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Das Paris Agreement

Ein Meilenstein der internationalen Klimaschutzpolitik

Das sogenannte ,Paris Agreement‘ oder auch ,Übereinkommen von Paris‘ ist ein völkerrechtlicher Vertrag für den Klimaschutz. Erstmals haben sich 195 Länder auf ein allgemeines, rechtsverbindliches und weltweites Klimaschutzabkommen geeinigt. Wichtigstes Ziel: Den globalen Temperaturanstieg unter 2 Grad Celsius zu halten. Das Paris Agreement trat Ende 2016 in Kraft, nachdem es von 55 Staaten, die mindestens 55 Prozent der globalen Treibhausgase emittieren, ratifiziert wurde. Und zwar in der Rekordzeit von weniger als einem Jahr nach der Weltklimakonferenz in Paris im Dezember 2015. Zu den Unterzeichnern gehören die Europäische Union und Deutschland.

Im Video: Prof. Dr. Peter Höppe, Vorsitzender der Munich Climate Insurance Initiative, erläutert die überragende Bedeutung dieses völkerrechtlichen Vertrags für den Klimaschutz

Der Weg bis Paris: Kyoto & Co.

Das Paris Agreement folgt auf das Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997. Letzteres ist noch bis 2020 in Kraft und verpflichtet ausschließlich die Industrieländer dazu, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Das Pariser Abkommen hingegen zieht alle Länder aktiv in die internationale Klimaschutzpolitik ein. Beide Abkommen stützen sich auf die „Brundtlandt“-Definition aus dem Jahre 1987, die eine Entwicklung dann als nachhaltig bezeichnet, wenn sie es auch künftigen Generationen ermöglicht, „ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“.

Das 2-Grad-Ziel: Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs

  • Das 2-Grad-Ziel ist das zentrale Ziel des Klimaabkommens. Es bedeutet, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf unter 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu beschränken. Jenseits dieser Schwelle sind die Folgen des Klimawandels nach Einschätzung von Wissenschaftlern kaum noch zu beherrschen.
  • Das 1,5-Grad-Ziel: Gleichzeitig soll versucht werden, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, mittels einer Treibhausgasneutralität ab dem Jahr 2050. Das heißt: Es dürfen durch den Menschen nur so viel Treibhausgasemissionen ausgestoßen werden, wie durch z. B. Ozeane und Wälder oder technische Mittel wieder aufgenommen werden können.

Anpassung an den Klimawandel und klimafreundliches Finanzsystem

Zwei weitere Hauptziele wurden im Paris Agreement definiert:

  • Anpassung an den Klimawandel: Die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaänderungen und nicht vermeidbaren Folgen des Klimawandels soll verbessert werden. Dazu gehört, eine treibhausgasarme Entwicklung so zu fördern, dass die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird.
  • Klimafreundliches Finanzsystem: Auch die weltweiten Geldströme sollen in Einklang gebracht werden mit einer treibhausgasarmen und gegenüber Klimaveränderungen widerstandsfähigen Entwicklung.

Arme Staaten sollen durch die Industrieländer finanziell unterstützt werden. Diese haben zugesagt, ab 2020 jährlich 100 Mrd. US-Dollar für den Klimaschutz bereitzustellen. Das Geld soll von öffentlichen und privaten Investoren kommen. 2025 soll überprüft werden, ob diese Summe ausreicht, um die Klimaschutzanstrengungen in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu finanzieren.

Staaten bestimmen ihren Beitrag selbst

Was und wieviel die einzelnen Staaten zum Klimaschutz beitragen wollen, legen sie selbst fest. Ihre sogenannten ,Nationally Determined Contributions‘ (NDC), melden sie dem UN-Klimasekretariat. Dabei erklären die Staaten:

  • wie das Ziel in das nationale Recht integriert werden soll
  • warum das Reduktionsziel aus ihrer Sicht einen gerechten Anteil am globalen Klimaschutz darstellt.

Das UN-Klimasekretariat prüft, ob die gemeldeten Ziele insgesamt ausreichen, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen.

Ab 2020 muss jedes Land alle fünf Jahre aktuelle Ziele für den nationalen Klimaschutz vorlegen. Die neuen Ziele müssen dabei ambitionierter sein als die bisherigen Ziele. Dadurch soll eine sukzessive Steigerung der Klimaschutzanstrengungen erreicht werden („Ambitionsmechanismus“). Die einzelnen Staaten brechen ihre Klimaschutzziele im Rahmen der Klimaschutzpolitik wiederum auf einzelne Sektoren runter.

Das Klimaabkommen ratifiziert haben:

01_staaten_195

Das muss – maximale Temperatursteigerung als Ziel:

02_2_grad_temperatursteigerung

Schön wär’s – Temperatursteigerung im besten Szenario:

03_1_5_grad_szenario

Unterstützung für Klimaschutz in Entwicklungsländern:

04_100_unterstuetzung

Zeitraum, in dem Staaten ab 2020 ambitioniertere Klimaschutzziele vorlegen müssen:

05_5_jahre