BayernLB

Gefragt, gesagt.

Oliver Bolus und sein Team Maschinen- & Anlagenbau sind dabei, wenn es um die Zukunft des Maschinen- und Anlagenbaus geht. Im Gespräch erklärt er, wie sie den Herausforderungen in der Branche begegnen und wie die BayernLB ihre Kunden begleitet.

Gefragt, gesagt.

Gespräch mit Oliver Bolus, Sector Head Maschinen- & Anlagenbau bei der BayernLB.

Oliver, im Maschinen- und Anlagenbau sind deutsche Unternehmen traditionell stark. Wo liegen die Herausforderungen?

Der Maschinen- und Anlagenbau deckt ja ein weites Spektrum ab. Ob Werkzeugmaschinenbau, Fördertechnik, Baumaschinen, Druck- oder Verpackungsmaschinen oder Antriebstechnik – jeder dieser Sektoren hat spezifische Herausforderungen zu meistern, um in seinem Umfeld wettbewerbsfähig und nachhaltig profitabel zu sein. Ein gezieltes Verständnis der Kundenbedürfnisse je Sektor ist dabei essentiell. Sektorübergreifend gesprochen, stehen alle gemeinsam vor der Aufgabe, die digitale Transformation – mit unterschiedlicher Relevanz – zu schaffen. Nämlich, wie schaffe ich es als Unternehmen, die Vielzahl der vorhandenen und produzierten Daten entlang der eigenen Wertschöpfungskette als strategische Komponente für das Unternehmen nutzbar zu machen und das Geschäftsmodell dabei weiter zu entwickeln, z.B. Nutzung für Preisoptimierungen, Predictive Maintenance für Wartungskosten-Reduktion oder dem Trend der „Service Digitalisierung“. Die Zukunft des künftig "nachhaltigen“ Maschinen- und Anlagenbaus wird durch moderne Informationstechnologien und Vernetzung geprägt sein – so dass die Unternehmen eine Antwort auf die Frage haben sollten, wie konkret sie diese Lücke schließen können.

Also Künstliche Intelligenz?

Nicht nur Künstliche Intelligenz erlebt derzeit einen sehr großen Hype – klar versteht man darunter auch Maschinen, die können was der Mensch kann: hören, sehen, sprechen, lernen und Probleme lösen. Innovative Technologietrends wie zum Beispiel Additive Fertigung, also 3D-Druck und mobile Robotik haben schon länger Einzug gehalten im Maschinen- und Anlagenbau. Aber auch Standardisierung und Modularisierung der gesamten Auftragsabwicklung war und wird immer wichtiger. Doch vor allem Künstliche Intelligenz wird für unsere Wirtschaft – genauer gesagt im verarbeitenden Gewerbe – eine zentrale Rolle spielen und für grundlegende Veränderungen sorgen und kann zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber für Unternehmen werden. Denn schon heute ist Künstliche Intelligenz keine Zukunftsmusik mehr für Unternehmen. KI-Verfahren können für Unternehmen ungeahnte Möglichkeiten von der Prozessoptimierung bis hin zu Geschäftsmodellinnovationen bieten. Das unterstreicht auch eine neue Studie unserer Research-Kollegen. Die Frage ist, wie schnell die Unternehmen in der Lage sein werden, ihre Infrastruktur mit ihren vorhandenen Automatisierungssystemen in neue Plattformen etc. einbinden zu können – sowohl operativ als auch finanziell.

Wie viele andere kämpft die Branche aber derzeit noch mit Problemen der Lieferketten …

Durchaus. Aber auch dies ist innerhalb der verschiedenen Sektoren der Branche unterschiedlich ausgeprägt. Corona hat aber hier einen grundlegenden Schwachpunkt aufgezeigt, der eigentlich in der allgemeinen Globalisierung der Wirtschaft zu verorten ist. Internationale Lieferketten sind meist extrem komplex und durch vielfältige Einflussfaktoren störungsanfällig. Durch Corona wurde deutlich, dass es wichtiger denn je ist, sich mit Logistikkonzepten, Lieferantennetzwerken und Konzepten zur Kapazitätsverlagerung zu beschäftigen, um im Notfall gerüstet zu sein, wenn ein wichtiger Zulieferer ausfällt. Flexibilität - insbesondere bzgl. Working Capital Management - und Optimierungen entlang der Wertschöpfungskette sind gefragt um widerstandsfähige Produktionsnetzwerke aufzubauen.

Doch trotz Corona sieht es nicht schlecht aus für den Maschinen- und Anlagenbau?

Nein, die Aussichten sind gut. Der Branchenverband VDMA sieht die deutschen Maschinenbauer für 2021 auf Wachstumskurs und hat seine Produktionsprognose in Deutschland nochmals erhöht. Die Auftragseingänge sind stark gestiegen – insbesondere der Werkzeugmaschinenbau hat wieder deutlich an Fahrt aufgenommen und der ifo-Geschäftsklimaindex ist aktuell anhaltend positiv. Auch eine bessere Auslastung der Kapazitäten ist positiver Treiber dieser Entwicklung. Außerdem profitiert der deutsche Maschinen- und Anlagenbau von umfangreichen Konjunktur- und Wachstumspaketen in wichtigen Absatzmärkten. Kurzfristig bleiben wird allerdings die Herausforderung, tragfähige Lösungen zu finden für das zentrale Thema „Auslieferung und Endabnahme von Maschinen“.

Wie begleitest Du und Dein Team unseren Kunden auf ihrem Weg in die Zukunft?

Mit dem, was wir am besten können: Wir reden mit unseren Kunden auf Augenhöhe und wollen strategischen und finanziellen Mehrwert liefern. Das kann ein strategischer Austausch für potentielle Akquisitionen sein oder eine Finanzierungs-Lösung im Bereich Working Capital. Darüber hinaus wollen wir das wachsende Sektor Know-how & die Sektor Trends unseren Kunden zugänglich machen und im gegenseitigem Miteinander hinterfragen und Lösungen diskutieren. Das erfordert Verständnis für ihr Geschäftsmodell und Offenheit für kreative Finanzierungslösungen – dafür wollen wir stehen.