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Megatrend - Politische Rahmenbedingungen und Regulatorik

Neue Geldmarktsätze: €STR und Hybrid EURIBOR (14.06.2018)

Bedeutung der Geldmarktsätze

Zahlreiche Finanzinstrumente und –kontrakte referenzieren bei der Preisbildung auf bestimmte Geldmarktsätze. Deren Verfügbarkeit und Integrität ist daher von höchster Bedeutung im Marktgeschehen. Im Euro-Raum zentral sind EURIBOR und EONIA.

  • Der Euro Interbank Offered Rate (EURIBOR) ist der primäre Referenzzinssatz für Euro-Termingelder. Er ist der durchschnittliche Zinssatz für unbesicherte Euro-Interbankkredite und wird seit 1999 (mit Beginn der EWU) auf täglicher Basis ermittelt.
  • Der Euro Overnight Index Average (EONIA) ist das Pendant auf Grundlage vonechten Transaktion und der Durchschnittszinsatz für Tagesgelder.

Basierend auf dem EURIBOR wurden in den ersten drei Monaten diesen Jahres laut der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) Zinsderivate mit einem Nennwert von rund 1,44 Billionen Euro gehandelt. Zusammen referenzieren Wertpapiere mit...

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Politische Rahmenbedingungen in China (06.03.2018)

Erfolg abseits westlich-demokratischer Systeme

Staats- und Parteimacht sind in China aufgrund der Machtposition der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und dem Verzicht auf Gewaltenteilung unmittelbar miteinander verknüpft. Seit der Ausrufung der Volksrepublik China im Jahr 1949 garantiert die Verfassung der KPCh ein uneingeschränktes Machtmonopol: Zum einen wird die Partei über den Zentralstaat (bzw. die Zentralregierung) gestellt; zum anderen gesteht die Verfassung der Partei umfassende Durchgriffsbefugnisse auf Regionen, Städte, Unternehmen und Haushalte zu. Die Struktur des Zentralstaates (Exekutive und Legislative) ist in Abbildung 3 im Anhang dargestellt. In der Theorie – bei ausschließlicher Betrachtung des Zentralstaates – ist der Nationale Volkskongress (NVK; 3000 Delegierte treffen sich jedes Frühjahr für etwa zwei Wochen) die höchste gesetzgebende Staatsinstanz. Sowohl in der Praxis als auch strukturell von der Verfassung vorgegeben bestimmt die Kommunistische Partei den Staat von innen und außen.

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Politischer Wandel in Südamerika: Perspektiven nach dem goldenen Jahrzehnt (29.01.2018)

Grundlegende Veränderung der politischen Landschaft in Südamerika

Südamerika befindet sich im politischen Wandel. Die „rote“ Welle, die seit der Jahrtausendwende links orientierte Bewegungen und Parteien mit sozialistischen Zielsetzungen an die Macht gespült hat, scheint auszulaufen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zuvorderst ist das Ende des Rohstoffpreisbooms zu nennen, das die Volkswirtschaften fast aller Länder Südamerikas in tiefe wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisen stürzte. Die Exporterlöse brachen ein und das Geld für teure Sozialprogramme zur Bekämpfung der Armut wurde immer knapper. Gleichzeitig verpassten es die linken Regierungen, ihre Länder rechtzeitig neu aufzustellen und in technologische Innovationen bzw. in ein höheres Bildungsniveau der Bevölkerung zu investieren. Hinzu kommt, dass der mit dem Boom der Rohstoffpreise einhergehende Wohlstand Teile der Wählerschaft selbstbewusster gemacht hat und sich diese zunehmend nicht mehr mit den „linken“ Politikmustern identifizieren konnten. Die Korruptionsskandale, in die führende (linke) Politiker in zahlreichen südamerikanischen Staaten verwickelt sind, haben diesen Effekt verstärkt. Große Teile der Bevölkerung sind die korrupten Strukturen, die sich in den vergangenen Jahren zwischen Parteien und staatlichen bzw. staatsnahen Unternehmen entwickelt haben, leid. Schließlich spielt auch die mangelhafte Erneuerungsfähigkeit der linken Parteien eine Rolle. Neuen Führungspersönlichkeiten fehlte das Charisma ihrer Vorgänger (siehe Nicolás Maduro in Venezuela) oder alte klammerten sich zu lange an die Macht (siehe Cristina Kirchner in Argentinien).

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