Fed: Ruhe vor dem Sturm - Blickpunkt Die Woche
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Fed: Ruhe vor dem Sturm

Spekulationen zur geldpolitischen Straffung der US-Notenbank haben die Märkte zuletzt bestimmt. Diese Woche steht eine Sitzung auf dem Programm. Zudem: US-BIP, Italien-Wahl und Frühindikatoren.

Auf der Fed-Sitzung am Mittwoch wird es wohl noch keine Zinsänderung geben. Im Dezember signalisierte die Notenbank erheblich frühere Straffungsmaßnahmen, bedingt durch die weiter hohe Inflationsdynamik in Q4 und die Einengung am Arbeitsmarkt. Zunächst könnte nun die Rückführung der Anleihekäufe nochmals beschleunigt und das Ende der Käufe auf Februar (statt März) vorgezogen werden. Damit wäre der Weg für baldige Zinsanpassungen geebnet. Wir gehen nun von drei Zinsschritten à 25 Basispunkten in 2022 aus, beginnend mit der nächsten Sitzung im März, und rechnen zum Jahresende mit dem Beginn der Bilanzreduktion. Damit wäre man straffer als beim letzten Zyklus. Nach der ersten Zinserhöhung im Dezember 2015 dauerte es ein Jahr bis zum nächsten Schritt, die Bilanzreduktion setzte erst 2018 ein. Entscheidender Unterschied: Die Inflationsrate, die mit aktuell 7% rund sechs Prozentpunkte höher liegt als 2016. Die Aussicht auf steigende Zinsen treibt die Kapitalmärkte; die Renditen für 10-jährige Treasuries kletterten zuletzt auf rund 1,8%. Auf der Liste der Risiken für die globalen Finanzmärkte und die USKonjunktur dürfte eine (zu schnell) straffende Geldpolitik wohl bald an der Spitze stehen, nachdem die Sorgen um die Omikron-Variante abnehmen. Unsere neuen Prognosen werden in der Ausgabe 01/2022 der Perspektiven (erscheint: Mi., 26.1.) veröffentlicht.

Der Wochenfahrplan

Prall gefüllte Datenwoche: Q4-BIP-Zahlen für die USA und einige Euro-Länder, dazu die wichtigsten Januar-Frühindikatoren.

Lesen Sie weiter Fed: Ruhe vor dem Sturm (24.1. - 28.1.2022, Die Woche)

Weitere Ausgaben (Januar 2022/Dezember 2021)

Die deutsche Wirtschaft konnte 2021 aufgrund der Pandemie die Wachstumserwartungen nicht ganz erfüllen. Im Fokus der Märkte: Die US-Notenbank Fed stellt eine baldige Straffung in Aussicht.
Deutsches BIP: Erholung mit Gegenwind (17.1. – 21.1.2022, Die Woche)

Die Märkte präsentieren sich angesichts hoher Inflation und Zinsspekulationen bereits wieder volatil. Wir blicken auf die Konjunkturdaten der Woche: US-Inflation und deutsches BIP für 2021.
Nervöser Jahresstart 2022 (10.1. – 14.1.2022, Die Woche)

Zum Jahresausklang lohnt sich der Blick in den Rückspiegel: Zum einen auf unsere Prognosen, zum anderen auf denkwürdige Notenbanksitzungen diese Woche. Zudem: Der Datenkalender zwischen den Jahren.
2021: Das vertrackte Erholungsjahr (20.12.2021 – 7.1.2022, Die Woche)

Weichenstellung bei den beiden wichtigsten Notenbanken der Welt: Die Anleihekäufe werden reduziert. Zudem: BoE-Zinsentscheid, ifo Geschäftsklima, PMIs, US-Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze.
EZB und Fed: Langsam geht der Fuß vom Gas (13.12. – 17.12.2021, Die Woche)

Die Lieferkettenprobleme bereiten den Märkten Bauchschmerzen. Entspannungssignale gibt‘s vom Seehandel, aber die Probleme sollten uns noch einige Zeit begleiten. Dazu: Inflationsdiagnosen von Fed/EZB.
Gemischte Signale von den Lieferketten (6.12. – 10.12.2021, Die Woche)

Zinserwartungen und Konjunkturstärke sorgen für einen kräftigen US-Dollar – der Trend könnte sich aber schon bald umkehren. Zudem: Arbeitsmarktberichte in DE und den USA sowie deutsche Verbraucherpreise.
US-Dollar: Flüchtige Stärke (29.11. – 3.12.2021, Die Woche)