Blickpunkt Wirtschaft
BayernLB

Blickpunkt Wirtschaft

Anlassbezogene Vertiefung und weiterführende Analyse zu Konjunktur und (geld-) politischen Themen.

Erdgas als Übergangstechnologie unerlässlich (23.3.2022)

Erdgas ist als Brückentechnologie auf dem Weg zur Klimaneutralität bis auf Weiteres unverzichtbar. Um die Abhängigkeit von russischen Importen zu verringern, braucht es vielfältige Maßnahmen.

Kurz & klar

  • Deutschland setzt zur Stromgrundlastsicherung vor allem auf Gas. Aus geopolitischer Sicht ein zunehmend herausforderndes Szenario.
  • Die EU-Taxonomie erschwert den ESG-konformen Bau neuer, in Deutschland dringend benötigter Gaskraftwerke durch private Investoren.
  • Mit Flüssiggasimporten und mehr europäischer Eigenversorgung will die EU ab 2027 den Energieimport aus Russland ersetzen.
  • Die „Power-to-Gas“-Technologie ermöglicht mittelfristig die Substitution von Flüssiggas durch „synthetisches“ Methangas.

Lesen Sie weiter Erdgas als Übergangstechnologie unerlässlich (Teil 2)

Erdgas: Emanzipierung von Russland erforderlich (22.2.2022)

Im ersten Teil unserer Betrachtung zeigt der Konflikt mit Russland die große Abhängigkeit Europas von russischem Erdgas. Mit mehr Importen von Flüssiggas und der Nutzung eigener Gasreserven könnte die Resilienz Europas erhöht werden.

Kurz & klar

  • Der Konflikt um die Ukraine zeigt einmal mehr die große Abhängigkeit Europas von Energieimporten aus Russland.
  • Selbst wenn es nicht zu einer militärischen Eskalation kommt, ist eine Diversifizierung der europäischen Energiequellen, nicht zuletzt wegen des steigenden Energiebedarfs notwendig.
  • Zur Steigerung der Resilienz Europas spielen Importe von Flüssiggas aus anderen Ländern eine wichtige Rolle die durch unerschlossene Gasquellen in Europa ergänzt werden könnten.

Lesen Sie weiter Erdgas: Emanzipierung von Russland erforderlich (Teil 1)

EZB: Zinserhöhung in 2022 nicht mehr „höchst unwahrscheinlich“ (3.2.2022)

Die EZB hat die Inflationsrisiken in der heutigen Sitzung höher bewertet. Damit rückt eine geldpolitische Wende im Euro-Raum näher.

Kurz & klar

  • EZB lässt Instrumente auf der Februar-Sitzung unverändert.
  • Die Sorgen vor länger anhaltende hoher Inflation sind jedoch gestiegen. Die mittelfristige Erreichung des 2%-Ziels wird als wahrscheinlicher angesehen.
  • Bereits im März könnte ein Zeitplan für die Beendigung der Netto-Anleihekäufe ausgerollt werden. Damit würde mit Vorlauf die Zinswende angekündigt.

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EZB-Dezember-Entscheidung: Geldpolitik bleibt eine komplexe Angelegenheit (17.12.2021)

Auf den ersten Blick erfüllt die EZB mit der Beendigung des PEPP-Programmes die Markterwartungen. Der Teufel steckt aber in den Details. Fest steht: Die EZB bleibt expansiver als Fed und BoE.

Kurz & klar

  • Auf den ersten Blick wenig spektakulär: Wie von den Märkten erwartet beendet die EZB die Netto-Käufe beim Pandemie-Kaufprogramm PEPP im März 2022. Das Kaufvolumen dürfte über die nächsten Monate spürbar geringer ausfallen.
  • Auf den zweiten Blick widersprüchlich: Während man bei den Netto-Käufen restriktiver agiert, verlängert man den Horizont für die PEPP-Reinvestitionen. Damit gibt sich die EZB mehr Flexibilität.
  • Die Überraschung im Dezember: Die Inflationsprognose für 2022 wurde von 1,7% auf 3,2% angehoben. Das ist aber zum großen Teil auf die Energiepreise zurückzuführen.
  • Insgesamt agiert die EZB damit expansiver als die Fed oder die Bank of England. Eine baldige Kurskorrektur ist nicht zu erwarten.

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Inflation: Was passiert, wenn es anders kommt (15.7.2021)

Wir halten am Basis-Szenario eines temporären Inflationsanstiegs fest. Ein permanenter Anstieg ist jedoch nicht auszuschließen. Dessen Auswirkungen hängen stark von der Reaktion der Zentralbanken ab.

Kurz & klar

  • Wir gehen weiterhin nur von einem temporären Überschießen der Inflation aus. Nach dieser Phase dürfte die Teuerungsrate aber höher sein als vor der Pandemie.
  • Eine anhaltend hohe Inflation ist allerdings nicht mehr auszuschließen. Diese würde über steigende Inflationserwartungen den moderaten Renditeanstieg beschleunigen.
  • Dramatische Auswirkungen auf Konjunktur und Finanzmärkte hätte ein permanenter Inflationsanstieg dann, wenn die Zentralbanken beherzt gegensteuerten und damit die Finanzierungskonditionen für die hoch verschuldeten Staaten und Unternehmen verschlechterten.

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