BayernLB

Gefragt, gesagt.

Vor welchen Herausforderungen steht die Energiebranche? Welche Weichen werden im Mobilitätssektor heute schon für die Zukunft gestellt? Und wie unterstützen wir als #Fortschrittsfinanzierer unsere Kunden bei ihren Aufgaben? Antworten geben unsere Kollegen Sebastian Schenk und Dr. Christoph Pasternak im Interview.

Die Energie von morgen.

Sebastian Schenk und sein Team Netzbetreiber und Energieversorger gestalten den Wandel und die Zukunft in der Energiebranche mit. Im Gespräch erklärt er, wie er und sein Team den Herausforderungen der Branche begegnen und wie die BayernLB ihre Kunden bei einem nachhaltigen Strukturwandel begleitet.

Gefragt, gesagt.

Gespräch mit Sebastian Schenk, Sector Head Energieversorger & Netzbetreiber bei der BayernLB.

Sebastian, die BayernLB ist seit Jahrzehnten verlässlicher Partner der Energieversorgungs-Unternehmen. Wo liegen die Unterschiede in der Begleitung von Kunden heute im Vergleich zu früher?

Allein die letzten Monate der Pandemie haben gezeigt, wie flexibel wir uns auf neue Situationen einstellen mussten und eingefahrene Muster hinterfragten. Es zeigt sich, wenn wir gezielt unsere Blickwinkel verändern, gewinnen wir auf diese Weise noch tiefere Erkenntnisse auch über die spezifischen Herausforderungen im jeweiligen Ökosystem. Mit Blick auf den Energiesektor: Der Veränderungsdruck für die Branche ist ungleich höher geworden durch Digitalisierung und die Klimaziele der Politik. Die gewollte Dekarbonisierung der Energieerzeugung bedingt einen noch stärkeren Ausbau der Erneuerbaren Energieproduktion. Zugleich stehen erhebliche Investitionen in Speichertechnologien, die Sektorkopplung zur Nutzung von Grünstrom in Industrie, Gebäuden und Verkehr oder der Ausbau der Leitungsnetze auf der Agenda der Unternehmen. Wir beobachten dabei eine Reihe von sehr spannenden Projekten und Entwicklungsschüben.

Die da sind …?

Übergeordnet konnten wir im Markt in den letzten Jahren insbesondere folgende Maßnahmen erkennen: 1. Umstrukturierungen um die Geschäftsschwerpunkte so neu zu justieren 2. Fokussierung auf Service hin zu einem Dienstleistungsversorger 3. Flexibilisierung im Energiesystem 4. Investitionen in Erneuerbare Energien und Technologien

Was leistet die Bank in diesem Zusammenhang für ihre Kunden?

Damit ein nachhaltiger Strukturwandel gelingt, sind Versorger und Investoren auf erfahrene Finanzpartner angewiesen, die auch erhebliche Investitionsvolumen und komplexe Projektfinanzierungen realisieren können. Denn der massive Investitionsbedarf der Unternehmen wird nicht allein durch klassische Kredite, sondern verstärkt auch über strukturierte Finanzierungen und einen Zugang zum Kapitalmarkt gedeckt werden müssen. Hier können wir einen entscheidenden Mehrwert leisten. Mit unseren Strukturierungskompetenzen in den verschiedenen Produktfeldern können wir bei der Realisierung und sogar schon im Vorfeld als Berater für geplante Vorhaben unterstützen.

Wo siehst Du den größten Handlungsbedarf?

Neben dem Ausbau der Netze vor allem im Bereich der Speichertechnologien. Wahrscheinlich kommt der Sektorkopplung in Zukunft die größte Bedeutung zu. Aber es gibt nicht die eine technologische Lösung, um Strom nachhaltig, wirtschaftlich und sicher bereitzustellen. Daher muss an allen verfügbaren Stellschrauben gedreht werden. Die Energiewende im Stromsektor ist in Deutschland in punkto Nachhaltigkeit und Ausbau der Erneuerbaren Energien auf einem richtigen Weg. Wir von der BayernLB wollen als verlässlicher Partner mit tiefer Branchenexpertise als #Fortschrittsfinanzierer den Wandel und die Zukunft der Energiebranche mitgestalten.

Die Mobilität von morgen.

Dr. Christoph Pasternak und sein Team Schiene & Bus gestalten die Mobilität der Zukunft. Im Gespräch erklärt er, wie sie den Herausforderungen in der Branche begegnen und wie die BayernLB ihre Kunden bei einem nachhaltigen Strukturwandel begleitet.

Gespräch mit Dr. Christoph Pasternak, Sector Head Schiene & Bus bei der BayernLB.

Christoph, die Mobilitätsbranche ist in Bewegung, auch im Sektor „Schiene & Bus“ werden umfangreiche Investitionen getätigt, sowohl in E-Busse, Schienen-Fuhrparks, klimafreundliche Loks und neue Waggons, als auch in die Infrastruktur. Wo liegen die größten Herausforderungen?

