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Megatrend - Energie und Klimawandel

Bevölkerungszuwachs sinkt – Emissionszuwachs nicht (26.11.2019)

Eine Verbesserung globaler Emissions-Kennziffern ist selbst unter Einbeziehung günstiger Demographie-Daten kaum absehbar – es sei denn der Technologie-Joker sticht.

Kurz & klar

  • Die UNO korrigiert ihre Wachstumsprognose für die Weltbevölkerung nach unten: Ab dem Jahr 2100 soll die Zahl der Menschen weltweit stagnieren. Gleichzeitig liegt der Gipfel im jährlichen Bevölkerungszuwachs (93 Mio. im Jahr 1988) lange hinter uns.
  • Eine nennenswerte Verringerung der globalen Emissionen ist dennoch nicht absehbar: Neben den steigenden absoluten CO2-Emissionen zieht derzeit auch der Verbrauch pro Kopf und sogar der absolute CO2-Zuwachs pro Jahr durch Bevölkerungswachstum (CO2 pro Kopf multipliziert mit dem absoluten Bevölkerungszuwachs) an.
  • Unterentwickelte Länder wollen auch zukünftig wirtschaftlich aufholen – entwickelte Länder wollen ihren Verbrauch kaum einschränken. Erfolge bei der effizienteren Nutzung von Ressourcen und der Verringerung von Emissionen hängen deshalb (Stand heute) fast ausschließlich vom technologischen Fortschritt ab.

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Bisher kein Greta-Effekt im Flugverkehr (4.11.2019)

Der Flugverkehr steht als Klimasünder in der Kritik. Bisher ist noch kein Flugverzicht erkennbar, wobei die Luftfahrt davon profitiert, dass es bei Langstrecken kaum Alternativen gibt.

Kurz & klar

  • Nicht erst seit Greta Thunbergs Bootsfahrt über den Atlantik steht der Flugverkehr als Klimasünder in der Kritik
  • Bisher ist noch kein Flugverzicht erkennbar, wobei die Luftfahrtbranche davon profitiert, dass es bei Langstrecken kaum Alternativen gibt
  • Die Klimaschutzdebatte ist vor allem ein europäisches Phänomen
  • Die Luftfahrt hat ihre CO2-Bilanz bereits deutlich verbessert

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Klimapaket als handhabbare Wurfsendung (27.09.2019)

Die große Koalition will mit dem Klimapaket den CO2-Verbrauch durch eine Vielzahl von verschiedenen Maßnahmen verringern. Der fiskalische Impuls fällt wohl gering aus.

  • Die große Koalition will mit dem Klimapaket den CO2-Verbrauch durch eine Vielzahl von Regelungen, Förderungen und Entlastungen verringern. Konsistenz ist nicht immer gegeben.
  • Der Bund finanziert das Klimapaket zum Teil über neue grüne Anleihen. Allerdings fällt der fiskalische Impuls wohl gering aus.
  • Die Einbindung aller Sektoren in einen umfassenden CO2-Handel erhöht das Handelsvolumen erheblich. Die angestrebte Preisspanne ist allerdings wenig ambitioniert.

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Klimawandel: Mit Überschall nach Paris (30.07.2019)

Mit einer symmetrischen Steuer könnten wir unsere Klimaziele erreichen ohne das Fliegen zu verbieten.

  • Den Klimawandel aufzuhalten, ist nicht nur Geschmackssache. Deutschland ist eine völkerrechtliche Verpflichtung eingegangen, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 auf 55% des Werts von 1990 zu senken und bis 2050 CO2-neutral zu sein.
  • CO2 aus der Atmosphäre zu binden, ist technisch und wirtschaftlich durchführbar.
  • Zur Reduktion der Emissionen erscheint kurzfristig eine stringente Steuerregelung als beste Lösung, die später von einem globalen Zertifikatesystem ersetzt werden sollte. Kernstücke sind:
    • Symmetrie: Unternehmen, die CO2 ausstoßen zahlen Steuern und Unternehmen die CO2 absorbieren erhalten eine Subvention (zahlen eine negative Steuer).
    • Positive Nettoerlöse: Das Steueraufkommen fließt in einen Fond und wird bei Verfehlen des Emissionsziels eingesetzt um Negativemissionen zu generieren.
  • Den resultierenden Verteilungswirkungen kann mit kluger Verwendung des Steueraufkommens entgegengewirkt werden. So kann bspw. sozialer Wohnungsbau und mehr/besserer ÖPNV Pendlern die Möglichkeit geben, ihre Strecken zu verkürzen oder mit Bus oder Bahn zurückzulegen, was die Steuerlast senkt.

Muss etwas getan werden?

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EU-Taxonomie für Nachhaltigkeit: Der Nebel lichtet sich (24.06.2019)

Im März 2018 veröffentlichte eine EU-Expertenkommission (High Level Expert Group [HLEG]) einen von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Bericht mit Empfehlungen für die Schaffung eines nachhaltige Investitionen unterstützenden Finanzmarktes. Dieser soll Investitionen in nachhaltige Projekte vereinfachen. Private Investitionen in nachhaltige Projekte werden von der EU als essentiell erachtet, wenn es darum geht die auf der Weltklimakonferenz 2015 in Paris vereinbarte Klimaziele noch zu erreichen. In ihrem Report macht die HLEG Vorschläge um...

