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Feldbinder - Ständig auf Achse

Winsen (Luhe) in Niedersachsen, Landkreis Harburg bei Hamburg. Eine Halle so groß wie ein Flugzeughangar. Innen dreht sich ein tonnenschwerer LKW wie ein Spanferkel am Spieß. Eine gigantische Halle weiter werden Aluminiumteile gebogen und zu Röhren zusammengeschweißt, jede einzelne so groß wie der Bauch eines Wals. Passenderweise geht es um Tierfutter: Hier entsteht ein Silo-Sattelauflieger. Spezialaufbauten, mit denen sich Feldbinder einen Weltruf erarbeitet hat.

Feldbinder ist einer der größten europäischen Hersteller von Spezialfahrzeugen der Nutzfahrzeug-Industrie. Das 1975 gegründete Unternehmen bietet Lösungen für die Straße oder Schienen an – für alles, was transportiert werden muss. Egal, ob flüssig, granuliert oder pulverisiert. Clous sind die Ellipsenform der Konen (statt wie bis dato runde) und Schüsseln zum Ablassen des Transportinhalts sowie der konsequente Einsatz von Aluminium. Das erhöht die Nutzlast signifikant und sorgt für einen handfesten Wettbewerbsvorteil.

Ein Wettbewerbsvorteil, der spürbar ist. Im Mai 2017 feierte Feldbinder den Roll-Out mit der Seriennummer 55.555. Ein Zuckertransporter für ein polnisches Unternehmen. Ein Zufall ist das nicht. Nicht nur, weil am 1. Oktober 2017 die EU-Quotenregelung für Zucker fiel und dies die Logistik- und Transportströme in ganz Europa massiv veränderte. Sondern auch, weil mittlerweile 60 Prozent des Feldbinder-Umsatzes auf das europäische Ausland entfallen, unter anderem auf Polen, wo die großen Speditionen sitzen.

Die Auftragslage lässt die Feldbinder-Geschäftsführung überaus optimistisch in die Zukunft blicken. Nur ein Thema sorgt für Magengrimmen: der Fachkräftemangel. Doch auch hier beschreiten die Nordlichter innovative Wege – so wie einst, als die Firmengründer Otto Feldbinder und Jan-Dirk Beckmann die Welt der Spezialaufbauten mit Kreativität und technischem Know-how neu gestalteten.