte den Stellenaufbau noch nicht beschleunigen. Das dort höhere Beschäftigungslevel begründet sich vielmehr darin, dass der Einbruch zu Beginn der Krise gerade im Niedriglohnsektor schwächer ausfiel; die entscheidenden Metropolregionen sind überwiegend demokratisch regiert. Für den Stellenzuwachs kommende Woche ist aus unserer Sicht nur verhaltener Optimismus angebracht (BLB Prognose: +700 Tsd., Konsens: +850 Tsd.). Ab September dürfte sich der Stellenaufbau insbesondere im Niedriglohnsektor wieder stärker beschleunigen. Der Fachkräftemangel in der Industrie wird sich mittelfristig aber noch verschärfen.

Der Wochenfahrplan
Die deutsche Industrie berichtet und die US-Frühindikatoren für den Start in Q3 stehen an. Der US-Arbeitsmarktbericht beschließt die Woche.

Lesen Sie weiter USA: Apathie am Arbeitsmarkt (2.8. – 6.8.2021, Die Woche)

Weitere Ausgaben (August/Juli 2021)

Auf beiden Seiten des Atlantiks steht kommende Woche der volkswirtschaftliche Halbjahresabschluss an. Die BIP-Zahlen werden den Erholungsboom reflektieren. Außerdem: EZB-Review und Fed-Preview.
USA: Fed und Fiskus im Stimulus-Tandem ( 26.7. – 30.7.2021, Die Woche)

Letzte Woche hat die EZB ihre neue Strategie präsentiert, kommende Woche folgt die Umsetzung. Wir erwarten interessante Einblicke, aber keinen Richtungswechsel. Dazu: Gemischte Signale von den PMIs.
EZB: Neuer Stil, gleiche Botschaft ( 19.7. – 23.7.2021, Die Woche)

Der Boom bei den Rohstoffpreisen befeuert die Inflation, die in den USA kommende Woche das Marktumfeld bestimmen wird. Außerdem: Preview zum chinesischen Q2-BIP und Übersicht zur neuen EZB-Strategie.
Sorgen um Commodity-Preise und Inflation ( 12.7. – 16.7.2021, Die Woche)

Bei zuletzt enormen Auftragseingängen kommt die deutsche Industrie nicht mit der Produktion hinterher. Das liegt an Lieferproblemen, hat aber auch tiefergehende Ursachen. Zudem: US-Service-ISM, Fed.
Industrie: Strukturwandel bremst Produktion ( 5.7. – 9.7.2021, Die Woche)

Fokus auf Preise, Löhne und Arbeitsmarkt. Neben einem positiven deutschen und einem leicht enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht erwarten wir im Euro-Raum erneut eine Inflationsrate über EZB-Ziel.
Deutscher Arbeitsmarkt im Aufwind ( 28.6. – 2.7.2021, Die Woche)