Die Herausforderungen sind ganz unterschiedlich. Wir sehen zum Beispiel bei neuen Ausschreibungen im Schienenpersonennahverkehr einen hohen politischen Druck, auf alternative Antriebe wie Batterie- oder Wasserstoffzüge umzusteigen. Dabei gibt es noch wenige Hersteller mit einem wirklich ausgereiften Angebot. Ganz zu schweigen von technologischen Unsicherheiten. Für viele private Eisenbahnverkehrsunternehmen lohnt es sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht, alternative Antriebe einzusetzen. Helfen würde hier eine Anschubfinanzierung durch den Staat. Aber die Förderlandschaft ist sehr unübersichtlich. Da wollen wir als BayernLB noch mehr Know-how aufbauen, um Fördermöglichkeiten mit unseren Kreditprodukten zu kombinieren. Zudem muss sich der Einsatz alternativer Antriebe über die gesamte Produktionskette lohnen. Ein punktueller Einsatz von Wasserstoffzügen, für die der Wasserstoff mit Diesel-LKWs zu Tankstellen transportiert wird, die noch aufgebaut werden müssen. Das ist für uns nicht im Sinne einer nachhaltigen Wertschöpfung. Da muss noch einiges passieren. Denn die Krönung ist es, wenn wirklich die gesamte Transportkette grün ist und so von uns auch grün, also ESG-konform, finanziert werden kann.

E-Mobilität gilt allgemein als Schlüsselfaktor für mehr Klimaneutralität – wie sieht es hier in Bezug auf Schiene und Bus aus? Welchen Beitrag kann die Branche zur Dekarbonisierung leisten, etwa durch neue Antriebstechnologien? Welche Rolle spielt die Wasserstofftechnologie?

40% des deutschen Eisenbahnnetzes sind nicht elektrifiziert. Auf diesen 40% findet aber nur ein Bruchteil des Verkehrs statt. Wenn da einmal pro Stunde ein Zug vorbeifährt, lohnt es sich nicht, solche Strecken zu elektrifizieren. Daher ist die Frage: Batterie oder Wasserstoff. Batteriezüge, sogenannte BEMUs, kann man gut auf kurzen Stichstrecken einsetzen, die von einer elektrifizierten Hauptstrecke abzweigen, auf Strecken im Flachland oder in der Nähe von Ballungsgebieten. Ein Beispiel sind hier die bisherigen Dieselnetze Nord /Ost in Schleswig-Holstein. Sobald es hügeliger wird, lange Strecken zu fahren sind oder schlichtweg mehr Masse zu bewegen ist, weil mehr Menschen fahren und ein Triebzug länger und damit auch schwerer ist, wird Wasserstoff die zentrale Rolle spielen. Ein Beispiel ist hier die Taunusbahn bei Frankfurt. Ich persönlich bin überzeugt, dass es durchaus noch Spielraum für Dieseltriebzüge gibt. Denn ein Dieseltriebzug ist immer noch besser als 100 Single Haushalte, die jeweils ein Auto nutzen. Dennoch ist meines Erachtens die politisch gewollte Entscheidung pro alternative Antriebe schon gefallen. Noch nicht so radikal wie beim PKW. Aber der Umbau steht an. Unsere Enkel werden auf Dieselzüge so starren wie ich als Kleinkind – und damit oute ich mich als Kind der 70er - auf Dampflokomotiven geschaut habe.

Was ist aus Deiner Sicht das dringlichste Handlungsfeld? Und wo liegen die Stärken der BayernLB?

Das wichtigste aktuelle Handlungsfeld liegt meines Erachtens darin, den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Mobilitätsverhalten zu begegnen. Der Modal Split hat sich zu Lasten des ÖPNV und in Innenstädten zu Gunsten des Fahrradverkehrs entwickelt. Aber auch zu Gunsten des Autos. Viele Familien haben sich wieder einen Zweitwagen angeschafft, die Preise für Gebrauchtwagen haben in der Krise angezogen. Diese Investitionen, die jetzt einmal von uns getätigt sind, bleiben erst einmal auch in der Zeit nach Corona bestehen. Außerdem: Unser Mobilitätsverhalten ändert sich aktuell ebenfalls. Das Umfeld von Ballungsräumen wird attraktiver. Man erkennt es an den derzeit stärker steigenden Immobilienpreisen in den Vororten im Vergleich zu den Innenstädten. Der öffentliche Nah- und Fernverkehr ist hier nicht gut aufgestellt, weil er auf die Stadtzentren orientiert ist. Die Entscheidungswege im ÖPNV sind langwierig. Vieles lebt von eingespielten und bisher hervorragend funktionierenden Strukturen. Wir als BayernLB verstehen mit unserem Sektor-Know-how beide Seiten. Den Kunden auf der einen und die Anbieter auf der anderen Seite. Seit über 10 Jahren finanzieren wir den Schienenpersonennahverkehr in Deutschland mit vollem Elan. Gleichzeitig beobachten wir neue Entwicklungen. Vernetze Verkehrslösungen von der Haustür bis zum Ziel sind bisher oft nur eine „Spielwiese“ von Start Ups. Sie werden aber kommen müssen, um in der bestehenden starren und schienengebundenen Infrastruktur ausreichend Flexibilität für verändertes Mobilitätsverhalten einbauen zu können. Daher beobachten wir vom autonom fahrenden Auto per Abo-Modell über Urban Air Mobility bis hin zu Mobilitätsplattformen alle Entwicklungen. Um als Fortschrittsfinanzierer dann passende Finanzierungsstrukturen für zukünftige Mobilitätslösungen mit unseren Kunden gemeinsam zu entwickeln.