BayernLB

Allgemeine Grundsätze der Auftragsausführung und -weiterleitung

Best Execution Policy (Stand: Januar 2018)

Wertpapierdienstleistungsunternehmen sind verpflichtet, sicherzustellen, dass Aufträge ihrer Kunden über den Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten nach einem schriftlich fixierten Verfahren ausgeführt werden, das darauf ausgerichtet ist, das bestmögliche Ergebnis für den Kunden zu erzielen.

Es kommt dabei nicht darauf an, ob bei der Ausführung des einzelnen Auftrages tatsächlich das beste Ergebnis erzielt wird. Entscheidend ist, dass das angewandte Verfahren typischerweise zum bestmöglichen Ergebnis für den Kunden führt.

Die BayernLB ermöglicht die Ausführung eines Kauf- oder Verkaufsauftrages von Finanzinstrumenten (Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente) nach folgenden Grundsätzen:

Geltungsbereich

Diese Ausführungs- und Auswahlgrundsätze beschreiben das generelle Vorgehen der BayernLB für Privatkunden und professionelle Kunden im Sinne des WpHG.

Vorrang von Kundenweisungen

  1. Eine Weisung des Kunden ist stets vorrangig. Bei der Ausführung eines Kauf- oder Verkaufsauftrages wird die BayernLB einer Weisung des Kunden Folge leisten.
  2. Führt die BayernLB einen Auftrag gemäß einer ausdrücklichen Kundenweisung aus, gilt die Pflicht zur Erzielung des bestmöglichen Ergebnisses entsprechend dem Umfang der Weisung als erfüllt. Die Grundsätze finden insoweit keine Anwendung.
  3. Im Fall einer Kundenweisung in Bezug auf nur einzelne Parameter eines Auftrages (Preis, Kosten, etc.) gelten die Auftragsgrundsätze im Hinblick auf die entsprechenden Parameter als eingehalten. Nicht von der Kundenweisung umfasste Auftragsparameter unterliegen weiterhin den Ausführungsgrundsätzen.
  4. Im Falle der Abgabe einer ausdrücklichen Weisung kann nicht gewährleistet werden, dass das bestmögliche Ergebnis einer Auftragsausführung erzielt wird.

Grundsätze zur bestmöglichen Ausführung in Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten

Die Grundsätze zur bestmöglichen Ausführung gelten abhängig von den einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten für Privatkunden und professionelle Kunden. Mit Privatkunden tätigt die BayernLB Geschäfte ausschließlich im Festpreismodell, sofern keine anderslautende Weisung des Kunden vorliegt.

1 Festpreisgeschäfte

  1. Festpreisgeschäfte kommen durch Vertragsschluss direkt zwischen der BayernLB und dem Kunden d.h. außerhalb eines Handelsplatzes zustande.
  2. Soweit Aufträge zum Kauf oder Verkauf im Rahmen eines Festpreisgeschäftes erfolgen, wird von der BayernLB sichergestellt, dass diese zu marktgerechten Bedingungen ausgeführt werden. Ist die BayernLB Emittent von Finanzinstrumenten, so erfolgen Kauf- und Verkaufsaufträge des Kunden zu diesen Finanzinstrumenten grundsätzlich als Festpreisgeschäft. Eine anderweite Ausführung an einem Ausführungsplatz ist auf Wunsch des Kunden möglich, soweit diese Finanzinstrumente dort gehandelt werden.
  3. Handel außerhalb eines Handelsplatzes ist grundsätzlich in allen Kategorien von Finanzinstrumenten möglich. Eine derartige Orderausführung ist mit zusätzlichen Risiken verbunden. Insbesondere besteht ein Kontrahentenrisiko, welches den möglichen Ausfall der Gegenpartei in der Zwischenzeit zwischen Zahlungsausgang und Lieferungseingang (sog. Zahlungs-Lieferungs-Geschäft) einer Order beschreibt.

