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Klimaschutz in der Wirtschaft

Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung legt konkrete Emissionsminderungsziele bis zum Jahr 2030 fest. Im Fokus stehen die Sektoren Industrie, Gebäude, Verkehr und Landwirtschaft

Salz im Wasser: Die Versalzung von küstennahen Grundwässern bedroht die die Wasserversorgung von Millionen Menschen.

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Konkrete Klimaziele für einzelne Branchen

Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung legt erstmals konkrete Emissionsminderungsziele für die Wirtschaft fest. Sie sollen bis zum Jahr 2030 erreicht werden. Folgende Sektoren stehen im Fokus:

Energiewirtschaft - mehr erneuerbare, weniger fossile Energie

Die Energiewirtschaft spielt eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der nationalen Reduktionsziele. Die Treibhausgasemissionen dieses Sektors sollen bis 2030 um 61 bis 62 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden:

  • durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energie
  • durch den schrittweisen Rückgang der fossilen Energieversorgung im Rahmen der Energiewende
  • Gleichzeitig muss Deutschland den Wegfall der Atomenergie kompensieren. Denn alle Atomkraftwerke werden bis zum Jahr 2022 vom Netz genommen.

Industrie – höhere Energieeffizienz

Die deutsche Industrie soll ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um bis zu 49 bis 51 Prozent gegenüber 1990 senken. Knapp 70 Prozent des industriellen Energiebedarfs entfällt auf Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas. Daher stehen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Fokus. Die Bundesregierung hat gemeinsam mit der Industrie ein Forschungsprogramm aufgelegt. Das Ziel: Die Möglichkeiten der industriellen Kreislaufführung von Kohlenstoff zu untersuchen. Kohlenstoffabscheidung und Nutzung (Carbon Capture and Utilization, CCU).

Gebäude – vom Energieverbraucher zum -erzeuger

Bis zum Jahr 2050 will die Bundesregierung einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand realisieren. Daher sollen die Treibhausgasemissionen in diesem Bereich bereits bis 2030 um 66 bis 67 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Wichtigste Ansatzpunkte sind:

  • anspruchsvolle Standards für Neubauten
  • langfristige Sanierungsstrategien für den Gebäudebestand
  • eine schrittweise Reduzierung der Nutzung fossiler Heizungssysteme

Zudem sollen Anreize für die Errichtung von Gebäuden geprüft werden, die mehr Energie erzeugen als für ihren Betrieb erforderlich ist (Plusenergiehäuser).

Verkehr – Trendwende auf ganzer Linie

Im Verkehrsbereich sind die CO2-Emissionen in Deutschland zuletzt gestiegen. Hier soll eine Trendwende herbeigeführt werden, um bis 2030 eine Reduzierung der Emissionen um 40 bis 42 Prozent zu erreichen. Das Konzept umfasst Maßnahmen in folgenden Bereichen:

  • Straßenverkehr (v. a. Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs)
  • Elektromobilität und alternative Antriebe
  • Öffentlicher Personennahverkehr
  • Schienenverkehr
  • Digitalisierung

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Landwirtschaft – Dünger und Agrarsubventionen als Hebel

Die Landwirtschaft soll mit einer Minderung von 31 bis 34 Prozent bis 2030 zur Erreichung der Klimaziele beitragen. Dazu sollen unter anderem die Lachgasemissionen aus der Düngung deutlich reduziert werden. Zudem sollen nach Vorstellung der Bundesregierung die EU-Agrarsubventionen stärker an die klimapolitischen Beschlüsse der EU gekoppelt werden.

Treibhausgas-Emissionsziele pro Branche bis 2030:

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