BayernLB

Die Zukunft im Portfolio

Verantwortungsbewussten Anlegern geht es nicht nur um die finanzielle Rendite, sondern auch um die Wirkung ihrer Investments. Wie Anleger jetzt mit zukunftsorientierten Unternehmen im Portfolio profitieren können. Von Thomas Bundschuh

An morgen denken: Kluge Investoren setzen auf Unternehmen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen künftige Entwicklungen frühzeitig antizipieren

© Fabia Matveev

6.30 Uhr morgens. Der Toaster, gerade mit zwei Buttertoasts bestückt, verweigert seinen Dienst. Die Begründung flimmert über das Display: „Zu wenig Bewegung!“ steht da. Sehr kurz, sehr knapp, aber auch sehr bestimmt. Knäckebrot ist an diesem Morgen angesagt, weil die ungenutzten Sportschuhe mal wieder gepetzt haben.

Noch kein Alltag, aber auch keine Science-Fiction mehr. Die technischen Voraussetzungen für das Internet der Dinge sind längst gegeben. 8,4 Milliarden Geräte vernetzen sich bereits heute miteinander, fast ein Drittel mehr als noch 2016, bilanzieren die Marktforscher der Gartner Group. Gesamtumsatz der Branche: aktuell rund zwei Billionen Dollar. Und damit ist noch lange nicht Schluss. Bis 2020, so die Prognose der Marktforscher aus den USA, werden bereits 20,4 Milliarden Geräte untereinander kommunizieren. Lange dauert es also nicht mehr, bis der Sportschuh mit dem Toaster spricht.

Was das bitte schön mit Asset Management zu tun hat? Eine ganze Menge. Denn das voll digitalisierte Internet der Dinge ist nur einer von gleich mehreren Megatrends, die jetzt immer stärker in den Fokus der Vermögensverwalter bei deren Anlageentscheidungen drängen. Elektromobilität, gesunde Ernährung, Energiewende, kohlenstoffarme Wirtschaft, Megacitys und die demografische Veränderung markieren weitere, sehr entscheidende Umbrüche in der modernen Welt, die zukunftsorientierte Unternehmen frühzeitig antizipieren und in ihr Geschäftsmodell integrieren. „Kluge Investoren setzen deshalb auf die Gewinner von morgen und stoßen die Verlierer ab“, sagt Julian Rautenberg, Co-Chef und zugleich Niederlassungsleiter bei Globalance Invest in München, der erste Vermögensverwalter in Deutschland, der mit seinem zukunftsorientierten Asset Management neue Wege erfolgreich beschreitet und nicht nur in die Zukunft investiert, sondern auch noch den Footprint dieser Anlagen analysiert.

Ein Ansatz, der die BayernInvest, hundertprozentige Tochter der BayernLB, so sehr überzeugte, dass sie nun eine strategische Partnerschaft mit Globalance Invest ins Leben gerufen hat. Dabei eröffnet die BayernInvest – auch über die enge Einbindung in den BayernLB-Konzern – einen breiten Zugang zu institutionellen Investoren in Deutschland, während Globalance Invest seine Spezialexpertise für zukunftsorientierte Anlagen einbringt. „Das ist für beide Seiten eine echte Win-win-Situation. Gemeinsam können wir institutionellen Kunden im deutschen Markt jetzt zukunftsorientierte Anlagelösungen mit positivem Footprint bieten“, betont Michael Braun, Generalbevollmächtigter der BayernInvest.

Der Globalance Footprint, ein Analyse- und Monitoringtool, zeigt auf einer Skala von 0 bis 100, wie positiv ein Unternehmen in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und ökologischer Hinsicht wirkt. Hohe Werte stehen für innovative und robuste Geschäftsmodelle, die für zukünftige Herausforderungen über- durchschnittlich gut gerüstet sind. Investoren sichern sich auf diese Weise eine doppelte Rendite aufgrund der Gewissheit, dass ihr Kapital eine entsprechende Zukunftswirkung erzielt. „Der Footprint macht transparent, wie wir mit einem Investment die Welt in eine positive Richtung bewegen können. Der nächsten Generation von Anlegern geht es nicht nur um Rendite, sondern auch um eine positive Wirkung“, sagt Julian Rautenberg.

More Future: Robotik und das Internet der Dinge markieren nur zwei entscheidende Umbrüche, die unsere Welt von morgen prägen werden.

© Fabia Matveev

Zukunftsbeweger entwickeln die Wirtschaft weiter

Was zeichnet nun aber die Gewinner von morgen aus? Welche Unternehmen sind es, die Investoren eine attraktive Rendite bieten und zugleich zukunfts- und werteorientiert handeln? Kurz gesagt, sind es die „Zukunftbeweger“ – so nennt sie Globalance Invest und meint damit Unternehmen, die die Wirtschaft weiterentwickeln. Und es sind Unternehmen, die die Art und Weise, wie wir produzieren und konsumieren, positiv beeinflussen. So geht es beispielsweise bei Energieunternehmen oder Automobilproduzenten ganz allgemein um die nachhaltige Wirkung ihrer Produkte auf das Klima, bei Technologieunternehmen um deren Antworten auf die Energiewende und bei Modeunternehmen darum, ob sie faire Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern garantieren. Wer bietet die besten Lösungen für die Infrastrukturen der Megacitys von morgen? Welche Unternehmen spielen ganz vorne mit, wenn es um die Themen Raumplanung, Verkehr, Wasser und Bildung geht?

