BayernLB

Marktbericht: Blickpunkt Immobilien

Immobilienmarkt Deutschland

Der Immobilienmarkt in Deutschland profitiert weiterhin von günstigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das anhaltend niedrige Zinsniveau befeuert Investments in Immobilien sowohl auf privater als auch auf institutioneller Seite. Die Risiken für Preisübertreibungen nehmen dabei zu. Konjunkturell stehen aber, wie auch auf Zinsseite, die Ampeln weiterhin auf grün. In den Immobilien-Assetklassen ergeben sich dabei unterschiedliche Ertragsaussichten.

Das unerwartete Brexit-Votum hat die Investoren national wie international aufgeschreckt. Konjunkturell werden die Auswirkungen vor allem in Großbritannien, aber auch in abgemilderter Form in Kontinentaleuropa spürbar sein. Die Effekte am deutschen Immobilienmarkt dürften aber insgesamt begrenzt bleiben.

Auch sind in einzelnen Marktsegmenten sogar positive Effekte des Brexit-Votums möglich, wenngleich nicht ausgemacht. So gilt der deutsche Immobilienmarkt im internationalen Vergleich als relativ sicher, was in einer Phase erhöhter Unsicherheit zum Kaufargument werden könnte.

Wohnimmobilienmarkt Deutschland: TOP 7-Standorte mit weiterem Aufwärtspotential

Vor dem Hintergrund der aktuellen Preissteigerungen führt die BayernLB regelmäßig eine Analyse der TOP 7-Standorte durch, um Warnsignale rechtzeitig zu identifizieren und Änderungen in der Finanzierungspolitik vorzunehmen. Unsere Analyse zeigt, dass die Preissteigerungen im Vergleich zu den letzten Jahren aufgrund einer höheren Bautätigkeit bereits geringer ausfallen. Zusätzlich werden diese unserer Meinung nach derzeit zu einem großen Teil durch gute wirtschaftliche Rahmendaten der Standorte fundamental begründet.

Angesichts der Rezession im Euro-Raum nach der Finanzkrise und den weiterhin unvollständigen Krisenmechanismen in der Währungsunion drängt sich die Frage auf, wie sensitiv die Analyseergebnisse in einem Szenario sind, in dem die Konjunktur erneut in ähnlicher Weise getroffen wird. Wir haben daher ein Stressszenario einer Rezession entwickelt, die im Ausmaß in etwa die konjunkturellen Auswirkungen der Finanzkrise widerspiegelt, jedoch zeitlich noch etwas länger wirkt, da der Spielraum der Geld- und Fiskalpolitik in vielen Regionen inzwischen begrenzt ist. Im Ergebnis verschlechtert sich die Risikoeinschätzung aller Standorte. Um die Attraktivität der Standorte wieder auf das ursprüngliche Niveau zu heben ergibt sich in der Modellsimulation ein negatives Preisveränderungspotential der Kaufpreise von 25% (z.B. München) bis 35% in Berlin.

Logistikmarkt Deutschland

2014 haben die Transaktionsvolumina am Logistikimmobilienmarkt neue Rekordhöhen erreicht. Was ist für die Zukunft zu erwarten? Das wirtschaftliche Umfeld für die künftige Entwicklung in der Logistik, gemessen an der Beschäftigung die zweitgrößte Branche Deutschlands, ist günstig. Deutschland befindet sich in einem konjunkturellen Aufschwung, der von einer starken Binnennachfrage getragen wird, während sich die Konjunktur im Euro-Raum als wichtigster Absatzmarkt zunehmend stabilisiert. Unterstützung kommt, neben der Geldpolitik (niedrige Zinsen, schwacher Euro) auch vom niedrigen Ölpreis.

Die Research-Spezialisten der BayernLB ziehen in ihrer aktuellen Immobilienstudie folgendes Fazit: Die Logistikbranche profitiert sowohl von der stärkeren Konjunktur als auch von günstigen Kraftstoffpreisen. Im Jahr 2014 eroberte Deutschland zudem die Führungsposition im Logistic Performance Index der Weltbank zurück, wobei die Infrastruktur und Kompetenz in der Sendungsverfolgung hervorgehoben wurden, was insbesondere angesichts einer Verdoppelung des E-Commerce-Umsatzes seit 2009 ein wichtiger Standortfaktor ist.

Das BayernLB Research beleuchtet zukünftig in Kooperation mit den Research-Teams der LBImmoWert und Real I.S. mehrfach im Jahr aktuelle Themen des Immobilienmarktes.