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Kohleausstieg: Folgen für Energiepreise und Investoren (11.02.2019)

  • Die Kohlekommission schlägt den Ausstieg aus der Kohleverstromung bis Ende 2038 vor.
  • Auf die weltweiten Kohlepreise hat die Entscheidung wohl keine Auswirkungen. Der Strompreis in Deutschland dürfte aber steigen.
  • Der Markt für Green Bonds könnte profitieren. Wichtiger sind hier aber regulatorische Weichenstellungen. Diese wiederum könnten die Kosten des Ausstiegs senken.

Die Kohlekommission hat am 26.1.2019 ihren 336-seitigen Abschlussbericht vorgelegt . Die wichtigsten Forderungen sind: Ausstieg aus der Kohleverstromung bis Ende des Jahres 2038, Kernenergieausstieg bis Ende des Jahres 2022 und der Ausbau von Netzen, Gaskraftwerken und Speicherkapazitäten. Diese Maßnahmen sind laut Kommission erforderlich, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Bis zum Jahr 2030 sollen die gesamten deutschen Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um mindestens 55% reduziert werden.

Um die Folgen des Kohleausstiegs zu dämpfen empfiehlt die Kommission umfangreiche Entlastungen und Subventionen für Kraftwerksbetreiber, Unternehmen, Haushalte und Regionen. Die fiskalischen Kosten hierfür könnten 40-90 Mrd. Euro betragen. Zudem dürften die Strompreis durch den Kohleausstieg steigen. Hier hängt aber viel von der Entwicklung am EUA-Markt ab. Durch den Kohleausstieg steigt der Finanzierungsbedarf für die Energiewende weiter an.

Der Markt für Green Bonds dürfte davon nur zum Teil profitieren. So werden für zahlreiche Investitionsprojekte wohl keine Green Labels vergeben. Wichtiger bleibt für den Green Bond Markt, ob und wann regulatorischen Besserstellungen tatsächlich kommen.

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Die Energiewende muss neu austariert werden (07.02.2019)

  • Energie-Trilemma: Zieldreieck auf der Kippe
  • Mit dem Aus der Kohleverstromung wird eine sichere Stromversorgung schwieriger.
  • Beim Klimaschutz sind internationale Lösungen nationalen vorzuziehen.

Die Umstellung des Förderregimes für Erneuerbare Energien auf Ausschreibungen sorgt für sich genommen mittelfristig für eine Stabilisierung der Strompreise. Allerdings gibt es auch einen gegenläufigen Effekt. Denn mit dem nun geplanten Aus für die Kohleverstromung bleiben nach dem Atomausstieg zur Sicherung der Stromgrundlast mittel- und langfristig nur Gas und Erneuerbare Energien zur Stromgewinnung. Dies erfordert jedoch massive Investitionen in den Ausbau von Stromspeichern und –netzen, um den volatilen Grünstrom bedarfsgerecht bereitzustellen. Ein stärkerer Fokus Deutschlands auf höhere Preise für CO2-Zertifikate wäre für den EU-weiten Klimaschutz besser als teure nationale Lösungen.

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Energie- und Klimawandel (05.02.2019)

Green Bonds: Vor dem nächsten Schub

  • Wachstumstrend bei „Grünen“ Anleihen bleibt 2019 bestehen
  • Rendite-Vorteil bei „Grünen“ Anleihen ist noch nicht gegeben
  • Regulatorische Entwicklungen mit Auswirkung in naher Zukunft

„Die gute Nachricht zuerst: Das Green Bond Segment wird wohl auch in 2019 kräftig wachsen. Wir erwarten ein Neuemissionsvolumen zwischen 175 und 185 Mrd. Euro. Dies bedeutet ein leichtes Plus zwischen 5% und 10%. Aufgrund der noch geringen Fälligkeiten in dem noch jungen Markt dürfte damit auch das Nettoneuemissionsvolumen sehr hoch ausfallen. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat sich das Neuemissionswachstum etwas abgeschwächt. Konnten bis 2017 meist Wachstumsraten im hohen zweistelligen Prozentbereich erzielt werden, so wuchs das platzierte Volumen in 2018 lediglich um 5,9%. Der Grund ist neben der in 2018 generell niedrigeren Aktivität an den Bondmärkten das etwas nachlassende Engagement traditionell starker Emittenten aus den Bereichen der Förderbanken, Supranationals und anderer staatsnaher Institutionen. Auch der Umstand, dass grüne Anleihen keinen Preisvorteil bieten, hemmt sowohl Neuemissionen als auch die Investorennachfrage (Analyse im Report). Auch fehlende bindende Regularien wirken sich negativ auf die Marktentwicklung aus. Hier dürften diverse Neuerungen mittelfristig Abhilfe schaffen, was den Märkten neuen Schwung verleihen dürfte.“

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