Unilever etwa ist ein Zukunftbeweger und gehört nach Ansicht von Globalance Invest ins Portfolio, weil der Konsumgüterhersteller für Indien systematisch Produkte entwickelt, die ohne Wasser auskommen – beispielsweise ein Haarshampoo –, und damit einen wichtigen Beitrag für den unter chronischem Wassermangel leidenden Subkontinent leistet.

Ebenso rendite- und wertestark sind Nahrungsmittelproduzenten, die sich zunehmend von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln und Getränken verabschieden. Hierzu muss man wissen: Mexiko erhebt seit 2014 eine zehnprozentige Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke, um den Problemen Fettleibigkeit und Diabetes entgegenzuwirken. Auch andere Länder diskutieren bereits über die Einführung einer solchen Steuer. Nahrungsmittelproduzenten, die Produkte für eine gesunde Ernährung anbieten, stehen hoch im Kurs. Ein exotisches Beispiel gefällig? Das Unternehmen Leroy Seafood hat sich auf die nachhaltige Fischzucht spezialisiert und ist damit heute entlang der ganzen Produktionskette von der Zucht bis zum Restaurant sehr erfolgreich unterwegs.

Ganz so eindeutig ist die Bewertung aber nicht immer. Im Bereich der Künstlichen Intelligenz etwa ist ein solides Gespür für deren Möglichkeiten und Grenzen gefragt. Aktueller Fall: Botnik, ein Start-up in New York, entwickelte eine Schreibsoftware, die in der Lage ist, Texte fortzusetzen. Die Technik nennt sich „Predictive Writing“, vorausschauendes Schreiben. Ein bekanntes Projekt ist die Fortsetzung der „Harry Potter“-Romanreihe. Hierfür wurde der Computer mit allen bisherigen Bänden „gefüttert“, und ein Algorithmus setzte die Geschichte fort. Wenn nun aber die Buchstaben der Zukunft computergenerierter Content sind, ist eine Manipulation der öffentlichen Meinung durch News-Algorithmen nicht auszuschließen. Positives muss bei der Anlageentscheidung mit Negativem klug abgewogen werden.

Eine herausfordernde Aufgabe, die der Footprint bestens erfüllt. Als integraler Bestandteil der Anlagestrategie für alle Assetklassen punktet er als eine Art Google Earth, der Investoren hilft, mehr über ihre Anlagen zu erfahren. Eine Innovation im Asset Management; eigentlich eine schon längst überfällige. Denn die Nutzung vergleichbarer „Helfer“ im Alltag ist bereits selbstverständlich geworden. Denken wir nur an Tripadvisor für die Reisebranche, ebookers.com für die Flugindustrie oder Google Earth für den Reisenden.

„Kodak-Firmen“ stellen gewissermaßen das Gegenteil eines positiven Footprints dar und gehören folglich nicht ins Portfolio. Rückblick: Ende der 90er Jahre. Kodak, einstmals weltweit bedeutender Hersteller fotografischer Ausrüstung, hielt mit der Digitalisierung der Fotografie nicht Schritt. Nach einer von Krisen und Stellenabbau geprägten Durststrecke firmiert das Unternehmen heute als Eastman Kodak Company und hat sich auf die Herstellung professioneller Druckmaschinen umpositioniert.

Heute hat die fortschreitende Digitalisierung weitreichende Auswirkungen etwa auf die Mobilität von morgen und krempelt die Automobilindustrie kräftig um. Zu den Zukunftbewegern zählen Unternehmen, die in neue Formen der Mobilität investieren und Produkte für eine kohlenstoffarme Zukunft anbieten. Die Entwicklung schreitet hier rasant voran. Immer mehr Länder – unter ihnen beispielsweise Indien, China, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande – verkünden, in ihren Städten in den nächsten Jahren nur noch Hybrid- und Elektroautos zuzulassen. Während China mit seinen mittlerweile knapp einer Million rein batteriebetriebenen Fahrzeugen und Hybriden bereits zum Maßstab in der Elektromobilität avancierte, starten die Hersteller in Deutschland erst ihre Aufholjagd.

Als „das“ Zukunftsprojekt besticht derzeit ein von Saudi-Arabien initiiertes Megaprojekt, das im Oktober letzten Jahres erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Es geht dabei um nichts weniger als die Erschaffung einer Stadt der Zukunft mit dem modernsten Technologiepark der Welt. Das Kind trägt den Namen „Neom“, der sich aus „neo“ (griechisch: neu) und „m“ für „mustaqbal“ (arabisch: Zukunft) zusammensetzt. Neom wird seinen Energiebedarf ausschließlich aus den erneuerbaren Energien Wind- und Sonnenkraft speisen. Die Baukosten liegen bei bis zu 500 Milliarden US-Dollar, und geleitet wird das Projekt von Klaus Kleinfeld, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Siemens AG und Ex-CEO bei Alcoa.

„Zukunftbeweger Megacity“ könnte für das Megaprojekt Neom die Überschrift lauten, und Unter- nehmen, die genau auf solche Megatrends reagieren und Lösungen entwickeln, werden in Zukunft zu den erfolgreichen zählen. Gleichzeitig sind dies auch die Unternehmen mit einem hohen positiven Footprint. Wer als Investor auf sie setzt, optimiert nicht nur seine Rendite, sondern trägt auch zur Stabilität und Zukunftsfähigkeit unseres Planeten bei.