BayernLB

Klimarisiken für Unternehmen

Extreme Wetterereignisse, Naturkatastrophen, Versagen bei der Bekämpfung der Ursachen und Folgen des Klimawandels: Diese drei umweltbezogenen Risiken sind direkt mit dem Klimawandel verbunden und zählen zu den neun globalen Risiken mit den größten Auswirkungen und der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit. Zu diesem Schluss kommt das World Economic Forum im Global Risk Report 2018.

Blitzgefahr: US-Forscher gehen davon aus, dass mit jedem Grad der globalen Erwärmung die Zahl der Blitze um rund zwölf Prozent zunehmen wird.

© BayernLB

Stürmische Zeiten für das Risikomanagement

  • Extreme Wetterereignisse
  • Naturkatastrophen
  • Versagen bei der Bekämpfung der Ursachen und Folgen des Klimawandels

Diese drei umweltbezogenen Risiken sind direkt mit dem Klimawandel verbunden. Und sie zählen zu den neun globalen Risiken mit den größten Auswirkungen und der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit. Zu diesem Schluss kommt das World Economic Forum (WEF) in seiner Landkarte der globalen Risiken, dem Global Risk Report 2018.

Drei Arten von Risiko

Auch Unternehmen und Banken sind diesen Risiken ausgesetzt. Für die Wirtschaft werden dabei drei Risikogruppen unterschieden – eine Einteilung, die auch von der Task-Force on Climate related Financial Disclosures (TCFD) aufgegriffen wird. Diese hat sich im Auftrag des Financial Stability Boards (FSB) mit den Klimarisiken für den Finanzmarkt und die Wirtschaft beschäftigt und Empfehlungen für eine zukünftige Klimaberichterstattung von Unternehmen erarbeitet.

Physische Risiken

  • umfassen die direkten Auswirkungen des Klimawandels
  • unmittelbare physische Risiken: akute Ereignisse (Stürme und Starkregenereignisse) sowie chronische Veränderungen (Anstieg des Meeresspiegels). Die Folgen für die Wirtschaft reichen hier von Sturmschäden an Gebäuden über die temporäre Unterbrechung globaler Lieferketten bis hin zum Verlust küstennaher Standorte
  • mittelbare physische Risiken: z. B. Einbußen in der Stromproduktion durch eine Verknappung des Kühlwassers in der Folge von anhaltenden Trockenperioden

Transformationsrisiken

  • sind Risiken, die sich ergeben, wenn v. a. die Politik das Ziel einer dekarbonisierten Wirtschaft erreichen will, z. B. durch Einführung einer CO2-Steuer oder die Ausweitung und Verschärfung des Emissionshandels
  • können das Geschäftsmodell ganzer Sektoren (Kohlebergbau) oder die Nutzung bestimmter Technologien (Verbrennungsmotor) massiv beeinflussen
  • auch Veränderungen im Kundenverhalten (stärkere Berücksichtigung des Energieverbrauchs beim Kauf von Elektrogeräte) gehören zu dieser Risikoklasse
  • erfordern umfassende Investitionen in neue Technologien, energieeffiziente Produktionsprozesse und klimakompatible Produkte

Haftungsrisiken

  • können entstehen, wenn vom Klimawandel Betroffene von großen Treibhausgasemittenten eine Entschädigung für den entstandenen Schaden einfordern
  • zum Beispiel: Die Klage eines peruanischen Bauern gegen RWE vor einem deutschen Gericht im Jahr 2017

Kontrovers diskutiert wird die Frage, ob institutionelle Investoren gegen ihre treuhänderischen Pflichten verstoßen, wenn sie Klimarisiken bei der Kapitalanlage unzureichend berücksichtigen. Im „Aktionsplan: Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ der EU-Kommission ist für 2018 ein Legislativvorschlag vorgesehen. Er soll die Pflichten institutioneller Investoren und Vermögensverwalter im Hinblick auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeits- und damit auch Klimaaspekten klären.

Offenlegung von Klimarisiken

Damit Kunden und Geschäftspartner, Anleger und Kreditgeber sowie andere Stakeholder sich ein Bild der Klimarisiken einzelner Unternehmen machen können, sollen diese nach Empfehlungen der Task-Force on Climate related Financial Disclosures (TCFD) zukünftig entsprechende Informationen bereitstellen. Dabei sollten sie insbesondere auf die folgenden Handlungsbereiche eingehen:

  • Governance: Berücksichtigung von klimabezogenen Risiken und Chancen in der Unternehmensführung
  • Strategie: Auswirkungen von klimabezogenen Risiken und Chancen auf die Geschäftstätigkeit, Strategie und Finanzplanung des Unternehmens
  • Risikomanagement: Angaben dazu, wie das Unternehmen klimabezogene Risiken identifiziert, beurteilt und steuert
  • Maßzahlen und Ziele: Zielen und Kennzahlen, die verfolgt bzw. erhoben werden, um klimabezogene Risiken und Chancen zu beurteilen und zu steuern

Bislang handelt es sich hierbei um Empfehlungen, die sich (noch) nicht in entsprechenden gesetzlichen Vorgaben niedergeschlagen haben.