2 Kommissionsgeschäft

  1. Führt die BayernLB Aufträge ihres Kunden als Kommissionärin aus, schließt sie im eigenen Namen für Rechnung des Kunden mit einem anderen Marktteilnehmer an einem Handelsplatz ein Kauf- oder Verkaufsgeschäft ab.
  2. Aufträge über Finanzinstrumente inländischer Emittenten (inländische Finanzinstrumente), die an einem organisierten Markt (Börse) oder an einem multilateralen Handelssystem im Sinne des § 2 Abs. 8 Nr. 8 WpHG (MTF) im Inland gehandelt werden, werden an einem inländischen Ausführungsplatz ausgeführt.
  3. Soweit Finanzinstrumente ausländischer Emittenten (ausländische Finanzinstrumente) an einem organisierten Markt (Börse) oder an einem multilateralen Handelssystem im Inland gehandelt werden, werden die Aufträge gleichfalls an einem inländischen Ausführungsplatz ausgeführt.
  4. Wird ein Finanzinstrument nicht im Inland gehandelt, wird der Auftrag zur Ausführung weitergeleitet.
  5. Für professionelle Kunden richtet sich die festzustellende Ausführungsqualität vorrangig nach dem Preis und der Ausführungsgeschwindigkeit. Sofern diese zu keinem eindeutigen Ergebnis führen, werden daneben die Faktoren Ausführungswahrscheinlichkeit und Abwicklungssicherheit in die Bewertung einbezogen. Bieten mehrere Ausführungsplätze eine gleich gute Ausführungsqualität, trifft die BayernLB nach pflichtgemäßem Ermessen eine Auswahl. Die Auswahl der bestmöglichen Ausführungsplätze wird dem Kunden in der Anlage zu diesen Grundsätzen mitgeteilt.
  6. Für Wertpapiere wird der bestmögliche Ausführungsplatz unter Annahme des für das jeweilige Wertpapier gültigen Standardabwicklungsweges ermittelt. Weichen Lagerstelle und/oder Verwahrart des Depotbestandes von der Lagerstelle und/oder Verwahrart des Ausführungsplatzes ab, so ist die Erteilung einer entsprechenden Kundenweisung erforderlich.
  7. Auf Basis der gesetzlichen Grundlage ist die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen eines Investmentvermögens nicht Gegenstand der Ausführungsgrundsätze. Die Ausgabe oder Rücknahme erfolgt über die Verwahrstelle. Möchte der Kunde einen Kauf- oder Verkaufsauftrag an einem organisierten Markt oder an einem multilateralen Handelssystem tätigen, so erteilt er der BayernLB eine entsprechende Weisung.
  8. Für Aufträge in Genussscheinen und Genussrechten ist die Erteilung einer Kundenweisung erforderlich. Für Aufträge in Bezugs- und Nebenrechten ist eine Kundenweisung grundsätzlich erforderlich. Wird keine Weisung erteilt, so erfolgt der automatische Verkauf bestens im Interesse des Kunden am letzten Handelstag gem. Ziffer 15 der Bedingungen für Wertpapiergeschäfte.

3 Besondere Hinweise zu speziellen Ausführungsarten

(1) Request-for-Quote-Handel für Exchange Traded Funds (ETF):

Auf Kundenweisung schließt die BayernLB Aufträge über Request-for-Quote Plattformen ab.

Derartige RFQ-Systeme ermöglichen eine simultane, verbindliche Preisstellung von bis zu fünf Kontrahenten, bevor das Geschäft abgeschlossen wird. Die BayernLB wählt hierbei in einem ersten Schritt maximal fünf Kontrahenten aus, mit denen sie in der Vergangenheit am häufigsten im Verhältnis zu den getätigten Anfragen Geschäfte abgeschlossen hat.

Kontrahentenwünsche des Kunden finden Berücksichtigung, sofern der Kontrahent den Know-Your-Customer-Prozess der BayernLB durchlaufen hat und technisch für die Anfrage freigeschalten ist.

Aus den bis zu fünf Angeboten dieser Kontrahenten wählt die BayernLB das Angebot mit dem besten Preis aus.

(2) MTF und alternative Handelsplattformen:

Geschäftsausführungen die neben Xetra auch über MTF und alternative Handelsplattformen ausgeführt werden sollen, führt die BayernLB ausschließlich auf Kundenweisung aus. Die BayernLB leitet in diesem Fall den gesamten Auftrag zur Ausführung an die UBS Limited London weiter. Dabei finden die Grundsätze der Auftragsausführung der UBS Limited London Anwendung.

Grundsätze zur bestmöglichen Ausführung bei Weiterleitungen

Die BayernLB berücksichtigt für professionelle Kunden die Möglichkeit der Weiterleitung zur Erzielung der bestmöglichen Auftragsausführung in nachfolgenden Kategorien von Finanzinstrumenten.

  • Aktien
  • Exchange Traded Funds (ETF)
  • Exchange Traded Derivatives (ETD)

Als ausführende Einrichtungen kommen in Betracht:

Aktien: UBS Limited London, Morgan Stanley London, Credit Suisse Securities, Merrill Lynch International (nur für gewisse Regionen verwendbar)

ETF: UBS Limited London, Morgan Stanley London, Credit Suisse Securities, Merrill Lynch International (nur für gewisse Regionen verwendbar) und weitere Broker über RFQ-Plattformen

ETD: UBS Limited London

Die ausführenden Einheiten werden nach den für die Auftragsausführung in Rechnung gestellten Kosten bewertet. Die Auswahl der bestmöglichen Einrichtung für die Auftragsausführung erfolgt je Land und Kategorie des Finanzinstruments.

In Fällen der Weiterleitung greifen die Grundsätze der Auftragsausführung der ausführenden Einrichtungen.

Überprüfung der Grundsätze

Die BayernLB überprüft die nach diesen Ausführungs- und Auswahlgrundsätzen erfolgte Auswahl von Ausführungsplätzen und Einrichtungen, an die die BayernLB eine Weiterleitung von Aufträgen vornimmt, mindestens jährlich.

Zudem findet eine Überprüfung immer dann statt, wenn eine wesentliche Veränderung eintritt, die dazu führt, dass an den von den Ausführungsgrundsätzen umfassten Ausführungsplätzen eine Ausführung von Aufträgen nicht mehr gleichbleibend im bestmöglichen Interesse des Kunden gewährleistet ist. Die BayernLB überwacht die Wirksamkeit ihrer Ausführungs- und Auswahlgrundsätze regelmäßig, um sie bei Bedarf zu aktualisieren.

Weiterführende Informationen

Anhänge und Erläuterungen zu den Allgemeinen Grundsätzen entnehmen Sie bitte der zum Download bereit gestellten PDF-Version.