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Grüne Immobilien

Großes Sparpotenzial

Rund 35 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfallen auf die rund 21 Millionen Gebäude. Der größte Anteil, über 60 Prozent, geht dabei auf das Konto der Wohngebäude, der Rest wird in gewerblich genutzten Immobilien verbraucht. Rund 70 Mrd. Euro wenden die Deutschen pro Jahr für Raumwärme, Warmwasser, Beleuchtung und Kühlung in Wohn- und Nichtwohngebäuden auf.

Beinahe zwei Drittel der Wohngebäude in Deutschland wurden vor dem Inkrafttreten der 1. Wärmeschutzverordnung im Jahr 1979 errichtet. Sie verbrauchen bis zu fünf Mal mehr Energie als die nach dem Jahr 2001 errichteten Gebäude und bieten damit große Einsparpotenziale.

Im Video: Grünes Betongold: Brigitte Walter, Vorstand der Real I.S. AG, über die Bedeutung von Nachhaltigkeit im Immobiliensektor

Vom Energieverbraucher zum -erzeuger

Bis zum Jahr 2050 will die Bundesregierung einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand realisieren. Daher sollen die Treibhausgasemissionen in diesem Bereich bereits bis 2030 um bis zu 67 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Wichtigste Ansatzpunkte sind:

  • anspruchsvolle Standards für Neubauten
  • langfristige Sanierungsstrategien für den Gebäudebestand
  • eine schrittweise Reduzierung der Nutzung fossiler Heizungssysteme

Zudem sollen Anreize für die Errichtung von Gebäuden geprüft werden, die mehr Energie erzeugen als für ihren Betrieb erforderlich ist (Plusenergiehäuser).

Klimarisiken im Immobilienbereich

Insbesondere die energetische Sanierung des Gebäudebestandes erfordert umfangreiche Investitionen. Für Eigentümer von Gewerbeimmobilien, die diesbezüglich nicht investieren, können wirtschaftliche Risiken entstehen. Eine Studie des Finanzforums Energieeffizienz zählt für Gebäude mit geringer Energieeffizienz folgende Risiken auf:

  • steigende Energiepreise schlagen überproportional zu Buche
  • Vermietung der Gebäude wird zunehmend schwerer
  • Immobilienwert kann in der Folge sinken
  • Nachteile im Wettbewerb mit grünen Immobilien
  • Gefahr der energetischen Nachrüstung unter hohem finanziellen Aufwand

Zertifizierungen bieten erste Orientierung

Nachhaltigkeitszertifizierungen helfen Mietern und Käufern bei der Frage, ob ein Gebäude umweltbezogenen und sozialen Standards genügt. So gibt es zahlreiche Zertifizierungen mit unterschiedlichen Kriterien zur Bewertung der Nachhaltigkeit einer Immobilie. Hier ein Überblick:

  • BREEAM: Building Research Establishment Environmental Assessment Methodology
  • DGNB: Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • HQE: Haute Qualité Environnementale
  • LEED: Leadership in Energy and Environmental Design
  • NABERS: National Australian Built Environment Rating System

Der Energieverbrauch bzw. CO2-Ausstoß einer Immobilie ist als Kriterium regelmäßig in den Zertifizierungen enthalten.