BayernLB

Der Sonderbericht 2018 des Weltklimarates IPCC

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hat Anfang Oktober seinen Sonderbericht zu den Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5° Celsius veröffentlicht. Noch hält er die Begrenzung des Temperaturanstiegs für möglich, fordert aber sofortige und umfassende Maßnahmen.

In seinem Sonderbericht vergleicht das IPCC die Folgen, die ein Anstieg der globalen Temperaturen um 1,5° C gegenüber einem Anstieg um 2° C hätte, benennt notwendige Reduktionsziele für den Ausstoß von Treibhausgasen (THG) und stellt eine Verbindung zu den UN Sustainable Development Goals (SDG) her.

Einhaltung des 1,5° Ziels ist noch möglich

Die positive Botschaft des Sonderberichts lautet: Es ist zwar ambitioniert, aber die Weltgemeinschaft kann den Anstieg der globalen Erderwärmung noch auf 1,5° C gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzen. Allerdings beträgt der Temperaturanstieg bereits heute rund 1° C, sodass umgehend gehandelt werden muss, wenn das im Pariser Weltklimavertrag vereinbarte Limit eingehalten werden soll. Wenn der Klimawandel ungebremst fortschreitet, erreicht die globale Erwärmung die 1,5°-Grenze nach Angaben des IPCC bereits zwischen 2030 und 2052.

0,5°C machen einen Unterschied!

Die klimabedingten Risiken für Mensch und Umwelt sind bei einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5° deutlich geringer als bei einem Anstieg um 2° C. So würde der globale mittlere Meeresspiegelanstieg bei 1,5° C globaler Erwärmung um etwa 10 cm geringer ausfallen als bei 2° C. Zudem fiele der Anstieg der Wassertemperatur der Ozeane niedriger aus und die Folgen für Biodiversität und Ökosysteme, insbesondere auch den Artenverlust, wären weniger gravierend. Schließlich könnten die klimabedingten Risiken für Gesundheit, Existenzgrundlagen, Nahrungs- und Wasserversorgung, menschliche Sicherheit und Wirtschaftswachstum bei einer Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5° C merklich reduziert werden.

Klimaschutz unterstützt die UN Sustainable Development Goals (SDG)

Das IPCC weist zudem darauf hin, dass sich eine Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5° C insgesamt auch positiv auf die Erreichbarkeit der SDGs auswirken würde. Zwar gibt es nach Einschätzung des IPCC sowohl Synergien als auch Zielkonflikte zwischen den Pariser Klimazielen und der Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen. Allerdings überwiegen die positiven Wirkungen einer Begrenzung des Temperaturanstiegs für eine nachhaltige Entwicklung und die Bekämpfung der Armut.

CO2-Emissionen reduzieren und einfangen

Um das 1,5°C Ziel noch einhalten zu können, müssen die globalen, durch den Menschen verursachten THG-Emissionen nach Aussagen des IPCC bereits bis zum Jahr 2030 um etwa 45 Prozent gegenüber dem Stand von 2010 reduziert werden. Spätestens 2050 müsste Treibhausgasneutralität hergestellt sein. Ab diesem Zeitpunkt müssen THG-Emissionen global durch entsprechende Entnahmen von Kohlendioxid aus der Luft ausgeglichen werden. Das IPCC spricht in diesem Zusammenhang von Carbon Dioxide Removal, kurz CDR. Da die Nutzung von CDR nach Einschätzung des IPCC aber mit zahlreichen Einschränkungen verbunden ist, empfiehlt das IPCC stärker auf die proaktive Vermeidung von CO2 zu setzen als auf das nachträgliche Einfangen der Emissionen.

Schnelle und weitreichende Maßnahmen erforderlich

Die Begrenzung der globalen Erderwärmung setzt nach Angaben des IPCC „schnelle und weitreichende Systemübergänge“ voraus. Besonders betroffen sind dabei die Energieversorgung, der Verkehr und die Immobilien sowie die Unternehmen. Dabei sind in allen Sektoren „einschneidende Emissionsminderungen“ sowie umfassende Investitionen in die verfügbaren und weitere, noch zu entwickelnde Minderungsmöglichkeiten erforderlich.