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Gesucht: kohlenstoffarme Portfolios

Low Carbon-Strategien in der Vermögensverwaltung sind durchaus zielführend. Sind kohlenstoffarme Portfolios doch weniger anfällig für die Folgen des Klimawandels. Die Bandbreite der Maßnahmen dafür ist vielfältig.

Olympiapark München von oben, eine grüne Lunge der Stadt. Immer mehr Investoren gestalten angesichts der Klimarisiken ihre Portfolios kohlenstoffarm.

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Low Carbon-Strategien in der Vermögensverwaltung

Angesichts der vielfältigen Klimarisiken sind immer mehr institutionelle Investoren daran interessiert, ihre Portfolios möglichst kohlenstoffarm zu gestalten. Damit sind diese weniger anfällig für die Folgen des Klimawandels. Die Bandbreite der Maßnahmen reicht dabei vom Ausschluss von besonders CO2-intensiven Industrien bis zur gezielten Auswahl von klimaverträglichen Unternehmen oder Branchen auf Basis des Carbon Ratings und des CO2-Fußabdrucks.

Raus aus der Kohle?

Der Ausschluss von Unternehmen, die in der fossilen Wertschöpfungskette tätig sind, ist der einfachste Weg, den CO2-Fußabdruck eines Portfolios zu reduzieren. Besondere Aufmerksamkeit erhält dieser Ansatz seit einiger Zeit durch die internationale Divestment-Bewegung. Weltweit hat sich eine steigende Zahl von Investoren freiwillig dazu verpflichtet, Wertpapiere von Unternehmen zu verkaufen bzw. vom Investment auszuschließen, die ihr Geld mit der Förderung oder Nutzung von fossilen Energieträgern wie Kohle und Öl verdienen. Kritiker dieses Ansatzes bemängeln, dass Investoren damit die Möglichkeit vergeben, aktiven Einfluss auf die Unternehmen zu nehmen, die einen besonders großen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

Klimaverträgliche Alternativen für die Geldanlage

Für Investoren, die gezielt in klimaverträgliche Anlagen investieren wollen, um kohlenstoffarme Portfolios zu gestalten und darüber hinaus einen positiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, gibt es unter anderem folgende Optionen:

  • Asset-Klassen: Anleger können z. B. Investments in erneuerbare Energien oder die damit verbundene Infrastruktur prüfen.
  • Green Bonds bieten Investoren die Möglichkeit, ausgewählte Projekte im Klima- und Umweltschutz zu finanzieren.
  • Aktien und Corporate Bonds: Bei der Auswahl stellen Carbon Ratings von Unternehmen eine wichtige Entscheidungsgrundlage dar. Sie zeigen, welche Unternehmen sich besonders gut auf die Risiken des Klimawandels einstellen und bei welchen der CO2-Fußabdruck vergleichsweise klein ist.

Risiken regelmäßig messen

Gerade bei Investments in Aktien und Unternehmensanleihen kann es für Investoren sinnvoll sein, den CO2-Fußabdruck ihres Portfolios regelmäßig zu messen. In Frankreich ist dies durch §173 des französischen Energiewendegesetzes sogar bereits gesetzlich vorgeschrieben. Eine solche Analyse gibt insbesondere Auskunft über die Energie- und Treibhausgasintensität der im Portfolio gelisteten Unternehmen. Auf dieser Basis kann die Anfälligkeit des Portfolios gegenüber Veränderungen der Energiepreise und Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen beurteilt werden. Der CO2-Fußabdruck eines Portfolios kann zudem eine wichtige Zielgröße für die Steuerung der Klimarisiken sein.