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Treibhausgasneutralität und Dekarbonisierung

Das 2-Grad-Ziel ist ein wichtiges Ziel der Klimaschutzpolitik. Steigt die globale Durchschnittstemperatur über diese Marke, sind die Folgen kaum noch zu beherrschen. Deshalb gilt es, unsere Lebensweise umfassen zu „dekarbonisieren“, also auf eine emissionsarme, klimafreundliche Wirtschaftsweise umzustellen.

Bei einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 3 Grad Celsius würde der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 80 cm steigen.

Das Null-Emissionsziel

Das 2-Grad-Ziel ist ein wichtiges Ziel der Klimaschutzpolitik. Steigt die globale Durchschnittstemperatur über diese Marke, sind die Folgen kaum noch zu beherrschen. Deshalb gilt es, unsere Lebensweise umfassen zu „dekarbonisieren“, also auf eine emissionsarme, klimafreundliche Wirtschaftsweise umzustellen. Im Paris Agreement hat die Staatengemeinschaft hierzu ein weiteres, zentrales Klimaziel beschlossen: die Herstellung von Treibhausgasneutralität ab dem Jahr 2050. Dieses Ziel wird als Treibhausgasneutralitätsziel oder auch Null-Emissionsziel bezeichnet.

Neutralität ist nicht gleich Null

Treibhausgasneutralität heißt nicht, dass alle durch den Menschen verursachten Treibhausgasemissionen auf Null reduziert werden müssen. Dies wäre in einigen Bereichen – etwa der Landwirtschaft – technisch nicht möglich. Anderswo wäre es unverhältnismäßig aufwändig. Das Paris Agreement sieht daher die Möglichkeit vor, nicht vermeidbare Treibhausgasemissionen durch Einsatz von so genannten Senken einzufangen und wieder aus der Atmosphäre zu entfernen. Dieses als "Carbon Dioxide Removal" (CDR) bezeichnete Verfahren nutzt zwei Arten von Senken:

  • natürliche Senken: z. B. die Ausweitung der Waldfläche zur Speicherung von CO2
  • technische Senken: so genannte Negativemissionstechnologien wie die Kohlenstoffabscheidung und Nutzung (Carbon Capture and Utilization, CCU) bzw. Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS)

Wirtschaft umfassend betroffen

Praktisch alle Wirtschaftsbereiche werden von dem Ziel der Treibhausgasneutralität betroffen sein. In einigen Branchen hat eine solche Klimapolitik massiven Einfluss auf das aktuelle Geschäftsmodell, beispielsweise bei den Betreibern fossiler Kraftwerke oder im Bereich Kohleabbau, Erdöl- und Erdgasförderung. In anderen Branchen werden zumindest einzelne, heute genutzte Anlagen und Technologien nicht mehr verwendet werden können. Kleine und mittelständische Unternehmen sind hier ebenso betroffen wie die Großunternehmen.

Investitionen in Billionenhöhe erforderlich

In allen betroffenen Branchen sind im Zuge der Dekarbonisierung umfassende Investitionen erforderlich: in neue Technologien, energieeffiziente Produktionsprozesse und klimakompatible Produkte. Und auch die Maßnahmen zum Einfangen der nicht vermeidbaren Treibhausgase kosten Geld. Der Finanzierungsbedarf für globale Maßnahmen zur Einhaltung des 2-Grad-Ziels wird bis 2030 auf deutlich über 100 Billionen US-Dollar geschätzt. Allein in Deutschland müssen nach einer Studie des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) bis zu 2,3 Billionen Euro zusätzlich für das Erreichen der langfristigen Klimaschutzziele 2050 investiert werden.

Ziel: Das Gleichgewicht von Emissionen und natürlichen/technischen Speichermöglichkeiten sorgen ab 2050 für:

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Um die Klimaschutzziele bis 2050 zu erreichen, sind in Deutschland Investitionen nötig in Höhe von

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